{"id":22,"date":"2016-08-31T19:35:26","date_gmt":"2016-08-31T17:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/neu\/?page_id=22"},"modified":"2026-02-18T21:24:47","modified_gmt":"2026-02-18T20:24:47","slug":"kommentar-unterhaltsberechnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/kommentar-unterhaltsberechnung\/","title":{"rendered":"Kommentar Unterhaltsberechnung"},"content":{"rendered":"\n<a class=\"maxbutton-15 maxbutton maxbutton-unterhalt-maxbutton-id-15\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/kommentar-unterhaltsberechnung-2026.pdf\"><span class='mb-text'>DOWNLOAD<\/span><\/a>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Hinweise zur 3. Auflage Oktober 2025 sowie Kurzkommentar zu ausgew\u00e4hlten Themen der Unterhaltsberechnung<br>Der Kommentar ist dazu bestimmt, die Anwendung der Berechnungsbl\u00e4tter zu erkl\u00e4ren und zu erleichtern. Er ersetzt weder das Studium der Fachliteratur noch jenes der einschl\u00e4gigen Entscheide.<\/h6>\n\n\n\n<p>Von Prof. Dr. Annette Spycher, F\u00fcrsprecherin, LL.M., Bern<br>Daniel B\u00e4hler, F\u00fcrsprecher, ehem. Oberrichter, Thun<br>Dr. Nadja Majid, Rechtsanw\u00e4ltin, Z\u00fcrich<\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Aktualisierung Kommentar, Stand Rechtsprechung und Literatur sowie Tabellen Oktober 2025<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Inhalt<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Hinweise zur 3. Auflage Oktober 2025<\/p>\n\n\n\n<p>1.1 Gestaltung und Struktur der Tabellen<br>1.2 Adressatenkreis<br>1.3 Verwendung der Tabellen in Rechtsschriften und Entscheiden<\/p>\n\n\n\n<p>2 Neue bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Unterhalt<\/p>\n\n\n\n<p>2.1 Berechnungsmethode<br>2.2 Schulstufenmodell<br>2.3 Insbesondere Betreuungsunterhalt<br>2.4 Insbesondere ehelicher und nachehelicher Unterhalt<br>2.5 Insbesondere Vollj\u00e4hrigenunterhalt<br>2.6 Kompatibilit\u00e4t der Berechnungsbl\u00e4tter mit der aktuellen Rechtsprechung<\/p>\n\n\n\n<p>3 Kommentar zu weiteren ausgew\u00e4hlten Themen der Unterhaltsberechnung<\/p>\n\n\n\n<p>3.1 Allgemeine Angaben (Hauptblatt)<br>3.2 Verf\u00fcgbare Mittel\/Einkommen<br>3.3 Insbesondere Selbst\u00e4ndigerwerbende<\/p>\n\n\n\n<p>3.3.1 Allgemeines<br>3.3.2 Kritische Positionen<br>3.3.3 \u00abSchein-Angestellte\u00bb\/Angestellte in eigener (Aktien-) Gesellschaft<br>3.3.4 Landwirte<\/p>\n\n\n\n<p>3.4 Auslagen\/Bedarf<br>3.5 Weitere Berechnungsschritte<br>3.6 Besondere Einkommenssituationen<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.1 Mangelf\u00e4lle bzw. Mankosituationen<br>3.6.2 F\u00e4lle mit weiterbestehender Sparquote<\/p>\n\n\n\n<p>3.7 Besondere Betreuungssituationen<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1 F\u00e4lle mit hohen pers\u00f6nlichen Betreuungsanteilen beider Eltern<br>3.7.2 F\u00e4lle mit umfangreicher Drittbetreuung\/Doppelverdienende<br>3.7.3 Koordination mit Kindern aus zwei oder mehr Beziehungen<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1 Hinweise zur 3. Auflage Oktober 2025<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 1.1.2017 trat die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Revision des Kindesunterhalts<\/mark><\/strong> in Kraft. Die in der Folge vorgenommene umfassende \u00dcberarbeitung der Berechnungstabellen beruhte von Anfang an auf der zweistufig-konkreten Methode des familienrechtlichen Grundbedarfs mit \u00dcberschussverteilung. Sie erm\u00f6glicht damit die Berechnung aller Unterhaltsbeitr\u00e4ge entsprechend den gesetzlichen Vorgaben sowie insbesondere der bundesgerichtlichen Rechtsprechung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">3. Auflage<\/mark><\/strong> der Tabellen erweitert das Angebot unter anderem wie folgt: Der Vor-Trennungs-\u00dcberschuss, ermittelt mit Tabelle 17, kann direkt in die Unterhaltstabelle \u00fcbernommen werden. Der in dieser berechnete Vorsorgeunterhalt ber\u00fccksichtigt auch eine allf\u00e4llige Vorabzuteilung, nicht aber eine Sparquote. Steueranteile der Kinder werden bei Aktualisierung der Steuerberechnung automatisch neu berechnet. In Tabelle 15 wird ein allf\u00e4lliger Betreuungsunterhalt ebenfalls automatisch berechnet (unter Ausscheidung des auf den pers\u00f6nlichen Unterhalt entfallenden Steueranteils).<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits seit dem Update Januar 2024 besteht die M\u00f6glichkeit, bei alternierender Obhut mit dem Blatt \u201cBetreuung\u201d eine Einsch\u00e4tzung der Betreuungsanteile in Anlehnung an Urteil <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_743%2F2017&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-05-2019-5A_743-2017&amp;number_of_ranks=35\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">5A_743\/2017<\/a>, E. 2.2 vom 22.5.2019 (und <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_117%2F2021&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-03-2022-5A_117-2021&amp;number_of_ranks=1013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">5A_117\/2021<\/a>, E. 4.4 vom 9.3.2022), d.h. Aufteilung des Tages in drei Phasen, vorzunehmen. In das Angebot eingebaut ist auch die sog. \u201cMatrix\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Angepasst per 2025 wurden die Steuergrundlagen und Familienzulagen (f\u00fcr die enthaltenen Kantone) sowie die BVG-Masszahlen. Eine Ausdehnung der Steuerberechnungen auf weitere Kantone ist in Vorbereitung. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Berechnung des Vorsorgeausgleichs k\u00f6nnen neu bis zu drei WEF-Vorbez\u00fcge pro Ehegatte eingegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tabellen sind unabh\u00e4ngig vom Geschlecht der Beteiligten einsetzbar bzw. kompatibel mit der Ehe f\u00fcr alle.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4here Angaben zum <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Erwerb<\/mark><\/strong> der Berechnungsbl\u00e4tter finden Sie auf der Seite \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/bestellung\/\" target=\"_blank\">Bestellung<\/a>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.1&nbsp;Gestaltung und Struktur der Tabellen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Gestaltung der Tabellen orientiert sich an der vom Bundesgericht als verbindlich vorgegebenen <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums<\/strong>, <strong>bzw.<\/strong> <\/mark>(leicht erweitert) <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">des familienrechtlichen Grundbedarfs<\/mark><\/strong> (auch \u201efamilienrechtliches Existenzminimum\u201c genannt), mit \u00dcberschussverteilung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Faktoren Bedarf und Einkommen aller Beteiligten \u2013 Eltern und Kinder \u2013 werden je pro Person einzeln aufgef\u00fchrt, dies auf dem ersten Blatt, dem sogenannten <em>Hauptblatt<\/em> (Tabelle Nr. 11).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Berechnung von F\u00e4llen mit vorwiegender Betreuung der Kinder durch einen Elternteil ist die Tabelle Nr. 11 anwendbar. Diesbez\u00fcglich ist Folgendes zu beachten:<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Das Blatt \u201eR\u00e9sum\u00e9\u201c dient als Zusammenzug der wichtigsten Resultate des jeweiligen Hauptblatts auf einer A-4-Seite.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Manko wird automatisch auf die verschiedenen Unterhaltsarten verteilt.<\/li>\n\n\n\n<li>Es besteht die M\u00f6glichkeit der Eingabe weiterer Einkommensbestandteile (gilt auch f\u00fcr Tabelle Nr. 15)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Im Kapitel 3.7.1 \u00abF\u00e4lle mit hohen pers\u00f6nlichen Betreuungsanteilen beider Eltern\u00bb des nachstehenden Kommentars werden F\u00e4lle mit beidseitig hohen Betreuungsanteilen angesprochen. Diese lassen sich oft nur in der separaten Tabelle Nr. 15 angemessen abbilden. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>Wichtige Ausnahme<\/strong>:<\/mark> Wenn zum vornherein klar ist, dass ein Elternteil Unterhaltsbeitr\u00e4ge bezahlen muss \u2013 insbes. bei deutlichem Einkommensgef\u00e4lle \u2013, und wer dies ist, kann ebenfalls Tabelle Nr. 11 verwendet werden. Diesfalls sind die direkt beim Barunterhalt bezahlenden Elternteil anfallenden Kinderkosten \u2013 im Sinn einer Ausnahme vom \u00fcblichen Vorgehen \u2013 in seinen eigenen Bedarf einzurechnen. Dasselbe gilt f\u00fcr einen allf\u00e4lligen Anteil vom auf die Kinder entfallenden \u00dcberschuss, sofern der betreffende Elternteil Ausgaben, die aus dem \u00dcberschuss zu bestreiten sind, direkt bezahlt. (W\u00fcrde man diese Kosten \u2013 wie ansonsten \u00fcblich und richtig \u2013 als Bedarf des Kindes einrechnen, erg\u00e4be sich eine Verdoppelung und damit eine ungerechtfertigte Erh\u00f6hung der Unterhaltsbeitr\u00e4ge).<\/p>\n\n\n\n<p>Sind keine minderj\u00e4hrigen Kinder zu ber\u00fccksichtigen, ist die separate Tabelle Nr.&nbsp;16 (<em>nicht <\/em>Tabelle Nr. 11, Hauptblatt) zu verwenden. Tabelle Nr. 16 verzichtet auf das Hauptblatt und enth\u00e4lt alle notwendigen Verlinkungen auf dem ersten Blatt (\u00abUnterhalt\u00bb). <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Achtung:<\/mark><\/strong> In dieser Tabelle sind im Gegensatz zur Tabelle 11 die Angaben des unterhaltsberechtigten Ehegatten links und diejenigen des unterhaltspflichtigen Ehegatten rechts einzutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Tabellen sind die Steuerberechnung (inkl. dazugeh\u00f6rige Grundlagen) f\u00fcr die inkludierten Kantone (dazu Ziff. 3.1.7) und die Berechnung Vorsorgeunterhalt (wo relevant) enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Tabelle Nr. 17 erm\u00f6glicht die Berechnung des geb\u00fchrenden Unterhalts vor der Trennung (letzte gemeinsame Lebenshaltung, vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;number_of_ranks=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>, E. 4.4). Neu kann das Resultat als Vorabzuteilung direkt in die Unterhaltsberechnung gem\u00e4ss Tabellen 11, 15 oder 16 (bei Tabellen 11 und 15 unter Umkehrung des Vorzeichens) \u00fcbertragen werden, wobei die Berechnung des Vorsorgeunterhalts diesfalls eine allf\u00e4llige Vorabzuteilung ebenfalls einbezieht. <strong>Unbedingt zu beachten ist,<\/strong> dass bei einer Vorabzuteilung von Vor-Trennungs-\u00dcbersch\u00fcssen die entsprechenden Kopfanteile unter \u201cVerteiler f\u00fcr \u00dcberschuss\/Manko\u201d manuell auf Null zu stellen sind, da diese durch die Vorabzuteilung (des Vor-Trennungs-\u00dcberschussanteils) ersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Tabelle Nr. 19 ist dienlich hinsichtlich der steuerlichen Behandlung von Liegenschaften bei getrennter Veranlagung, solange die Abschaffung des Eigenmietwerts nicht umgesetzt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Lieferung sind zudem enthalten: Tabellen zum G\u00fcterrecht (Auseinandersetzung bei Errungenschaftsbeteiligung), darunter Tabelle Nr. 25 (Berechnung bei Aufl\u00f6sung einer einfachen Gesellschaft zwischen Ehegatten betreffend Liegenschaft) und Tabellen zur Mehrwertberechnung, sowie Tabellen zum Vorsorgeausgleich (nur Austrittsleistungen, Tabellen Nrn. 31 ff), sowie gewisse weitere Excel-Berechnungen (Tabellen Nrn. 41 ff). Alle Tabellen k\u00f6nnen auf einfache Weise von der deutschen auf die franz\u00f6sische Sprache und umgekehrt umgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.2 Adressatenkreis<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Tabellen sind <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">ausschliesslich<\/mark> <\/strong>zur Verwendung durch im Familienrecht <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">spezialisierte<\/mark><\/strong> Personen bestimmt. Sie verlangen gute und fundierte Kenntnisse des Unterhaltsrechts und des Steuerrechts nat\u00fcrlicher Personen sowie der Tabellenkalkulation Microsoft Excel.<\/p>\n\n\n\n<p>Von einer Anwendung durch Laien wird ausdr\u00fccklich <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">abgeraten<\/mark><\/strong>. Vgl. <strong><a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/geschaeftsbedingungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AGB<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.3 Verwendung der Tabellen in Rechtsschriften und Entscheiden<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Verwendung von Tabellen in Rechtsschriften und Entscheiden gen\u00fcgt der blosse Verweis auf die Berechnungstabellen weder der Begr\u00fcndungspflicht der Anw\u00e4ltin (im Rahmen von Rechtsschriften), noch des Gerichts (im Rahmen von Entscheiden). Die grunds\u00e4tzlichen Erl\u00e4uterungen geh\u00f6ren deshalb in den Text. Die Tabellen k\u00f6nnen (und sollen) hingegen der Unterst\u00fctzung, der besseren Verst\u00e4ndlichkeit sowie insbesondere auch der Abbildung von Einzelheiten und Herleitungen dienen, die in Worten allein oder in einem mit Zahlen durchsetzten Fliesstext nur umst\u00e4ndlich oder un\u00fcbersichtlich ausgedr\u00fcckt werden k\u00f6nnen.<br>Beruhen gewisse Zahlen in Berechnungstabellen auf weiteren Rechnungen (z.B. auf Steuerberechnungen oder der Berechnung von Vorsorgeunterhalt), sind diese zugeh\u00f6rigen Berechnungen bzw. deren Grundlagen (Bl\u00e4tter \u00abSteuerangaben\u00bb bzw. \u00abVorsorge\u00bb) zwingend beizulegen. Beruhen Zahlen auf Wertungen, so sind die Wertungen ebenfalls im Text wiederzugeben. Andernfalls erweist sich der Entscheid (in diesem Punkt) u.U. als ungen\u00fcgend begr\u00fcndet. Ausgedruckte Berechnungsbl\u00e4tter, welche mit Rechtsschriften eingereicht werden, geh\u00f6ren in einen Anhang und nicht zu den Beilagen. Sie sind Parteibehauptungen, nicht Beweismittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei kantonalen Besonderheiten k\u00f6nnen (und sollen; vgl. Steuern) die Berechnungsbl\u00e4tter ohne weiteres \u2013 wo n\u00f6tig \u2013 angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2 Neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Unterhalt<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.1 Berechnungsmethode: Lebenskostenmethode (=Lebenshaltungskostenmethode)<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Bundesgericht <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">verwarf<\/mark><\/strong> im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Berechnung des Betreuungsunterhalts explizit das Weiterbestehen des fr\u00fcheren <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Methodenpluralismus<\/mark><\/strong> (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.1). Es erachtet die auf der Gegen\u00fcberstellung von Einkommen und Bedarf aller Beteiligten beruhende sog. Lebenskostenmethode (auch: Lebenshaltungskostenmethode; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-377:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;144 III 377<\/a>, E. 7; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;144 III 481<\/a>, E. 4.1) nunmehr f\u00fcr alle Unterhaltsarten anwendbar (Kindesunterhalt: Barunterhalt, <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>; nachehelicher Unterhalt, <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;number_of_ranks=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>; ehelicher Unterhalt, <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-301%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 301<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Vorbehalten bleibt einzig die einstufig-konkrete Methode f\u00fcr den Ehegattenunterhalt oder nachehelichen Unterhalt in besonderen Situationen; die Anwendung erfordert eine spezielle Begr\u00fcndung (vgl. u.a. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=date_desc&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=Scheidung&amp;rank=4&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-07-2022-5A_850-2020&amp;number_of_ranks=2730\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_850\/2020<\/a>, E. 3 vom 4.7.2022; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/25-10-2023-5A_933-2022&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_933\/2022<\/a>, E. 3.1 vom 25.10.2023); vgl. Ziff. 2.4. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat seit 2019 im Bereich des Unterhaltsrechts dementsprechend viele Kl\u00e4rungen und teilweise (je nach bisheriger Praxis des jeweiligen Kantons) Neuerungen mit sich gebracht, gleichzeitig aber auch neue Fragen aufgeworfen. Nachstehend sei summarisch auf einige besonders wichtige Aspekte der aktuellen Rechtsprechung hingewiesen. Das Modell der Berechnung des Unterhalts nach der zweistufig-konkreten Methode des familienrechtlichen Grundbedarfs (auch: familienrechtlichen Existenzminimums) mit \u00dcberschussverteilung wird als bekannt vorausgesetzt. F\u00fcr Einzelheiten vgl. die relevanten Entscheide und die einschl\u00e4gige Lehre.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2 Schulstufenmodell bzw. -regel<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2.1 Allgemeines<\/h3>\n\n\n\n<p>2.2.1<strong> <\/strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>Umschreibung<\/strong>:<\/mark> Das Thema ist der Umfang der zumutbaren Erwerbst\u00e4tigkeit neben der Betreuung von Kindern. Das Bundesgericht hat die Einf\u00fchrung des Betreuungsunterhalts zum Anlass genommen, die lange massgebende \u201e10\/16-Regel\u201c aufzugeben und das sog. Schulstufenmodell zu \u00fcbernehmen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.7.6). Dieses gilt f\u00fcr s\u00e4mtliche Unterhaltsbeitr\u00e4ge, bei denen die Beurteilung des zumutbaren Erwerbspensums neben der Kinderbetreuung erforderlich ist (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.8.2). Gem\u00e4ss Schulstufenmodell \u2013 in der Praxis ist heute meist von Schulstufenregel die Rede &#8211; soll ein haupts\u00e4chlich die Kinder betreuender Elternteil ab der obligatorischen (je nach Kanton mit dem Kindergarten- oder mit dem eigentlichen Schuleintritt erfolgenden) Einschulung des j\u00fcngsten Kindes einer Erwerbst\u00e4tigkeit zu 50% nachgehen k\u00f6nnen, ab Eintritt des j\u00fcngsten Kindes in die Oberstufe (Sekundarstufe I) zu 80%, und ab dem vollendeten 16. Lebensjahr des j\u00fcngsten Kindes zu 100%. Das Schulstufenmodell gilt unabh\u00e4ngig vom Zivilstand der Eltern (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.7.6; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.3.2 vom 22.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-11-2018-5A_931-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_931\/2017<\/a>, E.&nbsp;3.2.2 vom 1.11.2018). Immerhin ist bei der Beurteilung der Erwerbssituation der in einem bisherigen gemeinsamen Haushalt gelebten \u201eFamilienorganisation\u201c Rechnung zu tragen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/15-05-2019-5A_889-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_889\/2018<\/a>, E. 3.2.2 vom 15.5.2019) \u2013 wenngleich nicht unbegrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>2.2.2<strong> <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Begr\u00fcndung:<\/mark><\/strong> Die Anwendung des Schulstufenmodells wird damit begr\u00fcndet, dass die Einschulung des Kindes zu einer Entlastung des haupts\u00e4chlich betreuenden Elternteils f\u00fchrt und im Verlaufe der Jahre sich die \u201eschulische Betreuung\u201c weiter ausdehnt (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.7.6; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.3.2 vom 22.5.2019).<\/p>\n\n\n\n<p>2.2.3 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Ausgangspunkt, aber nicht Endpunkt der gerichtlichen Ermessensaus\u00fcbung<\/mark><\/strong><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">:<\/mark> <\/em>Beim Schulstufenmodell handelt es sich um den Ausgangspunkt der Regelbildung und der gerichtlichen Ermessensaus\u00fcbung. Die Aus\u00fcbung des pflichtgem\u00e4ssen richterlichen Ermessens erfordert im Einzelfall ein Abweichen davon. Vgl.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.7.9; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/15-05-2019-5A_889-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_889\/2018<\/a>, E. 3.2.2 vom 15.5.2019;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/15-04-2019-5A_978-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_978\/2018<\/a>, E. 1 vom 15.4.2019, wonach nebst weiteren Faktoren insbesondere die Anzahl der Kinder (in casu 3), Unstimmigkeiten zwischen den Eltern \u00fcber die Betreuung sowie besondere medizinische Erfordernisse zu beachten sind;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.3.2 vom 22.5.2019;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/17-01-2019-5A_327-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_327\/2018<\/a> vom 17.1.2019, wonach die zumutbare Erwerbst\u00e4tigkeit des einen Elternteils von 80% auf 70% reduziert wurde, weil der andere Elternteil sein Besuchsrecht nicht wahrnahm;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-11-2018-5A_931-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_931\/2017<\/a>, E. 3.2.2 vom 1.11.2018, wonach im konkreten Fall erst nach Erreichen des 10. Altersjahrs des j\u00fcngsten Kindes eine Erwerbst\u00e4tigkeit mit einem Arbeitspensum von 50% als zumutbar erachtet wurde;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/25-09-2018-5A_968-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_968\/2017<\/a>, E. 3 vom 25.9.2018, wonach unter Umst\u00e4nden ein bereits zu 70% erwerbsf\u00e4higer Elternteil trotz alternierender Obhut nicht verpflichtet werden kann, vor dem 16. Altersjahr des Kindes eine Erwerbst\u00e4tigkeit zu 100% auszu\u00fcben;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/21-01-2019-5A_632-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_632\/2018<\/a> vom 21.1.2019, wo die Erh\u00f6hung des aktuellen Arbeitspensums von 50% als unzumutbar erachtet wurde, da der Arbeitgeber der Mutter der 13 und 16 Jahre alten Kinder einer Erh\u00f6hung des Arbeitspensums nicht zustimmte;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F21-05-2019-5A_830-2018&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F21-05-2019-5A_830-2018&amp;number_of_ranks=6437\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A 830\/2018<\/a> vom 21.5.2019, wo die gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigung des Kindes und die fehlende berufliche Integration der Mutter ber\u00fccksichtigt wurden;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_1065%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F02-12-2021-5A_1065-2020&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1065\/2020<\/a> vom 2.12.2021, wo bei Vorhandensein dreier Kinder aus einer ersten Beziehung offenbar von einer zumutbaren Erwerbst\u00e4tigkeit von nur 40% anstatt der \u201emodellgem\u00e4ssen\u201c 50% ausgegangen wurde;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F31-01-2023-5A_745-2022&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_745\/2022<\/a>, E. 3.5 vom 31.1.2023, betreffend den weit \u00fcberdurchschnittlichen Betreuungsbedarf eines Kindes mit Trisomie 21.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die erste Schulstufe ist beispielsweise zu kl\u00e4ren, ob im Einzelfall hinsichtlich der konkreten Verh\u00e4ltnisse (Dauer der unterrichtsfreien Zeit pro Halbtag, ausserschulische Drittbetreuung, konkrete Schulzeiten bzw. Kindergartenzeiten am jeweiligen Ort, Distanz zum Arbeitsort usw.) tats\u00e4chlich die M\u00f6glichkeit besteht, einer Erwerbst\u00e4tigkeit von 50% in vern\u00fcnftigem Rahmen nachzugehen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F26-08-2019-5A_244-2018&amp;rank=6&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F21-05-2021-5A_702-2020&amp;number_of_ranks=898\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_702\/2020<\/a>, E. 3.2 vom 21.5.2021; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/25-03-2019-5A_273-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_273\/2018<\/a>, E. 7.3.1 vom 25.3.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.3.2 vom 22.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-04-2019-5A_978-2018&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_978\/2018<\/a>, E. 1 vom 15.4. 2019).<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang sind ferner nach gerichtlichem Ermessen weitere Entlastungsm\u00f6glichkeiten durch freiwillige (vor-)schulische oder ausserschulische Drittbetreuung zu ber\u00fccksichtigen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E. 4.7.8). Allerdings d\u00fcrfen diesfalls weder die tats\u00e4chliche Verf\u00fcgbarkeit solcher Angebote (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E. 4.7.7; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-04-2019-5A_978-2018&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_978\/2018<\/a>, E. 1 vom 15.4.2019) noch u.E. die damit verbundenen Kosten ausser Acht gelassen werden. Dazu, zum weiteren Konkretisierungsbedarf sowie zum Erfordernis, dass Einzelfallgerechtigkeit nicht die Rechtsgleichheit beeintr\u00e4chtigt, und der Notwendigkeit einer Fallgruppenbildung vgl. Hausheer, Weitere Rechtsprechung zum neuen Betreuungsunterhalt, in: FamRZ 2019, 1513 ff, 1515.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2.2.4 <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>Kritik<\/strong>:<\/mark> Gewisse bundesgerichtliche Annahmen hinsichtlich der \u201ein der Regel\u201c m\u00f6glichen Betreuung erweisen sich u.E. als allzu optimistisch. Bspw. ist nicht erkl\u00e4rt, wie nebst der Betreuung eines Kindergartenkindes (und allenfalls weiterer Kinder), schon nur mit Blick auf das \u00fcbliche Pensum im Kindergarten \u2013 noch ohne zus\u00e4tzliche Drittbetreuung \u2013 eine 50%ige Erwerbst\u00e4tigkeit konkret organisierbar sein sollte (vgl. dazu Stoll\/Fankhauser, in: FamPra.ch 2018, 1068 ff, 1085 ff; Schweighauser\/Stoll, 613 ff, 623 ff; Burri, in: sui-generis 2019,&nbsp;1&nbsp;ff, 10; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_702%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F21-05-2021-5A_702-2020&amp;number_of_ranks=10\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_702\/2020<\/a>, E. 3.2 vom 21.5.2021). Kantonale Unterschiede wie das uneinheitliche Einschulungsalter, die Dauer von Ferien (insbes. Sommerferien) und die u.U. beschr\u00e4nkte Verf\u00fcgbarkeit von (bezahlbarer) Drittbetreuung (gerade auch w\u00e4hrend der Ferienzeiten) stellen zus\u00e4tzliche Schwierigkeiten dar. Auch die im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/aza:\/\/23-05-2019-5A_963-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_963\/2018<\/a>, E. 3 vom 23.5.2019 aufgeworfene (jedoch nicht hinl\u00e4nglich ger\u00fcgte) Thematik der Betreuung zu Schulferienzeiten bedarf u.E. der Ber\u00fccksichtigung, gerade wenn h\u00f6here Erwerbspensen als bis anhin neben Betreuungspflichten gegen\u00fcber j\u00fcngeren Kindern erwartet werden. Im <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_252%2F2023&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F27-09-2023-5A_252-2023&amp;number_of_ranks=145\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_252\/2023<\/a>, E. 5 vom 27.9.2023 hielt das Bundesgericht fest, dass ein Erwerbspensum von 50% grunds\u00e4tzlich zumutbar sei, wenn sich das j\u00fcngste Kind in der ersten Schulstufe befindet. Bei h\u00e4lftiger Betreuung durch beide Elternteile sei hingegen in einem solchen Fall (2 Kinder, das eine 10-j\u00e4hrig und das andere 12-j\u00e4hrig) grunds\u00e4tzlich von der Zumutbarkeit eines Erwerbspensums von 75% auszugehen, wobei im konkreten Fall das Bundesgericht von der Zumutbarkeit eines Erwerbspensums von 80% ausging. Dies sei nicht willk\u00fcrlich, zumal im konkreten Fall die Grossmutter bei der Betreuung der Kinder mithilft. Gem\u00e4ss der hier vertretenen Auffassung ist dieses Vorgehen, einschliesslich der Pensenaufrundung, sehr wohl willk\u00fcrlich, zumal eine \u00abGratis-Betreuung\u00bb seitens der Grossmutter nicht erwartet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>2.2.5 Weitere<strong> <\/strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>Entwicklungen<\/strong> <strong>bzw. Differenzierungen<\/strong><\/mark>:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-03-2021-5A_85-2021&amp;lang=fr&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_85\/2021<\/a>, E. 7.3 vom 26.3.2021 wurde entschieden, dass es nicht willk\u00fcrlich sei, wenn beim hauptbetreuenden Elternteil von einer Erwerbsf\u00e4higkeit mit einem Erwerbspensum von unter 50% ausgegangen werde, obwohl das j\u00fcngste von drei Kindern bereits 9-j\u00e4hrig war; dies, weil die Betreuung von drei Kindern eine h\u00f6here Belastung nach sich zieht und zudem der andere Elternteil i.c. aufgrund des im vorliegenden Fall eingeschr\u00e4nkten Besuchs- und Ferienrechts bei der Betreuung der Kinder nur sehr reduziert mitwirkte.<\/p>\n\n\n\n<p><a>&#8211; Im <\/a><a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=19.05.2022&amp;to_date=19.05.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=pus&amp;query_words=&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-05-2022-5A_944-2021&amp;number_of_ranks=15\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_944\/2021<\/a>, E. 6.2 vom 19.5.2022 erwog das Bundesgericht, dass die Mutter z.Zt. lediglich einer Erwerbst\u00e4tigkeit mit einem Pensum zu 50% anstatt zu 80% nachgehen k\u00f6nne, obwohl die beiden Kinder bereits das 12. Altersjahr erreicht hatten. Grund daf\u00fcr waren schulische und pers\u00f6nliche Schwierigkeiten der Kinder (Lernschw\u00e4che; Asperger-Syndrom). Die Argumentation des Vaters, wonach die Mutter trotzdem einer Erwerbst\u00e4tigkeit zu 80% nachgehen k\u00f6nne, indem sie jeden Tag 6.4 Stunden ihrem Beruf nachgehe und entsprechend \u00fcber den Mittag und ab 16.00 Uhr zu Hause sein k\u00f6nne, verwarf &nbsp;das Bundesgericht zu Recht mit klaren Worten. &#8211; Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/20-04-2022-5A_382-2021&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_382\/2021<\/a>, E. 7.3.1.2 vom 20.4.2022 hielt das Bundesgericht fest, dass eine Abweichung vom Schulstufenmodell im Sinn einer Senkung der Altersgrenzen nicht gerechtfertigt ist, wenn die fr\u00fchere Aufnahme oder Ausdehnung der Erwerbst\u00e4tigkeit des hauptbetreuenden Elternteils lediglich den Unterhaltsschuldner entlastet, nicht aber zu sp\u00fcrbaren wirtschaftlichen Vorteilen beim Kind f\u00fchrt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2.2.6. Das Schulstufenmodell bzw. die Schulstufenregel stellt insgesamt h\u00f6here Anforderungen an den beruflichen Wiedereinstieg als die fr\u00fchere 10\/16-Regel, was sich insbesondere dort nachteilig f\u00fcr die Gl\u00e4ubigerin auswirkt, wo der Nachweis, das im Schulstufenmodell vorgegebene Erwerbspensum im konkreten Fall nicht erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, sich als schwierig erweist. Bei \u00fcberm\u00e4ssig strikter Anwendung des Modells wird die gesetzgeberische Vorgabe, pers\u00f6nliche Betreuung und Drittbetreuung seien gleichwertig, in Frage gestellt (vgl. auch Aebi-M\u00fcller, in: Jusletter 21. Januar 2019, insbes. Rz. 93 ff). Das Bundesgericht hat hier punktuell Gegensteuer gegeben (vgl. <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_944%2F2021&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-05-2022-5A_944-2021&amp;number_of_ranks=46\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_944\/2021<\/a>, E. 6.2 vom 19.5.2022). F\u00fcr die Beteiligten ist indes die Handhabung in der kantonalen Praxis oft schwer absch\u00e4tzbar.<\/p>\n\n\n\n<p>2.2.7 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Besondere F\u00e4lle<\/mark><\/strong>: Auch wenn beide Elternteile umfangreich selber betreuen, ist ggf. das Schulstufenmodell f\u00fcr die Frage der Aufstockung des Besch\u00e4ftigungsgrades herbeizuziehen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/25-09-2018-5A_968-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_968\/2017<\/a>, E.\u00a03.1.1 vom 25.9.2017; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_252%2F2023&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F27-09-2023-5A_252-2023&amp;number_of_ranks=145\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_252\/2023<\/a>, E. 5 vom 27.9.2023).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.3 Insbesondere Betreuungsunterhalt<\/h3>\n\n\n\n<p>2.3.1 Kindesunterhalt besteht aus <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Natural-, Bar- und Betreuungsunterhalt<\/mark><\/strong>. \u201eDer Naturalunterhalt besteht in der Betreuung und Erziehung des Kindes. Er stellt mithin die nichtpekuni\u00e4re Komponente des Kindesunterhalts dar. Der Bar- und Betreuungsunterhalt werden beide in Form von Geldleistung erbracht.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E. 4.3). Der Barunterhalt umfasst die direkten Kosten des Kindes \u2013 wie diejenigen f\u00fcr Nahrung, Kleidung, Wohnen und insb. Drittbetreuung (zu letzterer a.a.O.) \u2013, der Betreuungsunterhalt hingegen die indirekten Kosten f\u00fcr die pers\u00f6nliche Betreuung durch einen Elternteil. Damit \u201ewerden (\u2026) die (indirekten) Kosten abgegolten, welche einem Elternteil dadurch entstehen, dass er aufgrund einer pers\u00f6nlichen Betreuung des Kindes davon abgehalten wird, durch Arbeitserwerb f\u00fcr seinen Lebensunterhalt aufzukommen\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E. 4.3; vgl. auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E.&nbsp;5.2.3 vom 22.5.2019; mit Verweisen auf die Botschaft).<\/p>\n\n\n\n<p>2.3.2 Der <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Barunterhalt geht<\/mark><\/strong> grunds\u00e4tzlich dem <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Betreuungsunterhalt vor<\/mark><\/strong>; dies, weil er der Befriedigung der materiellen Bed\u00fcrfnisse des Kindes dient und somit direkt dem Kind zukommt. Der Betreuungsunterhalt ist hingegen wirtschaftlich f\u00fcr den betreuenden Elternteil bestimmt und dient folglich nur indirekt der Deckung der Bed\u00fcrfnisse des Kindes (<a href=\"https:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-III-353%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 148 III 353<\/a>, E. 7.3.2; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.3 in fine; vgl. auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-377:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 377<\/a>, E. 7.1.1; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.2.3 vom 22.5.2019). Dieser Vorrang endet, wenn eine \u201eKonkurrenz\u201c zwischen Kindern (aus verschiedenen Beziehungen) besteht, von denen gewisse pers\u00f6nlich und andere drittbetreut werden. Diesfalls hat die im Barunterhalt enthaltene Komponente \u201eDrittbetreuungskosten\u201c in einer Mankosituation keinen Vorrang vor dem Betreuungsunterhalt und ist deshalb im Barunterhalt nicht einzurechnen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-03-2018-5A_708-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_708\/2017<\/a>, E. 4.9 vom 13.3.2018, m.w.H.; vgl. zur dieser Thematik auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/02-10-2018-5A_553-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_553\/2018<\/a>, E. 6.1 vom 2.10.2018; aus prozessualen Gr\u00fcnden wurde hier die Frage einer gesonderten Betrachtung des wegen Drittbetreuungskosten eklatant unterschiedlichen Barbedarfs von Halbgeschwistern nicht weiterverfolgt).<\/p>\n\n\n\n<p>2.3.3 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Vorgehen<\/mark><\/strong>: Der Betreuungsunterhalt bemisst sich \u2013 entsprechend der Lebenshaltungskostenmethode \u2013 nach der Differenz zwischen dem familienrechtlichen Grundbedarf und dem Einkommen des betreuenden Elternteils (vgl. <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-377%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 377<\/a>, E.&nbsp;7).<\/p>\n\n\n\n<p>2.3.4 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Relevante Betreuung<\/mark><\/strong>: Nur Betreuung, die eine Erwerbst\u00e4tigkeit beeintr\u00e4chtigt, ist f\u00fcr den Betreuungsunterhalt relevant, nicht aber \u2013 Ausnahmen vorbehalten \u2013 die Betreuung an Wochenenden oder die Betreuung im Rahmen eines \u201e\u00fcblichen\u201c Besuchs- und Ferienrechts. Hingegen wirkt sich zus\u00e4tzliche Betreuung durch den anderen Elternteil nicht im Rahmen des Betreuungsunterhalts aus, sondern allenfalls bei der Verteilung der Barkosten (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-377%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 377<\/a>, E. 7.1.3). Entsprechend kann auch bei Erwerbst\u00e4tigkeit beider Eltern und je h\u00e4lftigen Betreuungsanteilen u.U. \u2013 je nach Einkommen \u2013 ein Betreuungsunterhalt geschuldet sein (<a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_968%2F2017&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F25-09-2018-5A_968-2017&amp;number_of_ranks=12\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_968\/2017<\/a>, E. 3.1.1 vom 25.9.2018; <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_743%2F2017&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-05-2019-5A_743-2017&amp;number_of_ranks=35\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.4.4 vom 22.5.2019). Vgl. zur Thematik der relevanten Betreuung: Spycher\/Maier, S. 261 ff, wo das <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_503%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F16-12-2020-5A_503-2020&amp;number_of_ranks=12\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_503\/2020<\/a> vom 16.12.2020 und die Frage behandelt wird, ob der Betreuungsunterhalt nur dann geschuldet ist, wenn der w\u00e4hrend den \u201em\u00f6glichen Erwerbszeiten\u201c tats\u00e4chlich betreuende Elternteil nur gerade wegen der Betreuung des Kindes eine Einkommenseinbusse erleidet \u2013 und das Kind somit Anspruch auf Betreuungsunterhalt hat \u2013 oder der Betreuungsunterhalt auch dann geschuldet ist, wenn ein anderer Grund (wie z.B. Teilinvalidit\u00e4t) f\u00fcr den Einkommensausfall vorbesteht. Dem Ansatz, dass eine Beeintr\u00e4chtigung aus anderen Gr\u00fcnden, wie insbesondere gesundheitliche Probleme des betreuenden Elternteils, nicht zu ber\u00fccksichtigen seien, kann nicht gefolgt werden (vgl. zum Ganzen Spycher\/Maier, in: FamPra.ch 2021, 569 ff, 572 ff; FamKomm\/Schweighauser, N 107n zu Art. 285 ZGB). Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Faktoren Gesundheit, Ausbildung, Arbeitsmarkt usw. stets das Einkommen des betreuenden Elternteils und dementsprechend auch die H\u00f6he des Betreuungsunterhalts beeinflussen (Spycher\/Maier, in: FamPra.ch 2021, 569 ff, 575; FamKomm\/Schweighauser, N 74 zu Art. 285 ZGB, <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-377%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 377<\/a>, E. 7). So hat das Bundesgericht denn auch im Zusammenhang mit dem Schulstufenmodell festgehalten, dass mit Blick auf die tats\u00e4chliche Erwerbsm\u00f6glichkeit des betreuenden Elternteils stets die \u00fcblichen Kriterien, wie die Gesundheit, Ausbildung, Arbeitsmarktlage usw. relevant sind (<a href=\"https:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-481%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E. 4.7.8).<\/p>\n\n\n\n<p>2.3.5<strong> <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Bedarfsniveau<\/mark><\/strong>: Gem\u00e4ss Bundesgericht ist zur Ermittlung der massgebenden Lebenshaltungskosten vom familienrechtlichen Grundbedarf des betreuenden Elternteils auszugehen und es sind die entsprechenden Zuschl\u00e4ge beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum vorzunehmen (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-377:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;144 III 377<\/a>, E. 7.1.4); nur bei v\u00f6lligem Ungen\u00fcgen der Mittel kann ausnahmsweise vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum ausgegangen werden (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-04-2019-5A_880-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_880\/2018<\/a>, E. 5.3.1 vom 5.4.2019). Nicht von Belang ist das Einkommen des Zahlungspflichtigen (a.a.O.).<\/p>\n\n\n\n<p>2.3.6<strong> <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Anrechenbares Einkommen<\/mark><\/strong>: Das Bundesgericht steht der Idee einer Vorabzuteilung von Einkommen <em>bereits im Rahmen der Einkommensermittlung<\/em> generell ablehnend gegen\u00fcber (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1954&amp;to_year=2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;docid=aza%3A%2F%2F31-05-2018-5A_35-2018&amp;rank=1&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;number_of_ranks=753&amp;azaclir=clir\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E.7.1). Zur Vorabzuteilung allgemein und insbes. im Rahmen der \u00dcberschussverteilung hinten, Ziff. 3.5.2. Weiter hat das Bundesgericht festgehalten, dass die Beurteilung der Leistungsf\u00e4higkeit bzw. des effektiven und hypothetischen Einkommens keinesfalls unterschiedlich erfolgt, je nachdem, ob Bar- oder Betreuungsunterhalt in Frage steht (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_569%2F2021&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F17-06-2022-5A_569-2021&amp;number_of_ranks=46\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_569\/2021<\/a>, E.&nbsp;2.1.3.1 vom 17.6.2022). Das Einkommen ist im Rahmen einer Gesamtrechnung <em>einmal <\/em>zu berechnen. Im Zusammenhang mit der Ab\u00e4nderung des Kindesunterhalts wegen erh\u00f6hten Einkommens des betreuenden Elternteils entschied das Bundesgericht in <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_176%2F2023&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F150-III-153%3Ade&amp;azaclir=aza\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 150 III 153<\/a>, E. 5.3, dass &nbsp;ein h\u00f6heres Einkommen des betreuenden Elternteils sich unmittelbar auf den Betreuungsunterhalt auswirke. Anders als beim Barunterhalt des Kindes bestehe kein Raum f\u00fcr eine auf die Umst\u00e4nde des Einzelfalls abgestimmte Verbesserung der Stellung des Kindes. Es stellt sich allerdings hier die Frage, ob nicht auch im Zusammenhang mit dem Betreuungsunterhalt die Umst\u00e4nde des Einzelfalls ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssten und insbesondere die Erzielung von \u00fcberobligatorischem Einkommen hier nicht doch ggf. &nbsp;zu ber\u00fccksichtigen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>2.3.7 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Handhabung in den Berechnungsbl\u00e4ttern<\/mark><\/strong>: Die Faktoren werden in jedem Fall pro Person (und nicht teilweise als Gesamt-Kostenblock) aufgelistet (Hauptblatt). (F\u00fcr eine spezifische, teilweise Ausnahme siehe vorne, Kapitel 1.1 \u00abGestaltung und Struktur der Tabellen\u00bb). Nach Schaffung des \u00dcberblicks \u00fcber Einkommen und Bedarf\/Kosten pro beteiligte Person erfolgt eine teilweise Umverteilung von Lebenshaltungskosten des hauptbetreuenden Elternteils auf die am Betreuungsunterhalt berechtigten Kinder. Dies ist im System standardm\u00e4ssig so eingestellt, muss aber im Einzelfall nachgepr\u00fcft werden. Der Betreuungsunterhalt l\u00e4sst sich entsprechend f\u00fcr alle Kinder \u2013 unabh\u00e4ngig vom Zivilstand der Eltern \u2013 ermitteln. Gleichzeitig bzw. parallel dazu kann auch ehelicher\/nachehelicher Unterhalt, soweit relevant, in Abh\u00e4ngigkeit vom Unterhalt der Kinder festgelegt werden<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.4 Insbesondere ehelicher und nachehelicher Unterhalt<\/h3>\n\n\n\n<p>2.4.1 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Berechnungsmethode<\/mark><\/strong>: Gem\u00e4ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt sowohl f\u00fcr die Berechnung des ehelichen Unterhalts (<a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-301%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 301<\/a>, E. 4) als auch f\u00fcr die Berechnung des nachehelichen Unterhalts (<a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>, E. 4) \u2013 wie f\u00fcr die Bemessung des Kindesunterhalts \u2013 grunds\u00e4tzlich die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">zweistufige Berechnungsmethode mit \u00dcberschussverteilung<\/mark><\/strong> zur Anwendung (siehe vorne Kapitel 2.1). Demzufolge wird in einem ersten Schritt das <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Einkommen der Ehegatten<\/mark><\/strong> und gegebenenfalls jenes der Kinder ermittelt. In einem zweiten Schritt wird der <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Bedarf aller Beteiligten<\/mark><\/strong>, d.h. wiederum je einzeln der Ehegatten und der Kinder, festgelegt. Im Rahmen der Festlegung des Bedarfs ist zun\u00e4chst das <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">betreibungsrechtliche Existenzminimum<\/mark><\/strong> grunds\u00e4tzlich anhand der <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/schkg-richtlinien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Richtlinien f\u00fcr die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums<\/a> (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG vom 1. Juli 2009 zu ermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn dieses bei allen Beteiligten gedeckt ist, ist deren Bedarf \u2013 bei gen\u00fcgend vorhandenen finanziellen Mitteln \u2013 auf das <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">familienrechtliche Existenzminimum<\/mark><\/strong> aufzustocken. Bei den Ehegatten sind im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums zus\u00e4tzlich zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum die folgenden Bedarfspositionen hinzuzurechnen: Versicherungspr\u00e4mien (Pr\u00e4mien f\u00fcr private Zusatzversicherungen gem\u00e4ss VVG, Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, Berufshaftpflichtversicherung, evtl. Beitr\u00e4ge an die Haftpflichtversicherung des Motorfahrzeughalters, evtl. Lebensversicherungspr\u00e4mien, Vorsorgeunterhalt, private Vorsorge Selbstst\u00e4ndiger), die laufenden Steuern (Einkommenssteuer des Bundes, des Kantons sowie der Gemeinde, die Verm\u00f6genssteuer des Kantons und der Gemeinde, evtl. auch Kirchensteuer), Schulden (Amortisation und Zinsen, wie bspw. Zinse und Ratenzahlungen f\u00fcr Kreditgesch\u00e4fte, welche beide Parteien betreffen; Unterhaltsschulden), die Kommunikationspauschale\/Versicherungspauschale, die unumg\u00e4nglichen Weiterbildungskosten, die erh\u00f6hten Wohnkosten, die Besuchsrechtskosten. Fixe Zuschl\u00e4ge zum Bedarf (wie in Form der fr\u00fcher teilweise \u00fcblichen Erh\u00f6hung des Grundbetrages um 20%) sind unzul\u00e4ssig. Ebenso werden z.B. die Kosten f\u00fcr Hobbies oder Ferien nicht hinzugerechnet, sondern sind aus dem \u00dcberschuss zu decken. Dasselbe muss \u2013 entgegen <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_204%2F2024&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F27-01-2025-5A_204-2024&amp;number_of_ranks=63\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_204\/2024<\/a>, E. 4 vom 27.1.2025 \u2013 auch f\u00fcr die Kosten einer Haushalthilfe gelten.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang gilt es zu beachten, dass die SchKG-Richtlinien, welche mit Blick auf die Unterhaltsberechnung des Bedarfs heranzuziehen sind, letztmals per 1.7.2009 revidiert wurden und zudem prim\u00e4r einem von familienrechtlichen \u00dcberlegungen leicht abweichenden Zweck dienen. Es ist fraglich, ob gewisse Positionen heute noch angemessen bewertet sind, so insbesondere die (tiefen) Grundbetr\u00e4ge der Kinder. Weiter sind in den SchKG-Richtlinien bei den Wohnnebenkosten oder den unumg\u00e4nglichen Berufsauslagen Maximalbetr\u00e4ge vorgegeben, von denen in unterhaltsrechtlichen Angelegenheiten nach oben abgewichen werden kann und soll, wenn h\u00f6here Auslagen belegt sind oder der massgeblichen Lebenshaltung entsprechen. Schliesslich sind gewisse weitere Positionen bei der Unterhaltsberechnung einzubeziehen, die in den SchKG-Richtlinien nicht erw\u00e4hnt sind, insbesondere Drittbetreuungskosten f\u00fcr Kinder, w\u00e4hrend umgekehrt manche in den SchKG-Richtlinien erw\u00e4hnte Positionen nicht im Rahmen der Unterhaltsberechnung tel quel miteinbezogen werden, wie insbes. die \u201erechtlich geschuldeten Unterhaltsbeitr\u00e4ge\u201c, bei denen insbesondere die Rangthematik im Auge zu behalten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit die vorhandenen finanziellen Mittel (= Gesamteinkommen) die familienrechtlichen Existenzminima (= Gesamtbedarf) \u00fcbersteigen, ist der <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">\u00dcberschuss<\/mark><\/strong> nach Abzug einer nachgewiesenen Sparquote <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">zu verteilen<\/mark><\/strong> (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=8&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F15-10-2014-5A_323-2014&amp;rank=79&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-11-2023-5A_231-2023&amp;number_of_ranks=1696\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_231\/2023<\/a>, E. 3 vom 15.11. 2023, wonach nach Abzug der Sparquote der \u00dcberschuss zwischen den Ehegatten je h\u00e4lftig geteilt wurde).<\/p>\n\n\n\n<p>Allenfalls kann bzw. muss im Rahmen der \u00dcberschussverteilung auch das Thema der Vorabzuteilung aufgenommen werden und die Verteilung deshalb abweichend von den \u201e\u00fcblichen\u201c Vorgaben erfolgen; dies insbesondere, damit dem erbrachten Naturalunterhalt Rechnung getragen wird, und vor allem bei nicht verheirateten Eltern (zwingende Zuweisung des vom hauptbetreuenden Elternteil selbst erzielten \u00dcberschusses an ihn; vgl. B\u00e4hler, in: in dubio 4\/2021, 6 ff, 15). Zum Thema der Beschr\u00e4nkung auf den Vortrennungs-\u00dcberschuss sowie der Umsetzung siehe vorne, Kap. 1.1. Die Anwendung der einstufig-konkreten Berechnungsmethode ist die Ausnahme und soll nur f\u00fcr aussergew\u00f6hnlich g\u00fcnstige Verh\u00e4ltnisse in Frage kommen. Sie muss \u00fcberdies im Unterhaltsentscheid begr\u00fcndet werden, bzw. es muss dargelegt werden, weshalb von der zweistufigen Methode abgewichen wird (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;number_of_ranks=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>, E. 4.5; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-301%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 301<\/a>, E. 4.3; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/25-10-2023-5A_933-2022&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_933\/2022<\/a>, E. 3.1 vom 25.10.2023). Dabei stellt sich die Frage, ab welcher Schwelle aussergew\u00f6hnlich gute Verh\u00e4ltnisse vorliegen. Weiter ist offen, ob bei Vorliegen von Verh\u00e4ltnissen, in welchen ausnahmsweise die einstufig-konkrete Methode f\u00fcr die Berechnung des nachehelichen bzw. ehelichen Unterhalts Anwendung findet, auch die Berechnung des Kindesunterhalts in gleicher Weise erfolgt, was u.E. der Fall sein sollte, da die parallele Anwendung zweier unterschiedlicher Methoden nicht zu untersch\u00e4tzende Schwierigkeiten aufwirft. Das Gericht ist selbst bei aussergew\u00f6hnlich guten finanziellen Verh\u00e4ltnissen nicht verpflichtet, von der zweistufigen Methode abzuweichen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/25-10-2023-5A_933-2022&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_933\/2022<\/a>, E. 3.2 vom 25.10.2023).<\/p>\n\n\n\n<p>2.4.2 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Lebenspr\u00e4gende Ehe<\/mark><\/strong>: In <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-249%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 249<\/a> ist das Bundesgericht von seiner Rechtsprechung zur lebenspr\u00e4genden Ehe insofern abgewichen, als es die bisher f\u00fcr eine lebenspr\u00e4gende Ehe sprechenden Vermutungen, also mindestens 10-j\u00e4hrige Ehe oder w\u00e4hrend der Ehe geborene Kinder, relativiert hat. Mit Blick auf die Frage, ob eine lebenspr\u00e4gende Ehe vorliegt oder nicht, betont das Bundesgericht die Bedeutung einer einzelfallweisen Pr\u00fcfung. So erwog es in <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-249%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 249<\/a>, E. 3.4.2, dass eine knapp 10-j\u00e4hrige, kinderlose Ehe, bei welcher die Ehegatten aus beruflichen Gr\u00fcnden nur kurzzeitig zusammengelebt haben und keine eigentliche Rollenverteilung zwischen den Ehegatten bestand, nicht lebenspr\u00e4gend sei. Von einer lebenspr\u00e4genden Ehe ist gem\u00e4ss Bundesgericht dann auszugehen, wenn ein Ehegatte seine \u00f6konomische Selbstst\u00e4ndigkeit zugunsten der Haushaltsbesorgung und der Kinderbetreuung aufgegeben hat und es ihm deshalb nach langj\u00e4hriger Ehe nicht mehr m\u00f6glich ist, an seiner fr\u00fcheren beruflichen Stellung anzukn\u00fcpfen, w\u00e4hrend sich der andere Ehegatte aufgrund der Rollenverteilung auf sein berufliches Fortkommen fokussieren konnte (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-249%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;147 III 249<\/a>, E. 3.4.3; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/21-12-2022-5A_611-2022&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_611\/2022<\/a>, E. 3.2 vom 21.12.2022; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza%3A%2F%2F25-03-2022-5A_568-2021&amp;lang=de&amp;zoom=YES&amp;type=show_document&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_568\/2021<\/a>, E. 4.2 vom 25.3.2022; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F05-12-2022-5A_420-2021&amp;lang=fr&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_420\/2021<\/a>, E. 2.3 vom 5.12.2022). Mit Blick auf die Frage nach der Zumutbarkeit der Wiederaufnahme oder Ausdehnung einer Erwerbsarbeit hielt das Bundesgericht fest, dass es nicht willk\u00fcrlich sei, wenn bei einer 20 Jahre dauernden kinderlosen Ehe die von beiden Ehegatten gewollte Teilzeitt\u00e4tigkeit der Ehefrau, die jahrelange \u00abklassische\u00bb Rollenteilung, das fortgeschrittene Alter der Ehefrau und die ausserordentlich guten finanziellen Verh\u00e4ltnisse der Ehegatten als Kriterien ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden. Es sei deshalb nicht unhaltbar, die Notwendigkeit einer sofortigen \u00c4nderung im Erwerbsumfeld der Ehefrau zu verneinen und der Ehefrau erst im Rahmen des Scheidungsverfahrens eine Umstellung zuzumuten (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=date_desc&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=Scheidung&amp;rank=4&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-07-2022-5A_850-2020&amp;number_of_ranks=2730\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_850\/2020<\/a>, E. 4.3 vom 4.7.2022).<\/p>\n\n\n\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-07-2021-5A_665-2020&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_665\/2020<\/a>, E. 4.3 vom 8.7.2021 hatte das Bundesgericht die zwei Jahre dauernde Ehe als lebenspr\u00e4gend angesehen, da die Ehegatten ein gemeinsames Kind hatten, welches einen Monat vor der Eheschliessung zur Welt gekommen war, und die Ehefrau ihr Erwerbspensum wegen der Betreuung des Kindes reduziert hatte. Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F26-06-2019-5A_964-2018&amp;rank=7&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F13-09-2021-5A_93-2019&amp;number_of_ranks=12430\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil&nbsp;5A_93\/2019<\/a>, E. 5.2 vom 13.9.2021 hat sich das Bundesgericht mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Lebenspr\u00e4gung zufolge eines vorehelichen Konkubinats bejaht werden kann. Es hielt fest, dass auch ein stabiles Konkubinat nur in eng begrenzten und qualifizierten Ausnahmef\u00e4llen f\u00fcr die Festsetzung des Unterhaltsanspruchs relevant sei: Das voreheliche Zusammenleben muss das Leben der Ehegatten dauerhaft so sehr pr\u00e4gen, dass die Eheschliessung als Best\u00e4tigung der bereits \u00fcbernommenen Verantwortung und des bestehenden Vertrauens angesehen werden kann. Dies sei bspw. dann der Fall, wenn der eine Lebenspartner bereits vor der Eheschliessung auf die berufliche Selbstverwirklichung verzichtet hat, und die wirtschaftliche Entfaltung des anderen Ehegatten dadurch entscheidend gef\u00f6rdert bzw. sogar erst erm\u00f6glicht hat, da er sich um die Betreuung der Kinder k\u00fcmmerte. Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F07-02-2018-5A_794-2017&amp;rank=4&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F30-01-2023-5A_320-2022&amp;number_of_ranks=13808\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_320\/2022<\/a>, E. 9.4 vom 30.1.2023 f\u00fchrte das Bundesgericht aus, dass allein wegen der Geburt des Kindes eine Ehe noch nicht als lebenspr\u00e4gend zu qualifizieren sei (vgl. diesbez\u00fcglich auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F17-05-2023-5A_397-2022&amp;lang=fr&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_397\/2022<\/a>, E. 7 vom 17.5.2023). Im vorliegenden Fall sei zudem von Bedeutung, dass die Ehe von kurzer Dauer war und das Zusammenleben lediglich vier Jahre gedauert habe. Zudem habe die Ehefrau ihre Erwerbst\u00e4tigkeit w\u00e4hrend der Ehe nicht aufgegeben, sondern w\u00e4hrend des Zusammenlebens Teilzeit gearbeitet. In <a href=\"https:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-III-161%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 148 III 161<\/a>, E. 4 nahm das Bundesgericht keine lebenspr\u00e4gende Ehe an, weil die Ehe von kurzer Dauer war, der gemeinsame Haushalt weniger als ein Jahr nach der Geburt des Kindes aufgehoben wurde und zuvor beide Ehegatten erfolgreich beruflich t\u00e4tig waren. Auch im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/13-12-2023-5A_705-2022&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_705\/2022<\/a>, E. 4.5 vom 13.12.2023 verneinte das Bundesgericht die Lebenspr\u00e4gung, da trotz 19 Jahren Partnerschaft, wovon 13 Jahre Ehe, die Ehefrau durchgehend erwerbst\u00e4tig war, weswegen weder von einem Karriereverzicht noch von Einschr\u00e4nkungen zugunsten von Leistungen f\u00fcr den gemeinsamen Haushalt die Rede sein k\u00f6nne. Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_510%2F2021&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F14-06-2022-5A_510-2021&amp;number_of_ranks=55\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_510\/2021<\/a>, E. 3.1.3 vom 14.6.2022 wurde festgehalten, dass die Frage nach der Lebenspr\u00e4gung einer Ehe nicht etwa von der Art des Berufs und von der beruflichen Position des Unterhaltsschuldners abh\u00e4ngig sei. In diesem Fall wurde die Ehe mit einer Dauer von 24 Jahren \u2013 die Kinder waren bereits vollj\u00e4hrig \u2013 als lebenspr\u00e4gend qualifiziert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Kritik<\/mark><\/strong>: Die aus (u.E. nicht berechtigter) Angst vor einem sog. \u201cKippschaltereffekt\u201d restriktiv gewordene Interpretation der \u201cLebenspr\u00e4gung\u201d f\u00fchrt zu nicht nachvollziehbaren, da dem Gehalt des Begriffs zuwiderlaufende Aussagen. Kinder zu haben beeinflusst im Regelfall das Leben der Eltern. Die Frage einer Lebenspr\u00e4gung in einem Fall einer 40j\u00e4hrigen Ehe mit 4 Kindern auch nur aufzuwerfen, wie in <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_312%2F2023&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F30-04-2024-5A_312-2023&amp;number_of_ranks=165\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_312\/2023<\/a>, E. 3.2 vom 10.4.2024 geschehen, um keinen Anschein eines Automatismus entstehen zu lassen, mutet eigenartig an. Eine andere Frage ist, ob das Bejahen einer Lebenspr\u00e4gung dazu f\u00fchren muss, dass nachehelicher Unterhalt auf dem Niveau der ehelichen Lebenshaltung w\u00e4hrend der ganzen Dauer ab Scheidung bis zum Erreichen (i.d.R.; f\u00fcr eine Ausnahme <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1954&amp;to_year=2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=151+III+9&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=1&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F151-III-9%3Ade&amp;number_of_ranks=1&amp;azaclir=clir\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 151 III 9<\/a>) des Pensionsalters geschuldet ist oder nicht. Sie kann \u2013 wie dies schon unter der fr\u00fcheren Rechtsprechung problemlos geschah \u2013 anders als durch eine Umdeutung des Begriffs der Lebenspr\u00e4gung gel\u00f6st werden. Das faktische \u201cUmlegen\u201d des Kippschalters f\u00fchrt zu einer zus\u00e4tzlichen Erschwerung der Ausgangslage des anspruchsberechtigten Ehegatten \u2013 i.d.R. des wirtschaftlich schw\u00e4cheren Teils \u2013 und tr\u00e4gt dem Umstand keine Rechnung, dass heute gl\u00fccklicherweise nur in den wenigsten Ehen ein(e) Partner(in) die wirtschaftliche Selbst\u00e4ndigkeit \u201caufgibt\u201d (f\u00fcr eine Ausnahme siehe wiederum <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1954&amp;to_year=2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=151+III+9&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=1&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F151-III-9%3Ade&amp;number_of_ranks=1&amp;azaclir=clir\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 151 III 9<\/a>). In der Regel f\u00fchrt die eheliche Rollenverteilung \u201cnur\u201d zu Einschr\u00e4nkungen in der beruflichen Ausgangslage. Desungeachtet bzw. gerade deshalb ist insbesondere bei langj\u00e4hrigen Ehen von einem sch\u00fctzenswerten Vertrauen darauf auszugehen, dass die Folgen der gew\u00e4hlten Rollenverteilung auch nachehelich w\u00e4hrend eines angemessenen Zeitraums gemeinsam getragen werden. Siehe dazu auch: Stoll, Der Betreuungsunterhalt \u2013 Eine kritische W\u00fcrdigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung unter Ber\u00fccksichtigung der Entstehungsgeschichte der Kindesunterhaltsrechtsrevision, Diss. Bern 2024; Ders., in: recht 2022, 213 ff; B\u00e4hler, in: in dubio 4\/2021, 6 ff. 18; L\u00f6tscher\/Dummermuth, in: FamPra.ch 2023, 1 ff; <a href=\"https:\/\/cms.news.admin.ch\/dam\/de\/der-schweizerische-bundesrat\/WKvKbo0OtpH6\/gutachten-kindesunterhaltsrecht-d.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Expertengutachten Aebi-M\u00fcller\/Coskun-Ivanovic<\/a> zuhanden des Bundesrates, \u00abKindesunterhaltsrecht: Insbesondere Auswirkungen der Einf\u00fchrung des Betreuungsunterhalts und der Betreuungsregelung\u00bb vom 23.12.2024, S. 40, Fn. 303.<\/p>\n\n\n\n<p>2.4.3 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Eigenversorgung\/Erwerbsobliegenheit<\/mark><\/strong>: Unterhaltsbeitr\u00e4ge sind nur geschuldet, wenn der eigene Unterhalt nicht oder nicht vollst\u00e4ndig durch Eigenleistung gedeckt werden kann (<a href=\"https:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-308%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 308<\/a>; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F24-05-2023-5A_202-2022&amp;lang=fr&amp;zoom=YES&amp;type=show_document&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_202\/2022<\/a>, E. 4 vom 24.5.2023). Damit brachte das Bundesgericht bestimmter als fr\u00fcher zum Ausdruck, dass einem Ehegatten eine Erwerbst\u00e4tigkeit, die tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist, in den meisten F\u00e4llen auch zumutbar ist, bzw. dass jeder Ehegatte im nachehelichen Verh\u00e4ltnis die wirtschaftliche Eigenst\u00e4ndigkeit anzustreben hat (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-308%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 308<\/a>, E. 5.4). Weiter hielt das Bundesgericht fest, dass die bisherige \u00ab45-er Regel\u00bb (wonach einer Person, die w\u00e4hrend der Ehe nicht erwerbst\u00e4tig war und das 45. Altersjahr erreicht hatte, nach der Scheidung die Aufnahme einer Erwerbst\u00e4tigkeit nicht zumutbar sei) in ihrer Absolutheit nicht mehr den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen entspreche und deshalb nicht mehr anwendbar sei (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-308%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 308<\/a>, E. 5.5).<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Erwerbst\u00e4tigkeit tats\u00e4chlich <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">m\u00f6glich<\/mark><\/strong> ist, ist einzelfallweise zu pr\u00fcfen. Dabei sind insbesondere das Alter und die Gesundheit der Ehegatten, die sprachlichen Kenntnisse, die bisherigen und k\u00fcnftigen Aus- und Weiterbildungen, die bisherigen T\u00e4tigkeiten, die pers\u00f6nliche und geographische Flexibilit\u00e4t und die Lage auf dem Arbeitsmarkt als Kriterien f\u00fcr die Beurteilung massgebend. Das Kriterium des Alters bleibt relevant und wichtig, doch kommt ihm keine von den anderen Kriterien losgel\u00f6ste abstrakte Bedeutung (mehr) zu (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-308%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 308<\/a>, E. 5.4). Die Eigenversorgung ist etwa dann unzumutbar, wenn ein Ehegatte bei der Scheidung nahe am Pensionsalter steht; weiter, wenn die Ehe aufgrund diverser Faktoren das Leben eines Ehegatten in entscheidender Weise gepr\u00e4gt hat, indem dieser Ehegatte auf die (Weiter-)Verfolgung eines eigenen beruflichen Werdegangs verzichtet und sich stattdessen aufgrund eines gemeinsam getroffenen Entschlusses jahrelang dem Haushalt sowie der Betreuung und Erziehung der Kinder gewidmet hat, sodass sich der andere Ehegatte ungeteilt dem beruflichen Fortkommen und der damit verbundenen Steigerung seines Einkommens widmen konnte, und dieses Einkommen ohne Weiteres die Finanzierung zweier Haushalte zul\u00e4sst (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-308%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 308<\/a>, E. 5.6; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F30-04-2015-5A_664-2014&amp;rank=4&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F29-06-2021-5A_747-2020&amp;number_of_ranks=8664\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_747\/2020<\/a>, E. 4.3.3 vom 29.6.2021; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-249%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 249<\/a>, E. 3.4.4). Vgl. weiter zur Unzumutbarkeit der Aufnahme einer Erwerbst\u00e4tigkeit: <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza%3A%2F%2F25-03-2022-5A_568-2021&amp;lang=de&amp;zoom=YES&amp;type=show_document&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_568\/2021<\/a>, E. 4.3.2 vom 5.3.2022, wonach der Ehefrau die Aufnahme einer 100%igen Erwerbst\u00e4tigkeit nicht zugemutet werden kann, wenn sie ihre Erwerbst\u00e4tigkeit als Zahnarzthelferin zwar seit 20 Jahren wieder aufgenommen hatte, aber die Eheleute w\u00e4hrend der Ehe vereinbart hatten, dass die Ehefrau nur in Teilzeit erwerbst\u00e4tig war und einen \u00fcberwiegenden Teil der Hausarbeit \u00fcbernahm, was bis zur Trennung beibehalten wurde; der Ehemann hingegen w\u00e4hrend der Ehe seine beruflichen F\u00e4higkeiten voll aussch\u00f6pfen konnte und entsprechend voll erwerbst\u00e4tig war.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren sind die konkreten Chancen, in einem bestimmten Bereich einer Erwerbst\u00e4tigkeit nachzugehen, massgebend. Das fr\u00fchere T\u00e4tigkeitsfeld ist nicht zwingend ausschlaggebend, zumal \u00abzur Zeit das Aus-, Um- und Weiterbildungsangebot in der Schweiz gross und vielf\u00e4ltig ist\u00bb (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-249%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 249<\/a>, E. 3.4.4). Die Kosten f\u00fcr die Verbesserung der Eigenversorgungskapazit\u00e4t (z. B. f\u00fcr Franz\u00f6sischunterricht) k\u00f6nnen Teil des geschuldeten Unterhalts sein (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-308%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 308<\/a>, E. 5.4; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_850%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-07-2022-5A_850-2020&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_850\/2020<\/a>, E.&nbsp;3.4 vom 4.7.2022). <\/p>\n\n\n\n<p>Sofern ein Ehegatte bestreitet, dass er tats\u00e4chlich ein hypothetisches Einkommen erzielen k\u00f6nne, obliegt ihm die Beweislast daf\u00fcr, dass er nicht in der Lage sei, f\u00fcr seinen eigenen Unterhalt zu sorgen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=date_desc&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=divorce&amp;rank=63&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-09-2023-5A_831-2022&amp;number_of_ranks=4443\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_831\/2022<\/a>, E. 3.2.2 vom 26.9.2023).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.5 Insbesondere Vollj\u00e4hrigenunterhalt<\/h3>\n\n\n\n<p>2.5.1 <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>Rangfolge<\/strong> <strong>auf Gl\u00e4ubigerseite<\/strong><\/mark>: Soweit die vorhandenen finanziellen Mittel nicht ausreichen, um s\u00e4mtliche Unterhaltsanspr\u00fcche aller Unterhaltsgl\u00e4ubiger zu decken, stellt sich die Frage, wie die einzelnen Unterhaltsanspr\u00fcche mit Blick auf die Rangfolge zueinanderstehen. Gem\u00e4ss Art. 276a Abs. 1 ZGB hat der Unterhaltsanspruch des minderj\u00e4hrigen Kindes Vorrang vor allen anderen Unterhaltspflichten und somit auch gegen\u00fcber dem Unterhaltsanspruch des vollj\u00e4hrigen Kindes. Nach Deckung des Unterhaltsanspruchs des minderj\u00e4hrigen Kindes kommt der nacheheliche bzw. eheliche Unterhaltsanspruch zum Zug (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.3; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-III-169%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 146 III 169<\/a>, E. 2.2, E. 4; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-III-209%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 132 III 209<\/a>, E. 3.2; vgl. zur Rangfolge zwischen den Unterhaltsanspr\u00fcchen: Nyffeler, in: Jusletter 25. November 2019). Das Bundesgericht hielt in <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.3 fest, dass der Vollj\u00e4hrigenunterhalt \u2013 unter Vorbehalt von Art. 276a Abs. 2 ZGB \u2013 nicht nur hinter dem betreibungsrechtlichen, sondern auch hinter dem familienrechtlichen Existenzminimum der \u00fcbrigen Unterhaltsgl\u00e4ubiger zur\u00fcckstehen muss. Der Vorrang des Minderj\u00e4hrigenunterhalts vor dem Vollj\u00e4hrigenunterhalt greift allerdings nur soweit, als es sich um die Deckung der familienrechtlichen Existenzminima handelt. Sobald die familienrechtlichen Existenzminima gedeckt sind, ist aus den verbleibenden finanziellen Mitteln vorab der Unterhalt des vollj\u00e4hrigen Kindes bis zum relevanten Bedarf (siehe unten) zu bestreiten (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/it\/php\/aza\/http\/index.php?lang=it&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_1035%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F31-01-2022-5A_1035-2020&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1035\/2020<\/a>, E. 3.3.7 vom 31.1.2022).<\/p>\n\n\n\n<p>Vgl. zur Thematik des Vollj\u00e4hrigenunterhalts umfassend Nyffeler, Der Vollj\u00e4hrigenunterhalt \u2013 Voraussetzungen, Bemessung und Durchsetzung, Z\u00fcrich 2023.<\/p>\n\n\n\n<p>2.5.2<strong>. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Rangfolge auf Schuldnerseite<\/mark><\/strong>: Einem Vollj\u00e4hrigen kann grunds\u00e4tzlich kein Naturalunterhalt mehr erbracht werden. Entsprechend ist der Vollj\u00e4hrigenunterhalt (Barunterhalt) zwischen den Eltern nach ihrer Leistungsf\u00e4higkeit aufzuteilen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza%3A%2F%2F09-06-2020-5A_1032-2019&amp;lang=de&amp;zoom=NO&amp;type=show_document&amp;\">Urteil 5A_1032\/2019<\/a>, E. 5.4.2 vom 9.6.2020)<\/p>\n\n\n\n<p>2.5.3 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Berechnung<\/mark><\/strong>: Auch f\u00fcr die Berechnung des Vollj\u00e4hrigenunterhalts ist die zweistufige Methode mit \u00dcberschussverteilung anwendbar (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 6). Die Verwendung des Grundbetrags von lediglich CHF 600.00 (gedacht f\u00fcr Kinder ab 10 Jahren) anstatt von CHF 850.00 (Erwachsene) (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F30-06-2020-5A_242-2020&amp;rank=2&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-04-2022-5A_382-2021&amp;number_of_ranks=16331\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_382\/2021<\/a>, E. 8.2 vom 20.4.2022) erscheint mit Blick auf die bescheidene H\u00f6he der Grundbetr\u00e4ge sowie den (gegen\u00fcber fr\u00fcher) Wegfall des \u00dcberschussanteils (dazu sogleich) als zu tief. Als \u201cdefault\u201d-Wert werden daher vorliegend CHF 850.00 eingesetzt. Auch im Rahmen des Vollj\u00e4hrigenunterhalts ist den unterhaltpflichtigen Eltern das familienrechtliche Existenzminimum zu belassen; der fr\u00fchere \u00ab20%-Zuschlag\u00bb entf\u00e4llt. Nachdem der Vollj\u00e4hrigenunterhalt gedeckt ist, wird der \u00dcberschuss auf die \u00fcbrigen berechtigten Familienmitglieder \u2013 mit Ausnahme des vollj\u00e4hrigen Kindes \u2013 aufgeteilt (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" rel=\"nofollow\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.3; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/it\/php\/aza\/http\/index.php?lang=it&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_1035%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F31-01-2022-5A_1035-2020&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1035\/2020<\/a>, E. 3.3.7 vom 31.1.2022). Zur Kritik an dieser Praxis siehe insbes. Aeschlimann\/B\u00e4hler\/Schweighauser\/Stoll, in: FamPra.ch 2\/2021, 251 ff, 280 f.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.6 Kompatibilit\u00e4t der Berechnungsbl\u00e4tter mit der neuen Rechtsprechung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die aktuellen Berechnungstabellen sind auf dem neuesten Stand und den gesetzlichen Vorgaben sowie \u2013 wo n\u00f6tig \u2013 insbesondere der bundesgerichtlichen Rechtsprechung angepasst. <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Es ist Sache der Anwenderinnen und Anwender,<\/mark><\/strong> im Einzelfall jeweils sorgf\u00e4ltig<strong> <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">nachzupr\u00fcfen<\/mark><\/strong>, ob das Resultat der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht, da mit den Tabellen nicht alle denkbaren F\u00e4lle abgebildet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3 Kommentar zu weiteren ausgew\u00e4hlten Themen der Unterhaltsberechnung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Reihenfolge der Themen im vorliegenden Kommentar folgt grunds\u00e4tzlich der Struktur der Tabellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausf\u00fchrungen beziehen sich nur auf einzelne Themen und sind bewusst knapp gehalten. F\u00fcr weitere Erl\u00e4uterungen wird auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen. Siehe insbesondere Hausheer\/Spycher (Hrsg.),&nbsp;Handbuch des Unterhaltsrechts, 3. Aufl., Bern 2023; nachfolgend zit. Autor\/in (bezogen auf jeweiliges Kapitel), Handbuch, Kap. Nr., Rz. x.y. und Fankhauser Roland (Hrsg.), FamKomm Scheidung, 4.&nbsp;Aufl., Bern 2022.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur \u00ab<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Methode des betreibungsrechtlichen Existenzminimums<\/mark><\/strong>\u00bb bzw. des familienrechtlichen Grundbedarfs als konkrete&nbsp;Unterhaltsberechnung durch Gegen\u00fcberstellung von Gesamtbedarf und Gesamteinkommen mit anschliessender \u00dcberschussteilung siehe grunds\u00e4tzlich Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 2, Rz. 28 ff; zur \u00dcberschussteilung <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;number_of_ranks=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>, E. 4; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/140-III-485:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 140 III 485<\/a>, E. 3; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/126-III-8:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 126 III 8<\/a>, E. 3a; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=10&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F02-09-2013-2C_116-2013&amp;rank=91&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-11-2023-5A_936-2022&amp;number_of_ranks=253\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_936\/2022<\/a>, E. 4.3 vom 8.11.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/29-05-2019-5A_390-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_390\/2018<\/a>, E. 3.3 vom 29.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/27-09-2017-5A_181-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_181\/2017<\/a>, E.&nbsp;3.4 vom 27.9.2017; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/09-06-2011-5A_122-2011\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_122\/2011<\/a>, E. 5 vom 9.6.2011).<\/p>\n\n\n\n<p>Die gleichzeitige Berechnung der Anspr\u00fcche von Unterhaltsgl\u00e4ubigern mit unterschiedlichem Rang (Art. 276a ZGB) ist unproblematisch, solange nur (bei ungen\u00fcgenden Mitteln) die korrekte Rangfolge bei der allf\u00e4lligen K\u00fcrzung beachtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wertungsfragen<\/mark><\/strong>: Die Tabellen sind ein Hilfsmittel zur Vereinfachung der Unterhaltsberechnung. Ihre korrekte Anwendung setzt nebst der technisch richtigen Bedienung voraus, dass die Anwenderin\/der Anwender die rechtlichen Grundlagen vertieft kennt. Die einzusetzenden Zahlen beruhen meist auf Wertungen, welche durch die Anwenderinnen\/Anwender vorg\u00e4ngig zum Einsetzen vorzunehmen sind. Die Tabellen erleichtern gewisse Vorg\u00e4nge dadurch, dass sie Vorgaben bzw. \u00abVoreinstellungen\u00bb enthalten, welche bei Anklicken einer Schaltfl\u00e4che oder bei Eingabe von \u00abj\u00bb (bzw. \u00abo\u00bb f\u00fcr \u00aboui\u00bb) oder \u00abn\u00bb \u00fcbernommen werden. Die Entscheidung dar\u00fcber, <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">ob<\/mark><\/strong> die Vorgaben zutreffen oder nicht, obliegt aber jederzeit dem Anwender\/der Anwenderin. Im Kommentar wird mit dem Begriff \u00ab<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wertungsfrage<\/mark><\/strong>\u00bb oder \u00ab<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wertung<\/mark><\/strong>\u00bb an verschiedenen Stellen nochmals ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen. Die Herausgeber der Tabellen \u00fcbernehmen entsprechend <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">keine Verantwortung<\/mark> <\/strong>f\u00fcr die mittels der Tabellen von den Anwendern\/Anwenderinnen ermittelten Resultate.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.1 Allgemeine Angaben (Hauptblatt)<\/h3>\n\n\n\n<p>3.1.1 Das korrekte <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Einf\u00fcgen der allgemeinen Angaben<\/mark><\/strong> ist f\u00fcr das richtige Funktionieren der Berechnungen unabdingbar. Vor dem Start der Rechnung ist sicherzustellen, dass die Bearbeitung und Makros sowie die iterative Berechnung \u00abaktiviert\u00bb wurden. Siehe dazu die <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/bedienungsanleitung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bedienungsanleitung<\/a>, Abschnitt 4.2.<\/p>\n\n\n\n<p>3.1.2 Die Tabellen sind <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">in deutscher und franz\u00f6sischer Sprache<\/mark><\/strong> verf\u00fcgbar, d.h. die Sprache kann auf der jeweils verwendeten Tabelle eingestellt werden (anzugeben in Tabelle 11 und 15 im Hauptblatt, unter \u00abSprache\/langue (d\/f)\u00bb, ganz oben Mitte; Tabelle 16: auf dem Blatt Unterhalt; Tabelle 17: auf dem einzigen Blatt).<\/p>\n\n\n\n<p>3.1.3 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Angabe des Zivilstandes<\/mark><\/strong> (unter Hauptblatt, \u00abverheiratet\/geschieden\u00bb (j\/n), ganz oben Mitte): Sie bestimmt die Vorgaben\/Voreinstellungen, welche in der Berechnung gemacht werden (konkret: Wegfall des Kopfanteils des hauptbetreuenden Elternteils (n2) bei der \u00dcberschussverteilung und Verschieben eines allf\u00e4lligen \u00dcberschusses in den Betreuungsunterhalt; beides, wenn \u00abnein\u00bb). In begr\u00fcndeten F\u00e4llen k\u00f6nnen bzw. sollen die Vorgaben aber anders gehandhabt werden (siehe oben, Ziff. 3, Thema \u00abWertungsfragen\u00bb). Insbesondere muss u.U. der Kopfanteil f\u00fcr Kinder anders als \u00fcblich festgelegt werden, wenn sich bspw. ergibt, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>3.1.4 Im Jahr der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts ist <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">die Angabe des Trennungsdatums<\/mark><\/strong> (unter Hauptblatt, \u00abTrennungsdatum\u00bb, ganz oben rechts) aus steuerlichen Gr\u00fcnden wichtig (dazu B\u00e4hler, Handbuch, Kap. 12, Rz. 30, 36 ff).<\/p>\n\n\n\n<p>3.1.5 Es k\u00f6nnen neben den Eltern <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>bis zu vier Kinder<\/strong> <\/mark>in Tabelle 11 (<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">bis zu drei<\/mark><\/strong> in Tabelle 15) eingesetzt werden. Es wird unbedingt empfohlen, die Bezeichnungen \u00abName 1\u00bb oder \u00ab1. Kind\u00bb usw. durch die Vornamen der Kinder zu ersetzen. Das Einsetzen weiterer Spalten bei Vorhandensein von mehr als vier bzw. drei Kindern ist zu vermeiden, da ansonsten die Steuerberechnung nicht mehr funktioniert. Ggf. k\u00f6nnen die Angaben f\u00fcr zwei Kinder in eine Spalte eingef\u00fcgt und in der Folge wieder \u201cherausdestilliert\u201d werden, was allerdings manuelle Korrekturen bei den Steuerangaben erfordert. <\/p>\n\n\n\n<p>3.1.6 Die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Angabe des Jahrgangs<\/mark><\/strong> ist insbesondere f\u00fcr die Kinder zwingend. (F\u00fcr Erwachsene ist die Angabe dort zwingend, wo Vorsorgeunterhalt zu berechnen ist; betrifft nur den wirtschaftlich schw\u00e4cheren Elternteil). Vollj\u00e4hrige Kinder k\u00f6nnen bei der Tabelle 11 ebenfalls in die Berechnung aufgenommen werden. Die Steuerangaben m\u00fcssen aber besonders sorgf\u00e4ltig \u00fcberpr\u00fcft werden. Alternativ bzw. bei der Tabelle 15 sind sie nicht in die Berechnung aufzunehmen. Ihr Unterhalt ist separat festzusetzen und als \u00abUnterhaltsbeitrag an Dritte\u00bb einzusetzen. In diesen F\u00e4llen ist allenfalls zus\u00e4tzlich beim Einkommen noch die Zeile \u00abFamilienzulagen vollj\u00e4hrige und andere Kinder\u00bb auszuf\u00fcllen<\/p>\n\n\n\n<p>3.1.7 Die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Angabe des Wohnsitzkantons<\/mark><\/strong> ist vorab f\u00fcr die Steuerberechnung (sowie f\u00fcr Familienzulagen und Kommunikationspauschale) relevant. Diese ist aktuell verf\u00fcgbar f\u00fcr die Direkte Bundessteuer sowie die Kantons- und Gemeindesteuern von neun Kantonen (BE, ZH, LU, FR, SO, BS, BL, SG, AG), Stand per 2025. Vgl. <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/kommentar-unterhalts-und-steuerberechnungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kommentar Steuerberechnungen<\/a>, Abschnitt 3 a.E. Erfahrene AnwenderInnen k\u00f6nnen f\u00fcr die genannten Kantone n\u00f6tige Anpassungen in den Bl\u00e4ttern \u201eGrundlagen\u201c und \u201eTarife\u201c selber vornehmen. F\u00fcr andere Kantone ist die Berechnung gem\u00e4ss gem\u00e4ss der separaten <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/anleitung-andere_kantone.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anleitung<\/a> bzw. den Erl\u00e4uterungen von Daniel B\u00e4hler im Aufsatz \u00abUnterhaltsberechnungen \u2013 Von der Methode zu den Franken\u00bb; in: FamPra.ch 2015, 271 ff, 319 ff vorzunehmen. F\u00fcr den Kanton AR ist die \u00dcbernahme gewisser Faktoren (namentlich Steuerabz\u00fcge) m\u00f6glich. Die Steuerberechnung ist auf Null gestellt, die Anwenderin hat die \u201eBehelfsmethode\u201c gem\u00e4ss vorerw\u00e4hntem Aufsatz zu verwenden. <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Falsch<\/mark><\/strong> w\u00e4re hingegen f\u00fcr diese anderen Kantone die Angabe der Kantonsabk\u00fcrzung, da die Berechnung diesfalls automatisch auf den im Alphabet n\u00e4chstliegenden Kanton, dessen Steuerberechnung von den Tabellen gest\u00fctzt wird, \u00abzur\u00fcckgreifen\u00bb w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>3.1.8 Bejaht man \u00ab<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wohngemeinschaft<\/mark><\/strong>\u00bb, wird automatisch die Frage nach dem angemessenen Grundbetrag aufgeworfen <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">(Wertungsfrage)<\/mark><\/strong>. Weiter wird ein reduzierter Betrag f\u00fcr Kommunikation und Versicherung eingesetzt. Gegebenenfalls ist eine Korrektur erforderlich (insbes. Scheidungssituation).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Angaben zum Einkommen bei voller Erwerbst\u00e4tigkeit und zum Besch\u00e4ftigungsgrad sind optional. Sie k\u00f6nnen die Berechnung f\u00fcr sp\u00e4tere Jahre bei Ausdehnung der Erwerbst\u00e4tigkeit berechnet in Prozenten erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Betr. Familienzulagen siehe Ziff. 3.2.10 unten. <\/p>\n\n\n\n<p>3.1.9 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Sparquote<\/mark><\/strong>: Sie kann hier eingesetzt werden, sofern sie auch nach der Trennung weiterbesteht. Unter Hauptblatt, \u00abSparquote (Betrag)\u00bb, links oben in den allg. Angaben wird die gesamte Sparquote angegeben. Das System teilt diese (gem\u00e4ss Grundeinstellung vorgegeben) entsprechend dem Verh\u00e4ltnis der Nettoeinkommen der Parteien (ersichtlich in Prozentangaben, gleich darunter) auf die Parteien auf; manuell k\u00f6nnen Anpassungen vorgenommen werden <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">(<strong>Wertungsfrage<\/strong>)<\/mark>. Mit \u00fcberzeugender Begr\u00fcndung bef\u00fcrwortend hinsichtlich der proportionalen Zuweisung der Sparquote an beide Ehegatten bzw. Eltern FamKomm\/Schweighauser, N 26 zu Art. 285 ZGB. Vgl. zu m\u00f6glichen Bestandteilen einer Sparquote <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_60%2F2022&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F05-12-2022-5A_60-2022&amp;number_of_ranks=797\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_60\/2022<\/a>, E. 4.3.2 vom.5.12.2022 und Althaus\/Mettler, in: FamPra.ch 2023, 873 ff, 881 ff.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.2 Verf\u00fcgbare Mittel\/Einkommen<\/h3>\n\n\n\n<p>3.2.1 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Regelfall<\/mark><\/strong>: Monatliches Nettoeinkommen (d.h. Bruttoeinkommen nach Abzug AHV\/IV\/EO\/ALV, Beitr\u00e4ge Arbeitnehmer an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, Beitr\u00e4ge Arbeitnehmer f\u00fcr obligatorische Unfallversicherung, ggf. f\u00fcr Krankentaggeldversicherung). Andere Abz\u00fcge (z.B. f\u00fcr Krankenkassenpr\u00e4mien oder beim Arbeitgeber bezogene Mahlzeiten) sind (auch mit Blick auf die steuerliche Situation) aufzurechnen, ggf. dann aber im Bedarf wieder zu ber\u00fccksichtigen. Im Lohnausweis erscheinende Zusatzleistungen des Arbeitgebers sind einzurechnen, ggf. aber ebenfalls wiederum bei den Auslagen zu ber\u00fccksichtigen. Vgl. zur Einkommensberechnung mit Quellenbesteuerung: <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F31-08-2023-5A_118-2023&amp;lang=de&amp;zoom=YES&amp;type=show_document&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_118\/2023<\/a>, E. 4.2 vom 31.8.2023.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.2 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Zulagen<\/mark><\/strong>, welche einem auf Dauer nicht zumutbaren Sondereinsatz entstammen, sind f\u00fcr die Berechnung von Unterhaltsbeitr\u00e4gen nach der Scheidung nicht zu ber\u00fccksichtigen (so <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/03-03-2015-5A_816-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_816\/2014<\/a>, E.&nbsp;2.3, 2.4 vom 3.3.2015; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/09-04-2009-5D_40-2009\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5D_40\/2009<\/a>, E. 4.2 vom 9.4.2009; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;query_words=5P.169%2F2001&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F28-06-2001-5P-169-2001&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.169\/2001<\/a>, E. 2c vom 28.6.2001). Bei der Bestimmung der Zumutbarkeit einer Leistung ist ein Vergleich mit dem vom anderen Ehegatten verlangten Einsatz vorzunehmen (vgl. Spycher\/Hausheer, Handbuch, Kap. 1, Rz. 116, 2.&nbsp;Absatz, Rz. 01.35; <a href=\"https:\/\/www.zsg-entscheide.apps.be.ch\/tribunapublikation\/?dec=345dffc30a6e48ff945a6a76ef181f83&amp;index=OG&amp;locale=de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Entscheid OGer BE ZK 2019 158<\/a>, E. 5.2.3 vom 31.5.2019). Anderes gilt selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr die \u00fcblichen Zulagen (f\u00fcr Schicht-, Nachtarbeit u.\u00e4.).<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.3 Bei <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">unregelm\u00e4ssigem Einkommen<\/mark><\/strong> ist vom Einkommen einer repr\u00e4sentativen Periode (i.d.R. mindestens 6 Monate) auszugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.4 Bei <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Arbeitslosigkeit<\/mark><\/strong> ist das ALV-Taggeld netto x 21.7 (durchschnittliche Anzahl Arbeitstage pro Monat) zu rechnen. <\/p>\n\n\n\n<p>3.2.5 Ein <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">13. Monatslohn<\/mark><\/strong> ist ungeachtet der Auszahlungsweise pro rata zum Monatseinkommen hinzuzurechnen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/27-08-2010-5A_454-2010\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_454\/2010<\/a>, E. 3.2 vom 27.8.2010; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/07-06-2004-5C-99-2004\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5C.99\/2004<\/a>, E. 3 vom 7.6.2004; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;query_words=5P.172%2F2002&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F06-06-2002-5P-172-2002&amp;number_of_ranks=7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.172\/2002<\/a>, E. 2.2 vom 6.6.2002), wobei zu ber\u00fccksichtigen ist, dass Pensionskassenbeitr\u00e4ge in der Regel nur von den regul\u00e4ren Monatsl\u00f6hnen abgezogen werden. Die automatische Berechnung von 1\/12 eines Monatslohns ist deshalb ggf. zu korrigieren.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.6 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Boni und \u00e4hnliche Pr\u00e4mien<\/mark><\/strong>: Soweit es sich um regelm\u00e4ssig ausgerichtete Boni bzw. Pr\u00e4mien handelt, besteht aus arbeitsrechtlicher Sicht ein Rechtsanspruch darauf (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_375%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F01-10-2020-5A_375-2020&amp;number_of_ranks=4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_375\/2020<\/a>, E. 3.2.1 vom 1.10.2020; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/09-04-2020-5A_627-2019&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_627\/2019<\/a>, E. 4.2 vom 9.4.2020). Zur Unterscheidung zwischen (freiwillig bleibender; im Vergleich zum ordentlichen Lohn zweitrangiger) Gratifikation und Lohnbestandteil vgl. <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/142-III-381:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 142 III 381<\/a>, E. 2.1, 2.2; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/25-07-2018-4A_215-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 4A_215\/2018<\/a>, E. 3.1.2 vom 25.7.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/23-06-2017-4A_216-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 4A_216\/2017<\/a>, E. 3.1 vom 23.6.2017. Die arbeitsrechtliche Qualifikation ist f\u00fcr die familienrechtliche Sichtweise (Leistungsf\u00e4higkeit) zwar grunds\u00e4tzlich zu beachten. Dies bedeutet indessen nicht, dass der Arbeitnehmer gleichsam aus familienrechtlichen \u00dcberlegungen dazu gezwungen werden kann oder soll, eine arbeitsrechtliche Streitigkeit zu f\u00fchren. Betreffend H\u00f6he ist auf den Durchschnitt vergangener Perioden abzustellen, es sei denn, es ergebe sich eine klar steigende oder klar sinkende Tendenz. Ob der Einbezug in die Unterhaltsbeitr\u00e4ge analog zum 13. Monatslohn erfolgt oder ob ein separater \u00dcberweisungsmodus gew\u00e4hlt wird, h\u00e4ngt insbesondere von der H\u00f6he des Bonus im Vergleich zum Grundeinkommen ab (Stichwort Liquidit\u00e4t des Schuldners). Bei separater \u00dcberweisung ist der entsprechende Informationsfluss sicherzustellen. Aus steuerlichen Gr\u00fcnden empfiehlt sich auch bei separater Ausrichtung ein Einrechnen entsprechend dem Resultat der vorgesehenen Teilung auf Seiten des Leistenden und des Empf\u00e4ngers. Damit es nicht zu einer Verdopplung von Faktoren kommt, ist dieser Bestandteil alsdann beim Einkommen in einer noch leeren Zeile (zu verwenden ist eine der bestehenden leeren Zeilen vor dem Total) wieder herauszurechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.7 Ermittlung des Einkommens bei <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">selbst\u00e4ndiger Erwerbst\u00e4tigkeit<\/mark><\/strong>: vgl.&nbsp;Ziff.&nbsp;3.3.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.8 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Einf\u00fcgen unter Zusatzeinkommen<\/mark><\/strong> (oder in weiteren Zeilen): Einf\u00fcgen von anderem Einkommen (d.h. ausserhalb des ordentlichen Lohnes) beim gleichen Arbeitgeber, z.B. Naturaleinkommen, Gratifikationen, Provisionen, Trinkgelder, freiwillige Familienzulagen eines Arbeitgebers.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.9 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Nebenerwerbseinkommen<\/mark><\/strong>: Hier ist einzusetzen, was gem\u00e4ss steuerrechtlicher Qualifikation Nebenerwerbseinkommen darstellt (relevant f\u00fcr zul\u00e4ssige Abz\u00fcge). Im Vergleich zum Zusatzeinkommen bestehen Abweichungen bei der Berechnung der Berufskosten.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.10 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Familienzulagen nach FamZG<\/mark><\/strong> sind als Einkommen des Kindes einzusetzen (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-05-2019-5A_743-2017&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.2.3 vom 22.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/21-01-2019-5A_632-2018&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_632\/2018<\/a>, E. 5 vom 21.1.2019). Andere Zulagen \u00abf\u00fcr Kinder\u00bb, welche vom Arbeitgeber freiwillig ausgerichtet werden, sind n\u00e4her darauf zu pr\u00fcfen, ob sie dem Kind oder dem beziehenden Elternteil anzurechnen sind (Bsp. Betreuungszulage Kt. Bern ist als Zusatzeinkommen, siehe oben Ziff. 3.2.8, dem Elternteil anzurechnen, der die Kinder betreut). Wird das Einkommen eines Elternteils anhand seines Lohnausweises ermittelt, m\u00fcssen die von ihm bezogenen, bei den Kindern einzusetzenden Familienzulagen aus seinem Einkommen \u201ehinausgerechnet\u201c werden. Die Berechtigung zum Bezug der Familienzulagen richtet sich nach <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2008\/51\/de#art_7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Art. 7 FamZG<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.11 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Verm\u00f6gensertr\u00e4ge <\/mark><\/strong>sind grunds\u00e4tzlich als Einkommen anzurechnen (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.1), soweit sie erzielt werden. In Bezug auf Kapitalanlagen wird auf Durchschnittswerte abgestellt, wobei allerdings fr\u00fcher als angemessen akzeptierte 1,5%, 2% oder 2,5% angesichts des heutigen Zinsumfeldes \u00fcberh\u00f6ht erscheinen, und dies auch unter Ber\u00fccksichtigung des Umstandes, dass eine l\u00e4ngerfristige Perspektive ausschlaggebend ist (betr. 2,5% vgl. <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/19-11-2010-5A_310-2010\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_310\/2010<\/a>, E.&nbsp;5.5.3 vom 19.11.2010). Bei selbstgenutztem Wohneigentum wird i.d.R. kein (fiktiver) Ertrag angerechnet. Demzufolge m\u00fcsste, wenn das Leben in einer Eigentumswohnung Bestandteil des massgeblichen Unterhaltsniveaus darstellte, auch dem Unterhaltsgl\u00e4ubiger die M\u00f6glichkeit zugestanden werden, Kapital, welches er aus G\u00fcterrecht im Rahmen der Scheidung erh\u00e4lt, \u00abertragslos\u00bb in Wohneigentum zu investieren (was ausgabenseitig angesichts der aktuellen Zinssituation vermutlich zu tieferen Wohnkosten f\u00fchrt).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer selbstgenutzten Liegenschaft mit vermieteter Wohnung ist der Nettoertrag aus der Vermietung einzusetzen. Dieser ergibt sich aus dem Mietertrag abz\u00fcglich des auf die vermietete Wohnung entfallenden Kostenanteils an den Gesamtkosten, der auszuscheiden ist. Die verbleibenden Kosten sind als Wohnkosten beim Bedarf einzusetzen. <\/p>\n\n\n\n<p>3.2.12 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Weitere Einkommensbestandteile<\/mark><\/strong>, z.B. Renten, Taggelder o.\u00e4. k\u00f6nnen in den bestehenden Zellen eingef\u00fcgt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.13 Pro memoria: <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Anrechnung von hypothetischem Einkommen<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beim nicht oder nur beschr\u00e4nkt erwerbst\u00e4tigen Ehegatten: Wenn ihm die Erzielung eines zus\u00e4tzlichen Einkommens aufgrund seiner pers\u00f6nlichen Situation (insbes. Betreuungspflichten, Ausbildung, Dauer eines Erwerbsunterbruchs, Gesundheit usw.) sowie der Situation auf dem Arbeitsmarkt zumutbar ist (Spycher\/Hausheer, Handbuch, Kap. 1, Rz. 76 ff und insb. Hausheer\/Sieber, Kap. 5, Rz. 93 ff; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/143-III-233:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 143 III 233<\/a>, E. 3.2; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/137-III-118:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 137 III 118<\/a>, E. 2.3; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F06-04-2023-5A_509-2022&amp;lang=fr&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_509\/2022<\/a>, E. 5 vom 6.4.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/02-02-2023-5A_613-2022&amp;print=yes\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_613\/2022<\/a>, E. 4.1 vom 2.2.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F18-01-2023-5A_489-2022&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_489\/2022<\/a>, E. 5 vom 18.1.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F09-03-2022-5A_117-2021&amp;rank=6&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F17-01-2023-5A_316-2022&amp;number_of_ranks=17771\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_316\/2022<\/a>, E. 7.3 vom 17.1.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/20-12-2022-5A_396-2022&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_396\/2022<\/a>, E. 5.3 vom 20.12.2022; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=date_desc&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=Scheidung&amp;rank=4&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-07-2022-5A_850-2020&amp;number_of_ranks=2730\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_850\/2020<\/a>, E. 4.3 vom 4.7.2022; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F03-03-2021-5A_561-2020&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_561\/2020<\/a>, E. 5 vom 3.3.2021; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/15-01-2019-5A_340-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_340\/2018<\/a>, E. 4 vom 15.1.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/27-09-2017-5A_181-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_181\/2017<\/a>, E. 4.1 vom 27.9.2017; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/28-06-2017-5A_120-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_120\/2017<\/a>, E. 5.1 vom 28.6.2017; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/30-05-2017-5A_187-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_187\/2016<\/a>, E.&nbsp;2.2.4 vom 30.5.2017). In <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/127-III-136:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;127&nbsp;III&nbsp;136<\/a>, E. 2 hat das Bundesgericht von der Ehefrau einen (wohl allzu) raschen Einstieg in eine volle Erwerbst\u00e4tigkeit verlangt; vgl. als Kontrapunkt dazu das <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/11-07-2002-5C-100-2002\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5C.100\/2002<\/a>, E. 3 vom 11.7.2002; vgl. dazu auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/10-12-2013-5A_474-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_474\/2013<\/a>, E.&nbsp;4.3 vom 10.12.2013; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/07-09-2011-5A_340-2011\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_340\/2011<\/a>, E. 5 vom 7.9.2011. Im Zusammenhang mit der Ausn\u00fctzung der Erwerbskraft der unterhaltspflichtigen Partei im Verh\u00e4ltnis zu minderj\u00e4hrigen Kindern entschied das Bundesgericht auch, dass dem Unterhaltspflichtigen ein hypothetisches Einkommen trotz Erreichung des AHV-Alters anzurechnen ist, da bei der Erwerbskraft des Unterhaltspflichtigen im Verh\u00e4ltnis zu minderj\u00e4hrigen Kindern besonders hohe Anforderungen zu stellen sind \u2013 dies insbesondere bei engen finanziellen Verh\u00e4ltnissen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.4; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F31-01-2023-5A_745-2022&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_745\/2022<\/a>, E. 3 vom 31.1.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F18-03-2021-5A_549-2019&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_549\/2019<\/a>, E. 3.4 vom 18.3.2021; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/12-03-2020-5A_403-2019&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_403\/2019<\/a>, E. 4.1 vom 12.3.2020; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-02-2017-5A_806-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_806\/2016<\/a>, E. 4 vom 22.2.2017). Vgl. zur Zumutbarkeit der Aufnahme bzw. Wiederaufnahme sowie Ausdehnung der Erwerbsf\u00e4higkeit im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.7.6; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E. 5.3.2 vom 22.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-11-2018-5A_931-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_931\/2017<\/a>, E. 3.2.2 vom 1.11.2018 sowie Ausf\u00fchrungen unter Ziff. 2.2 zum Betreuungsunterhalt, Schulstufenmodell. Vgl. zur Thematik des hypothetischen Einkommens zur Bestreitung des Kindesunterhalts bei Wegzug der unterhaltspflichtigen Person ins Ausland: <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F01-12-2023-5A_306-2023&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;refresh=1&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_306\/2023<\/a> vom 1.12.2023.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zur Konstellation, in welcher der erwerbst\u00e4tige Ehegatte, der sein Erwerbseinkommen (und allenfalls auch sein Arbeitspensum) ohne \u00e4usseren Anlass in der Absicht reduziert hat, den Unterhaltsanspruch der anderen Familienmitglieder zu schm\u00e4lern, sofern die Erzielung eines h\u00f6heren Einkommens m\u00f6glich und zumutbar ist (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/128-III-4:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;128&nbsp;III&nbsp;4<\/a>, E. 4). Unter bestimmten Voraussetzungen \u2013 Sch\u00e4digungsabsicht \u2013 kann die Anrechnung auch erfolgen, wenn die Einkommensreduktion nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann (<a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-233%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 143 III 233<\/a> E.&nbsp;3.4, wiederum etwas eingeschr\u00e4nkt im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/12-03-2020-5A_403-2019&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_403\/2019<\/a>, E. 4.1 vom 12.3.2020, n\u00e4mlich explizit auf B\u00f6swilligkeit und auf rechtsmissbr\u00e4uchliches Handeln). Begn\u00fcgt sich der Unterhaltspflichtige selbst bei einem unfreiwilligen Stellenwechsel wissentlich mit einer nicht gen\u00fcgend eintr\u00e4glichen Erwerbst\u00e4tigkeit, hat er sich anrechnen zu lassen, was er unter den gegebenen Umst\u00e4nden zu erwirtschaften verm\u00f6chte (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/14-09-2018-5A_571-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_571\/2018<\/a>, E. 5.1 vom 14.9.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/24-08-2017-5A_90-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_90\/2017<\/a>, E. 6.2 vom 24.8.2017; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-06-2016-5A_224-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_224\/2016<\/a>, E. 3.3 vom 13.6.2016; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-06-2016-5A_59-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_59\/2016<\/a>, E. 3.2 vom 1.6.2016; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/21-01-2013-5A_692-2012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_692\/2012<\/a>, E. 4.3 vom 21.1.2013). Ein hypothetisches Einkommen kann dem Unterhaltspflichtigen sogar bei unverschuldeter Einkommensverminderung angerechnet werden, da er alles in seiner Macht stehende unternehmen und seine wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit voll aussch\u00f6pfen muss, um das erforderliche Erwerbseinkommen zu erzielen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/12-03-2020-5A_403-2019&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_403\/2019<\/a>, E. 4.1 vom 12.3.2020; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/28-06-2019-5A_1008-2018&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1008\/2018<\/a>, E. 5.2.2 vom 28.6.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/15-01-2019-5A_340-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_340\/2018<\/a>, E. 4 vom 15.1.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-06-2018-5D_183-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5D_183\/2017<\/a>, E. 4.1 vom 13.6.2018).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hypothetischer Verm\u00f6gensertrag darf (beidseitig; vgl. <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/24-12-2013-5A_210-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_210\/2013<\/a>, E. 4.3 vom 24.12.2013 m.w.H.; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/03-05-2019-5A_1046-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1046\/2018<\/a>, E. 5.3 vom 3.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/23-08-2018-5A_1005-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1005\/2017<\/a>, E. 3.1.2 vom 23.8.2018) angerechnet werden, wenn auf Verm\u00f6gen verzichtet wurde und der Verzicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/117-II-16:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 117 II 16<\/a>, E. 1b; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-09-2016-5A_170-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_170\/2016<\/a>, E. 4.3.5 vom 1.9.2016; vgl. dazu auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/29-06-2015-5A_34-2015\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_34\/2015<\/a>, E. 7 vom 29.6.2015 mit Blick auf die Anrechnung des hypothetischen Einkommens; offen gelassen, ob die Praxis bei irreversibler Ent\u00e4usserung in bewusster Sch\u00e4digungsabsicht anzupassen sei, in <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/11-05-2009-5A_194-2009\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_194\/2009<\/a>, E. 2.4 vom 11.5.2009), jedoch u.E. Anwendbarkeit von <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-233%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 143 III 233<\/a>, E. 3.4 auch in dieser Konstellation (nicht nur f\u00fcr Erwerbseinkommen).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein hypothetischer Verm\u00f6gensertrag ist grunds\u00e4tzlich dann anzurechnen, wenn das Verm\u00f6gen ohne oder nur mit einem geringen Ertrag angelegt wurde (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/23-08-2018-5A_1005-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1005\/2017<\/a>, E. 2.3.8 vom 23.8.2018; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-06-2015-5A_671-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_671\/2014<\/a>, E. 4.2 vom 5.6.2015; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/28-05-2008-5A_14-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_14\/2008<\/a>, E. 5 vom 28.5.2008; Spycher\/Hausheer, Handbuch, Kap. 1, Rz. 61).<\/p>\n\n\n\n<p>Auf selbstgenutztem Wohneigentum wird kein fiktiver Ertrag bzw. keine fiktive Eigenkapitalverzinsung angerechnet; vgl. dazu auch Ziff. 3.2.11.<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.14 <strong>Verm\u00f6gensverzehr<\/strong><em>:<\/em> Die Substanz des Verm\u00f6gens kann ausnahmsweise angezehrt werden, soweit die anderen Mittel zur Deckung aller Unterhaltsanspr\u00fcche nicht ausreichen. Ob die Anzehrung des Verm\u00f6gens zul\u00e4ssig ist, ist einzelfallweise zu entscheiden. Dabei ist die Bedeutung des \u201eanzugreifenden\u201c Verm\u00f6gens, seine Funktion und Zusammensetzung und das Ausmass (Dauer und Umfang des Verm\u00f6gensverzehrs) sowie das Verhalten, das zur Herabsetzung der Eigenversorgungskapazit\u00e4t gef\u00fchrt hat, massgebend (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-393%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 393<\/a>, E. 6.1.2). Gest\u00fctzt auf den Grundsatz der Gleichbehandlung der Ehegatten ist es unzul\u00e4ssig, das Verm\u00f6gen des einen Ehegatten zur Deckung der Unterhaltsanspr\u00fcche anzuzehren, wenn dies nicht auch vom anderen Ehegatten verlangt wird (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-393%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 393<\/a>, E. 6.1.2; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=40&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=atf%3A%2F%2F117-II-121&amp;rank=399&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-06-2023-5A_861-2022&amp;number_of_ranks=12934\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_861\/2022<\/a>, E. 4.2.2 vom 15.6.2023). Ein Verm\u00f6gensverzehr ist grunds\u00e4tzlich dann zumutbar, wenn die Ehegatten schon bisher ihre Lebenshaltung ganz oder teilweise aus ihrem Verm\u00f6gen finanziert haben (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-393%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 393<\/a>, E. 6.1.5). Mit Blick auf die Art des Verm\u00f6gens ist insbesondere die Liquidit\u00e4t des Verm\u00f6gens von Relevanz. Schwer liquidierbares Verm\u00f6gen \u2013 insbesondere dasjenige Verm\u00f6gen, welches in die Familienwohnung investiert wurde \u2013 kann grunds\u00e4tzlich nicht angezehrt werden (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-393%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 393<\/a>, E. 6.1.3). Eine prozentuale Anrechnung von f\u00fcr die Altersvorsorge gebildetem Verm\u00f6gen als Einkommen ist zul\u00e4ssig, wenn die Ehegatten das Rentenalter erreicht haben und die Aufrechterhaltung der geb\u00fchrenden Lebenshaltung des Berechtigten nicht anders m\u00f6glich ist (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/129-III-7:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;129&nbsp;III&nbsp;7<\/a>, E. 3; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-393%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 393<\/a>, E. 6.1.7; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/16-10-2017-5A_981-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_981\/2016<\/a>, E. 3.4 vom 16.10.2017; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-05-2015-5A_25-2015\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_25\/2015<\/a>, E. 3.4.2 vom 5.5.2015; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/10-07-2013-5A_279-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_279\/2013<\/a>, E. 2.1 vom 10.7.2013; vgl. auch die besondere Konstellation in <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/31-03-2010-5A_23-2010\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_23\/2010<\/a>, E. 6 vom 31.3.2010 f\u00fcr eine Unterhaltsrente nach aArt. 151 ZGB). Nicht zu ber\u00fccksichtigen ist das Verm\u00f6gen hingegen dann, wenn es durch Erbanfall erworben oder in die Familienwohnung investiert worden ist. Die Substanz des Verm\u00f6gens ist grunds\u00e4tzlich unangreifbar, wenn die Ertr\u00e4ge aus Arbeit und Verm\u00f6gen zur Deckung des Unterhalts ausreichend sind (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/16-10-2017-5A_981-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_981\/2016<\/a>, E. 3.4 vom 16.10.2017; vgl. auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-393%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 393<\/a>, E. 6.1.4). Eine verst\u00e4rkte Inanspruchnahme gilt mit Bezug auf den Unterhaltsanspruch w\u00e4hrend bestehender Ehe und insbesondere (unabh\u00e4ngig vom Zivilstand) f\u00fcr minderj\u00e4hrige Kinder (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/29-05-2002-5P-173-2002\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.173\/2002<\/a>, E. 5a vom 29.5.2002, <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/17-04-2012-5A_687-2011\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_687\/2011<\/a>, E. 5.2.1, 5.2.3.2 vom 17.4.2012). Der Umfang des Verm\u00f6gens hat einerseits Auswirkungen auf den zumutbaren Verm\u00f6gensverzehr, andererseits steht er auch im Zusammenhang mit der H\u00f6he des zu deckenden Unterhalts. So kann bei Vorliegen einer Mankosituation sogar dann auf die Ersparnisse zur\u00fcckgegriffen werden, wenn diese nicht besonders bedeutend sind (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-393%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 393<\/a>, E. 6.1.6).<\/p>\n\n\n\n<p>3.2.15 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Einkommen der Kinder<\/mark><\/strong>: Familienzulagen siehe oben, Ziff. 3.2.10, Waisenrenten, Zusatzrenten (zu deren Zweck \u2013 Erleichterung der Unterhaltspflicht des die Rente beziehenden Elternteils \u2013 siehe <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/134-V-15:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 134 V 15<\/a>, E. 2.3.3; vgl. dazu auch &nbsp;Spycher\/Hausheer, Handbuch, Kap. 1, Rz. 44); hingegen keine Anrechnung der Hilflosenentsch\u00e4digung der IV, da diese den Zweck hat, die ben\u00f6tigte Hilfe bei den allt\u00e4glichen Lebensverrichtungen zu finanzieren und damit nicht direkt dem Unterhalt des Betroffenen dient (<a href=\"https:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-297%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 149 III 297<\/a>, E. 3.3.1; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/139-III-401:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 139 III 401<\/a>, E. 3; <a href=\"https:\/\/www.gerichte-zh.ch\/fileadmin\/user_upload\/entscheide\/oeffentlich\/LE170046-O6.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Entscheid OGer ZH LE170046<\/a>, E.&nbsp;3 vom 23.11.2017, wonach weder eine Hilflosenentsch\u00e4digung noch ausbezahlte Erg\u00e4nzungsleistungen als Einkommen angerechnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Anrechnung von Lehrlingslohn unter Vorabzug eines (untechnisch gesprochen) \u00abBetrags zur freien Verf\u00fcgung\u00bb (vgl. dazu die Vorabzuteilung: Ziff. 3.5.2), letzterer h\u00e4ufig im Umfang von 1\/3: <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/28-12-2022-5A_476-2022&amp;lang=fr&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_476\/2022<\/a>, E. 4-5 vom 28.12.2022; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/25-01-2016-5A_664-2015\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_664\/2015<\/a>, E. 4 vom 25.1.2016; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-07-2004-5C-106-2004\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5C.106\/2004<\/a>, E.&nbsp;3.4 vom 5.7.2004. Vgl. zur Anrechnung des Erwerbseinkommens des Kindes an den Barunterhaltsbeitrag: <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-08-2019-5A_727-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_727\/2018<\/a>, E.&nbsp;5 vom 22.8.2019, wonach das Kind sein Einkommen nicht vollumf\u00e4nglich zur Deckung seines Barbedarfs verwenden muss. Vielmehr ist ein solches Einkommen gem\u00e4ss Art. 285 Abs. 1 ZGB zu ber\u00fccksichtigen, und zwar gem\u00e4ss Art. 276 Abs. 3 ZGB in dem Mass, als es dem Kind zugemutet werden kann. Die Zumutbarkeit bestimmt sich einerseits aufgrund eines Vergleichs der Leistungsf\u00e4higkeit von Eltern und Kind, andererseits nach der H\u00f6he ihrer Leistungen und schliesslich nach dem Bedarf des Kindes.). Eine individuelle Anpassung ist mit Blick auf die Gesamtsituation der Familie (Stichwort vergleichbare Lebenshaltung) erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Ber\u00fccksichtigung des Einkommens vollj\u00e4hriger Kinder vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/28-12-2022-5A_476-2022&amp;lang=fr&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_476\/2022<\/a> vom 28.12.2022, wonach das Kindeseinkommen nicht zwingend vollumf\u00e4nglich in die Unterhaltsberechnung einzubeziehen ist; sodann Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch, Kap. 6 Rz. 232 ff unter Hinweis auf die Dissertation von Nyffeler (Fn. 150). F\u00fcr Einzelheiten vgl. Spycher\/Hausheer, Handbuch, Kap. 1, Rz. 39 ff; Hausheer\/Sieber, Handbuch, Kap. 5, Rz. 75 ff.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>3.3 Insbesondere Selbst\u00e4ndigerwerbende<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.3.1 Allgemeines<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Selbst\u00e4ndigerwerbenden ist grunds\u00e4tzlich vom <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Reingewinn<\/mark> <\/strong>auszugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">zeitlicher<\/mark><\/strong> Hinsicht ist gem\u00e4ss Jahresabschl\u00fcssen auf eine <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">repr\u00e4sentative Periode<\/mark><\/strong> (i.d.R. 2-3 Jahre) abzustellen (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/143-III-617:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 143 III 617<\/a>, E. 5.1; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-06-2018-5A_834-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_834\/2016<\/a>, E. 5.1.5 vom 13.6.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-10-2017-5A_937-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_937\/2016<\/a>, E. 3.2.2 vom 5.10.2017; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/08-12-2014-5A_463-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_463\/2014<\/a>, E. 7 vom 8.12.2014, <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-10-2014-5A_564-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_564\/2014<\/a>, E. 3 vom 1.10.2014). Bei st\u00e4rkeren Schwankungen oder unklaren Grundlagen ist ggf. eine l\u00e4ngere Periode herbeizuziehen (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/26-02-2014-5A_396-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_396\/2013<\/a>, E. 3.2 vom 26.2.2014; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/09-05-2014-5A_973-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_973\/2013<\/a>, E. 5.2.3 vom 9.5.2014). \u00abAusreisser\u00bb-Jahre sind nicht zu ber\u00fccksichtigen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/143-III-617:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 143 III 617<\/a>, E. 5.1; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-06-2018-5A_834-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_834\/2016<\/a>, E. 5.1.5 vom 13.6.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-10-2017-5A_937-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_937\/2016<\/a>, E. 3.2.2 vom 5.10.2017; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/17-12-2008-5A_708-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_708\/2008<\/a>, E. 2.2 vom 17.12.2008; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/16-01-2009-5A_790-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_790\/2008<\/a>, E. 2.1 vom 16.1.2009; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/09-05-2014-5A_973-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_973\/2013<\/a>, E. 5.2.3 vom 9.5.2014); unzul\u00e4ssig ist es hingegen, entsprechende Jahre \u201epunktuell\u201c zu bereinigen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F13-06-2018-5A_834-2016&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_834\/2016<\/a>, E. 5.1.7 vom 13.6.2018). Bei st\u00e4ndig steigenden oder sinkenden Resultaten ist hingegen u.U. nur vom letzten Jahr auszugehen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/143-III-617:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 143 III 617<\/a>, E. 5.1; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-06-2018-5A_834-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_834\/2016<\/a>, E.&nbsp;5.1.5 vom 13.6.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-10-2017-5A_937-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_937\/2016<\/a>, E. 3.2.2 vom 5.10.2017; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/31-05-2012-5A_684-2011\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_684\/2011<\/a>, E. 2.2 vom 31.5.2012; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-01-2009-5D_167-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5D_167\/2008<\/a>, E. 2 vom 13.1.2009; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/20-12-2001-5P-342-2001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.342\/2001<\/a>, E. 3 vom 20.12.2001; allerdings ohne R\u00fcckwirkung bei steigenden Gewinnen, <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/31-05-2012-5A_684-2011\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_684\/2011<\/a>, E. 2.3 vom 31.5.2012) oder eine Prognose zu erstellen. Die Wirtschaftsfreiheit ist u.U. durch die Pflicht, den Unterhalt der Familie zu gew\u00e4hrleisten, eingeschr\u00e4nkt (Pflicht, eine Stelle anzunehmen anstatt einer selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit nachzugehen; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-10-2014-5A_564-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_564\/2014<\/a>, E. 5 vom 1.10.2014).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.3.2 Kritische Positionen<\/h3>\n\n\n\n<p>Kritisch zu \u00fcberpr\u00fcfen und allenfalls aufzurechnen sind die folgenden Positionen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/143-III-617:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 143 III 617<\/a>, E. 5.1; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-06-2018-5A_834-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_834\/2016<\/a>, E.&nbsp;5.1.5 vom 13.6.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/05-10-2017-5A_937-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_937\/2016<\/a>, E.&nbsp;3.2.2 vom 5.10.2017; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/17-09-2014-5A_544-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_544\/2014<\/a>, E. 4.1 vom 17.9.2014; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/17-04-2012-5A_687-2011\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_687\/2011<\/a>, E. 5 vom 17.4.2012; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/20-12-2001-5P-342-2001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.342\/2001<\/a>, E. 3a vom 20.12.2001; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-01-2009-5D_167-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5D_167\/2008<\/a>, E. 2 vom 13.1.2009):<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Abschreibungen<\/mark><\/strong>: Diese sind \u2013 auch wenn sie&nbsp;handels- und steuerrechtlich nicht zu beanstanden sein sollten \u2013 im Verh\u00e4ltnis unter Ehegatten dann nicht zu ber\u00fccksichtigen, wenn die Abschreibung der Ersparnisbildung dient und dem Pflichtigen angesichts der Einkommensverh\u00e4ltnisse der Betroffenen die Bildung eines Sparanteiles nicht (mehr) zugebilligt werden kann (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/21-03-2024-5A_565-2023&amp;lang=fr&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_565\/2023<\/a>, E. 3.4 und 3.5 vom 21.3.2024); siehe auch <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_735%2F2023&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-09-2024-5A_735-2023&amp;number_of_ranks=46\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_735\/2023<\/a>, E. 3.2.4 vom 4.9.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Delkredere, R\u00fcckstellungen<\/mark><\/strong>: vgl. oben.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">verdeckte Privatbez\u00fcge<\/mark><\/strong>: z.B. in den Aufwandkonti Repr\u00e4sentationsauslagen, Verwaltungskosten, Fahrzeugauslagen (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/19-03-2008-5A_543-2007\">Urteil 5A_543\/2007<\/a>, E. 5 vom 19.3.2008).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Auslagen<\/mark><\/strong>: Auch \u00abechte\u00bb betrieblich bedingte Kosten sind bei angespannten finanziellen Verh\u00e4ltnissen auf ein Minimum zu beschr\u00e4nken bzw. hinsichtlich des Niveaus anzupassen (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-01-2009-5D_167-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5D_167\/2008<\/a>, E. 5 vom 13.1.2009).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Positionen sind grunds\u00e4tzlich zum Einkommen hinzuzurechnen. Soweit sie Auslagen decken, welche andernfalls Teil des Bedarfs bilden w\u00fcrden, kann von einer Aufrechnung beim Einkommen der Einfachheit halber jedoch abgesehen werden; allerdings ist den Steuerfolgen Beachtung zu schenken. Die entsprechenden Posten sind diesfalls im Bedarf nicht mehr zu ber\u00fccksichtigen. In dieser Situation, aber auch ganz generell bei Selbst\u00e4ndigerwerbenden, ist darauf zu achten, dass keine doppelte Ber\u00fccksichtigung bestimmter Auslagen stattfindet (Beispiele: Kosten f\u00fcr Transport, Kleider, Kommunikation, Versicherungen).<\/p>\n\n\n\n<p>Stichwort <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Gesch\u00e4ftsliegenschaft mit privater Wohnung\/Privatliegenschaft mit Gesch\u00e4ftslokal<\/mark><\/strong>: Hier sind entsprechende Aufrechnungen (einkommensseitig oder bedarfsseitig) vorzunehmen: Die Privatwohnung in der Gesch\u00e4ftsliegenschaft wirkt sich auf den Ertrag aus, ist aber auslagenseitig bei der betreffenden Partei zu ber\u00fccksichtigen. Beim Gesch\u00e4ft in der Privatliegenschaft ist es umgekehrt (Aufrechnung Mietertrag).<\/p>\n\n\n\n<p>Stichwort&nbsp;<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Privatbez\u00fcge<\/mark><\/strong>:&nbsp;Sind<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Angaben zum Nettogewinn nicht glaubw\u00fcrdig (nicht vertrauensw\u00fcrdige Buchhaltung; Urteil <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_676%2F2019&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F12-03-2020-5A_676-2019&amp;number_of_ranks=1&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">5A_676\/2019<\/a>, E. 3.2 vom 12. M\u00e4rz 2020; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/01-10-2014-5A_564-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_564\/2014<\/a>, E. 3 vom 1.10.2014; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/24-11-2009-5A_589-2009\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_589\/2009<\/a>, E. 3.2 vom 24.11.2009; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-06-2019-5A_678-2018&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_678\/2018<\/a>, E. 4.2.4 vom 19.6.2019, wonach auf die get\u00e4tigten Privatbez\u00fcge abgestellt werden kann, wenn die Angaben zur H\u00f6he des Einkommens nicht glaubw\u00fcrdig oder die beigebrachten Belege nicht \u00fcberzeugend \u2013 weil etwa die Gewinn- und Verlustrechnung fehlen),<\/li>\n\n\n\n<li>oder die Belege nicht \u00fcberzeugend (bspw. Fehlen einer ordnungsgem\u00e4ssen Buchhaltung; &nbsp;<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/14-11-2012-5A_259-2012\">U<\/a><a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/14-11-2012-5A_259-2012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">r<\/a><a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/14-11-2012-5A_259-2012\">teil 5A_259\/2012<\/a>, E. 4 vom 14.11.2012; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/21-09-2018-5A_24-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_24\/2018<\/a>, E. 4.1 vom 21.9.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/10-08-2017-5A_455-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_455\/2017<\/a>, E. 3.1 vom 10.8.2017),<\/li>\n\n\n\n<li>oder w\u00fcrde die Beschaffung und Analyse der Unterlagen (in einem Summarverfahren) zu viel Zeit in Anspruch nehmen (Br\u00e4m, Z\u00fcrcher Kommentar, N 76 zu Art. 163 ZGB)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>kann <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">anstelle<\/mark> <\/strong>des Nettogewinns auf die get\u00e4tigten Privatbez\u00fcge abgestellt werden (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/21-09-2018-5A_24-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_24\/2018<\/a>, E. 4.1 in fine vom 21.9.2018: keine Kumulation). Es ist darauf zu achten, dass die Methoden nicht vermischt werden (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/14-11-2012-5A_259-2012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_259\/2012<\/a>, E. 4 vom 14.11.2012; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/26-02-2014-5A_396-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_396\/2013<\/a>, E. 3 vom 26.2.2014; zum Vorgehen bei uneingeschr\u00e4nktem Untersuchungsgrundsatz siehe Urteil <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_735%2F2023&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-09-2024-5A_735-2023&amp;number_of_ranks=46\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">5A_735\/2023<\/a>, E. 3.4 vom 4.9.2024).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Privatbez\u00fcge h\u00f6her als Reingewinn kann bedeuten, dass Reserven angezehrt werden, oder dass das Einkommen steigt; letzteres nur bei Vorliegen weiterer Indizien (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/19-06-2019-5A_678-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_678\/2018<\/a>, E. 4.2 vom 19.6.2019). Bestehen keine solchen Indizien, kann jedenfalls bei l\u00e4ngerfristigen Regelungen (Scheidung) i.d.R. keine Ber\u00fccksichtigung des \u00fcberschiessenden Teils erfolgen, da der Erhaltung der Unternehmung \u2013 auch im Hinblick auf die Unterhaltsanspr\u00fcche \u2013 Priorit\u00e4t zukommen muss; anders aber u.U. in Eheschutz-\/Massnahmenverfahren. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Privatbez\u00fcge tiefer als Reingewinn kann die Bildung von Reserven bedeuten, oder, dass das Einkommen sinkt (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/19-06-2019-5A_678-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_678\/2018<\/a>, E. 4.2 vom 19.6.2019). Ist ersteres der Fall, kommt dennoch ausnahmsweise die Ber\u00fccksichtigung des tieferen Betrages anstelle des Reingewinns in Frage, sofern die Erhaltung des Unternehmens eine Vergr\u00f6sserung der Eigenkapitalbasis erfordert; im Eheschutzverfahren Ber\u00fccksichtigung der g\u00fcterrechtlichen Situation (besonders zur\u00fcckhaltende Anwendung, wenn sp\u00e4ter keine Teilung im Rahmen der g\u00fcterrechtlichen Auseinandersetzung stattfinden kann).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.3.3 \u00abSchein-Angestellte\u00bb\/ Angestellte in eigener (Aktien-) Gesellschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>Ist ein Mehrheitsaktion\u00e4r oder -anteilsinhaber einer juristischen Person von dieser angestellt und ergeben sich in Bezug auf den bezogenen Lohn Besonderheiten (z.B. auffallend tiefer Lohn; Reduktion des Lohnniveaus gegen\u00fcber dem Zeitraum vor Trennung\/Scheidung; Lohn an nahestehende Dritte), ist allenfalls nach den obenstehenden Grunds\u00e4tzen zu pr\u00fcfen, welchen Lohn die betreffende Person aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft vern\u00fcnftigerweise beziehen k\u00f6nnte, und auf diesen h\u00f6heren Lohn abzustellen (vgl. dazu Z\u00fcKomm\/Br\u00e4m, N 78 zu Art. 163 ZGB; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/20-12-2001-5P-342-2001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.342\/2001<\/a>, E. 3 vom 20.12.2001; vgl. dazu auch BSK\/Isenring\/Kessler, N 26 zu Art. 163 ZGB). Wird in diesem Sinn auf den Nettogewinn abgestellt, sind die bereits an den \u00abInhaber\u00bb ausbezahlten L\u00f6hne aufzurechnen, nicht aber die Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge, da sonst ein Brutto- anstatt ein Nettoeinkommen resultieren w\u00fcrde (Urteil <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=pus&amp;query_words=%225A_384%2F2024%22&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F10-09-2025-5A_384-2024&amp;number_of_ranks=3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">5A_384\/2024<\/a> E. 4 vom 10.9.2025, zur Publikation vorgesehen)..<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.3.4 Landwirte<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ber\u00fccksichtigung von Naturaleinkommen des Unterhaltspflichtigen,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; evtl. leichte Reduktion des Grundbetrages wegen tieferer Lebensmittelkosten,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;genaue Analyse von Gewinn- und Verlustrechnung bez\u00fcglich der Wohnkosten: <br>wenn diese als Betriebsaufwand aufgef\u00fchrt werden, sind sie im Einkommen aufzurechnen, gleichzeitig aber auch in den Bedarf aufzunehmen zwecks besserer Vergleichbarkeit. Des Weiteren sind hohe Aufwendungen f\u00fcr Liegenschaftsunterhalt genauer zu pr\u00fcfen, vor allem, wenn der Betrieb voraussichtlich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter nicht weitergef\u00fchrt wird..<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.4 Auslagen\/Bedarf<\/h3>\n\n\n\n<p>Die folgenden Grunds\u00e4tze sind beim Einsetzen bestimmter, im Bedarf enthaltener Auslagen insbesondere zu beachten:<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.1 Bei der nunmehr gem\u00e4ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2) verbindlichen zweistufigen Berechnungsmethode mit \u00dcberschussverteilung bilden die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Richtlinien zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums<\/mark><\/strong> Ausgangspunkt f\u00fcr die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Bedarfsermittlung<\/mark><\/strong>. Massgebend sind die <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/schkg-richtlinien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Richtlinien f\u00fcr die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art.&nbsp;93 SchKG<\/a> der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz&nbsp;vom 1. Juli 2009. Kann mit den vorhandenen finanziellen Mitteln das betreibungsrechtliche Existenzminimum aller Beteiligter \u2013 mit Ausnahme der vollj\u00e4hrigen Kinder \u2013 gedeckt werden und bleiben Mittel \u00fcbrig, erfolgt in einer n\u00e4chsten Stufe eine Erweiterung zum familienrechtlichen Existenzminimum (familienrechtlicher Grundbedarf). Vgl. dazu Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 2, Rz. 31 ff und 45 ff.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.2 Wo die Tabellen auf die \u00ab<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">SchKG-Richtlinien<\/mark><\/strong>\u00bb verweisen, sind die Ans\u00e4tze gem\u00e4ss diesen Richtlinien gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.3 Beim <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Grundbedarf von Selbst\u00e4ndigerwerbenden<\/mark><\/strong> ist zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob entsprechende Kosten nicht bereits bei der Ermittlung des Reingewinns (einkommensvermindernd) ber\u00fccksichtigt wurden (vgl.&nbsp;Ziff. 3.3, \u00abInsbesondere Selbst\u00e4ndigerwerbende\u00bb). Eine doppelte Ber\u00fccksichtigung der entsprechenden Kosten (insbes. Arbeitswegkosten) ist zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.4 Der <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Grundbetrag gem\u00e4ss SchKG-Richtlinien<\/mark><\/strong> deckt die Kosten f\u00fcr folgende Bed\u00fcrfnisse ab: Nahrung, Kleidung und W\u00e4sche einschliesslich deren Instandhaltung, K\u00f6rper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Kulturelles sowie Auslagen f\u00fcr Beleuchtung, Kochstrom und\/oder Gas. Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Umsetzung im Familienrecht insbesondere hinsichtlich folgender Punkte<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Erwachsene, die in \u00abkinderloser\u00bb und \u00abkostensenkender\u00bb&nbsp;Wohngemeinschaft mit anderen erwachsenen Personen leben, welche ebenfalls \u00fcber ein Einkommen verf\u00fcgen: Gem\u00e4ss Richtlinien ist hier vom Ehegatten-Grundbetrag auszugehen und dieser (maximal bis zur H\u00e4lfte) zu reduzieren (vgl. dazu <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-765%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 130 III 765<\/a>, E.&nbsp;2). Im familienrechtlichen Kontext, bei dem meist ein l\u00e4ngerer Zeithorizont zu beachten ist als im Betreibungsrecht (Beschr\u00e4nkung der Lohnpf\u00e4ndungen auf ein Jahr), ist eine maximale Reduktion auf den halben Ehegatten-Grundbetrag (aktuell CHF 850.00) indessen nicht ohne Weiteres sachgerecht, zumal zwischen Personen in einer Wohngemeinschaft keine Unterhaltspflichten bestehen. Die Festsetzung des Grundbetrags des im Konkubinat lebenden Schuldners auf die H\u00e4lfte des Ehegatten-Grundbetrags rechtfertigt sich grunds\u00e4tzlich dann, wenn der Schuldner mit seiner Lebenspartnerin in einer Hausgemeinschaft von Dauer lebt, welche mit der ehelichen Hausgemeinschaft vergleichbar ist (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/130-III-765:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 130 III 765<\/a>, E. 2; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/132-III-483:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 132 III 483<\/a>, E. 4, best\u00e4tigt in <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-502:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;144 III 502<\/a>, E. 6.6: Berechnung des Grundbetrags in einem Fall, in welchem die Schuldnerin mit ihrer erwerbsf\u00e4higen vollj\u00e4hrigen Tochter in einer Wohngemeinschaft lebt). In der Scheidungssituation stellt sich die Frage, ob auf die tieferen Betr\u00e4ge abzustellen ist oder (grunds\u00e4tzlich beidseitig) auf jene Kosten, welche bei Alleinleben entstehen w\u00fcrden (Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 10, Rz. 25, 36.; zu undifferenziert, da ohne weiteres von der Situation bei Getrenntleben abgeleitet \u2013 <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/138-III-97:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 138 III 97<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/10-12-2013-5A_433-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_433\/2013<\/a>, E. 3.3 vom 10.12.2013; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/02-07-2015-5A_882-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_882\/2014<\/a>, E. 2.3 vom 2.7.2015). Eine angemessene L\u00f6sung kann ggf. \u00fcber eine Teilsistierung erreicht werden. Dies \u2013 Festlegung der Betr\u00e4ge mit\/ohne Lebensgemeinschaft \u2013 kann ggf. auch auf den im Zeitpunkt der Unterhaltsfestsetzung in einer Partnerschaft lebenden Schuldner angewendet werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Alleinerziehende: Hier sehen die Richtlinien einen Zuschlag von CHF&nbsp;150.00 gegen\u00fcber dem Grundbetrag einer alleinstehenden Person vor. Es ist zwar nicht ersichtlich, welche Kosten dieser Zuschlag konkret abdecken soll, doch hat er sich eingeb\u00fcrgert. Uneinheitlich ist die Praxis bei Elternteilen, die beide einen wesentlichen Anteil an der Betreuung leisten (vgl. hinten Ziff. 3.7.1.4); oft erfolgt eine beidseitige Anrechnung. Im Kanton Bern werden die CHF 150.00 bei alternierender Obhut oft je h\u00e4lftig zugewiesen (folglich CHF 1\u2019275.00 je Elternteil); zu pr\u00fcfen bleibt auch hier, ob dies der effektiven Kostentragung entspricht, vor allem dann, wenn die Betreuungsanteile zwar beidseits hoch, aber eben doch ungleich sind (Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch, Kap. 6, Rzn. 354 ff). &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Kinder<\/mark><\/strong>: Gegebenenfalls ist ein (im Verh\u00e4ltnis zum verbleibenden Gesamtbetrag stehender) Abzug zu machen, soweit gewisse im Grundbetrag enthaltene Positionen anderswo ber\u00fccksichtigt wurden (bspw. Essenskosten bei externer Kinderbetreuung; allerdings ist dabei die z.T. sehr bescheidene H\u00f6he des Grundbetrags im Auge zu behalten und eine K\u00fcrzung nur sehr zur\u00fcckhaltend vorzunehmen; vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/09-03-2022-5A_117-2021&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_117\/2021<\/a>, E. 6.2 vom 9.3.2022). Zur Verteilung bei ann\u00e4hernd gleichm\u00e4ssiger Betreuung durch beide Eltern oder bei zumindest hohem Betreuungsanteil des nicht hauptbetreuenden Elternteils siehe hinten, Ziff. 3.7.1.10.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.5 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wohnkosten<\/mark><\/strong>: Miete inkl. Nebenkosten; Parkplatz, wenn aus beruflichen oder allenfalls aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden ein Auto notwendig ist (Kompetenzgut). Bei selbstgenutztem Wohneigentum: Kosten f\u00fcr Hypothekarzins, Nebenkosten und notwendigen Unterhalt, nicht aber \u2013 jedenfalls nach der Scheidung \u2212 Amortisationen (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/127-III-289:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 127 III 289<\/a>, E. 2; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/10-05-2016-5A_780-2015\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_780\/2015<\/a>, E.&nbsp;2.7 vom 10.5.2016).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wohnkosten (wie auch andere, bisher f\u00fcr einen Familien\u00abteil\u00bb gesamthaft ermittelte Kosten) sind auf die einzelnen Personen aufzuteilen. Bei der Verteilung sind die bekannten Ans\u00e4tze (z.B. nach <a href=\"https:\/\/www.zh.ch\/content\/dam\/zhweb\/bilder-dokumente\/themen\/familie\/sorgerecht-unterhalt\/zuercher_kinderkosten_tabelle.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Z\u00fcrcher Kinderkosten-Tabelle<\/a>; Prozente vom Gesamtbetrag der Wohnkosten bspw. 15-20%; Vorschlag von Aeschlimann\/B\u00e4hler\/Schweighauser\/Stoll, in: FamPra.ch 2\/2021, 251 ff, 260: 20% bei einem Kind, 30% bei zwei Kindern und 40% bei drei Kindern; ungef\u00e4hre Aufteilung nach Zimmern) auf ihre Tauglichkeit im konkreten Fall zu pr\u00fcfen. Als Grundsatz gilt, dass die Wohnkosten nicht derart auf die Kinder umgelagert werden sollen, dass f\u00fcr den mit ihnen wohnenden Elternteil ein zu geringer Betrag verbleibt (d.h. ein Betrag, der \u2013 im Vergleich mit den Wohnkosten einer Einzelperson bei entsprechenden Verh\u00e4ltnissen \u2013 ungen\u00fcgend w\u00e4re). Bei in Wohngemeinschaft lebender erwachsener Personen ist i.d.R. die Halbierung der Wohnkosten angebracht. Leben minderj\u00e4hrige Kinder bei einem von ihnen, sind die Kinderanteile (wiederum i.d.R.) vom Gesamtbetrag abzuziehen. Anders (d.h. wiederum Halbierung) ist es dort, wo die Kinder sich nur im Rahmen eines erweiterten Besuchsrechts beim Elternteil aufhalten. Situativ (v.a. in Abh\u00e4ngigkeit vom Platzbedarf, aber auch von den verbleibenden Wohnkosten bei den Erwachsenen) sind aber auch andere Verteilungen angemessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich Ber\u00fccksichtigung der tats\u00e4chlichen Wohnkosten, ggf. unter Einschluss einer zus\u00e4tzlichen Mietzinskaution, wo eine solche bezahlt werden muss. Bei l\u00e4ngerfristiger Regelung (Scheidungsfall) ist wie folgt zu verfahren:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bei ungen\u00fcgendem Einkommen sind beidseitig lediglich die angemessenen anstelle der effektiven Wohnkosten einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bei vor\u00fcbergehend besonders g\u00fcnstigem Wohnen (z.B. bei Verwandten) sind die (h\u00f6heren) angemessenen Wohnkosten einzusetzen. Erfolgt eine Gegen\u00fcberstellung der Wohnkosten der Parteien (mit Blick auf die Aufrechterhaltung eines beidseitig vergleichbaren Wohnstandards), darf besonders g\u00fcnstiges Wohnen einer Partei in selbstgenutztem Wohneigentum (bewirkt durch eine solide Eigenkapitalquote) nicht zu einer Reduktion der h\u00f6heren Wohnkosten der anderen Partei Anlass geben. Bei der Ermittlung der \u00abg\u00fcnstigen\u00bb Wohnkosten wurde ja die Eigenkapitalverzinsung nicht ber\u00fccksichtigt (dazu oben, Ziff. 3.2.13).<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.6 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Krankheitskosten<\/mark><\/strong>: Krankenversicherungspr\u00e4mien (Erwachsene, Kinder je separat) in der Regel nur f\u00fcr Grundversicherung. Einschluss der Unfallversicherungspr\u00e4mie, wenn keine Unfallversicherung \u00fcber den Arbeitgeber erfolgt. Zusatzversicherungen k\u00f6nnen ber\u00fccksichtigt werden, wenn die Mittel ausreichen (also nur im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums) und entweder beide Ehegatten gleichwertigen Versicherungsschutz geniessen oder sachliche Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Ungleichbehandlung bestehen (Gesundheitszustand). Tats\u00e4chliche oder erh\u00e4ltliche Pr\u00e4mienverbilligungen sind zu ber\u00fccksichtigen. Einbezug anderer Krankheitskosten (Anteil Franchise, Arzt-, Zahnarztrechnungen), wenn erhebliche Behandlungen anfallen, f\u00fcr deren voraussichtliche Dauer (<a href=\"http:\/\/www.berechnungsblaetter.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/SchKG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SchKG-Richtlinien<\/a> Ziff. II, S. 3); dies unter \u00abBesondere Krankheitskosten\u00bb. Unterschiedliche Franchisen k\u00f6nnen u.U. zu unterschiedlicher Ber\u00fccksichtigung zus\u00e4tzlicher Krankheitskosten f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>3.4.7 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Telekommunikation\/Mobiliarversicherung<\/mark><\/strong>: Eine teilweise Umverteilung auch auf Kinder ist an sich denkbar, mit Blick auf die H\u00f6he des Betrags jedoch u.E. zu vernachl\u00e4ssigen. Bei \u00e4lteren Kindern kann f\u00fcr Telekommunikation ein Betrag eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.8 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Arbeitsweg\/Transportkosten<\/mark><\/strong>: Auszugehen ist von den SchKG-Richtlinien und den im Familienrecht entwickelten Regeln. Steuerlich begr\u00fcndete (Stichwort <a href=\"https:\/\/www.taxinfo.sv.fin.be.ch\/taxinfo\/1613b2e2-276f-4293-ad05-3995d29b40cb\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FABI<\/a>; Limitierung der steuerlich abziehbaren Wegkosten; <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/opc\/de\/federal-gazette\/2012\/1577.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Botschaft FABI<\/a>) Beschr\u00e4nkungen sind hingegen&nbsp;nicht bzw. jedenfalls nicht unbesehen zu \u00fcbernehmen. Betreffend Arbeitsweg in der Regel Kosten f\u00fcr \u00f6ffentliche Verkehrsmittel, maximal&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.sbb.ch\/de\/billette-angebote\/abos\/ga.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Generalabonnement<\/a>. Kosten Privatfahrzeug (vgl. dazu <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;query_words=7B.234%2F2000&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F03-11-2000-7B-234-2000&amp;number_of_ranks=2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">7B.234\/2000<\/a>, E. 6 vom 3.11.2000; vgl. auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/140-III-337:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 140 III 337<\/a>, E. 5.2; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/12-03-2004-5P-6-2004\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.6\/2004<\/a>, E. 4 vom 12.3.2004; Einschluss der Amortisation, <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/12-07-2016-5A_779-2015\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_779\/2015<\/a>, E. 5.3 vom 12.7.2016), wenn aufgrund der konkreten Verh\u00e4ltnisse (Arbeitsort, Arbeitszeiten, Betreuungspflichten) die Ben\u00fctzung des \u00f6ffentlichen Verkehrs nicht zumutbar ist. Wenn das Auto nicht Kompetenzcharakter aufweist, sind die entsprechenden Kosten wie auch \u00e4hnliche Kosten (z.B. das nicht zwingend erforderliche, aber n\u00fctzliche \u00f6V-Abo) nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht mehr als Erweiterung zu ber\u00fccksichtigen \u2013 auch wenn sie der bisherigen Lebenshaltung entsprechen \u2013 sondern aus dem \u00dcberschuss zu decken. Im Existenzminimum der Kinder sind ebenfalls die erforderlichen Kosten f\u00fcr den Schulweg aufzunehmen (in den Richtlinien sind diese zusammen mit Schulkosten unter dem Begriff \u201cKosten der Schulung der Kinder\u201d zusammengefasst; vgl. Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 2, N 43; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/04-12-2023-5A_257-2023&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_257\/2023, 5A_278\/2023<\/a>, E. 5 vom 4.12.2023).<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.9 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Laufende Steuern<\/mark><\/strong> (vgl. dazu B\u00e4hler Daniel, Familienunterhalt und Steuern, in: Jungo Alexandra\/Fountoulakis Christiana (Hrsg.), Familienverm\u00f6gensrecht: berufliche Vorsorge &#8211; G\u00fcterrecht &#8211; Unterhalt, Freiburg 2016, S. 116 ff, siehe <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">berechnungsblaetter.ch<\/a>, unter \u00abTexte\u00bb, Familienunterhalt und Steuern; FamKomm\/Ramseier, N 3 zu Anh. St): Einkommenssteuer Bund, Kanton, Gemeinde; Verm\u00f6genssteuer Kanton, Gemeinde; ev. Kirchensteuer. Grundlage: Voraussichtliche Steuerlast bei getrennter Veranlagung. Zu beachten: Alimente an Ehegatten sowie an minderj\u00e4hrige Kinder in Rentenform sind vom Empf\u00e4nger zu versteuern (vgl. B\u00e4hler, Handbuch, Kap. 12, Rz. 32 f), deshalb \u2013 soweit m\u00f6glich \u2013 Mitber\u00fccksichtigung der voraussichtlichen Alimente bei der Steuerberechnung. F\u00fcr verschiedene Kantone nehmen die Tabellen Nr. 11, 15 und 16 die Steuerberechnung einschliesslich Abgleichung mit der Unterhaltsberechnung automatisch vor. F\u00fcr n\u00e4here Erl\u00e4uterungen dazu wird auf die <a href=\"http:\/\/www.berechnungsblaetter.ch\/index.php\/bedienungsanleitung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">separate Bedienungsanleitung<\/a> sowie auf den <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/kommentar-unterhalts-und-steuerberechnungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kommentar Steuerberechnungen, berechnungsblaetter.ch<\/a> verwiesen. Ein Steuerberechnungsprogramm f\u00fcr die ganze Schweiz findet sich im Internet auf der <a href=\"https:\/\/www.helvetia.com\/ch\/content\/de\/service\/analysetools\/steuerrechner.html?icid=gsa-suggest-result-steuer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website der Helvetia-Versicherung<\/a> (ausgehend vom steuerbaren Einkommen) sowie auf der <a href=\"https:\/\/swisstaxcalculator.estv.admin.ch\/#\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website der Eidgen\u00f6ssischen Steuerverwaltung<\/a> (swisstaxcalculator.estv.admin.ch; Einkommensart w\u00e4hlbar). Im Weiteren bieten u.a. auch verschiedene kantonale Steuerverwaltungen Berechnungsprogramme auf dem Internet an.<\/p>\n\n\n\n<p>Das betreibungsrechtliche Existenzminimum wird bei gen\u00fcgend finanziellen Mitteln zum <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">familienrechtlichen Existenzminimum<\/mark><\/strong> (= familienrechtlicher Grundbedarf) erweitert. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Erweiterung sind die Steuern aller beteiligten Personen. Als Bedarfsposition des Kindes ist im familienrechtlichen Existenzminimum zwingend ein Steueranteil aufzunehmen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;147 III 265<\/a>, E. 7.2). Mit Blick auf die Festlegung des Steueranteils des Kindes sind die Steuern, die beim Elternteil anfallen, welcher die Kindesunterhaltsbeitr\u00e4ge erh\u00e4lt, proportional nach den Eink\u00fcnften dieses Elternteils auf der einen Seite und des Kindes auf der anderen Seite aufzuteilen (Methode der proportionalen Aufteilung). Zu den Eink\u00fcnften des Kindes geh\u00f6ren insbesondere der Barunterhalt, die Familienzulagen, die Sozialversicherungsleistungen und \u00e4hnliche f\u00fcr den Kindesunterhalt bestimmte Leistungen sowie allf\u00e4llige Ertr\u00e4ge aus dem Kindesverm\u00f6gen. Nicht zu den Eink\u00fcnften des Kindes geh\u00f6ren dessen Erwerbseinkommen und der Betreuungsunterhalt. Letzterer wird wirtschaftlich und damit auch f\u00fcr die Aufteilung der Steuern dem betreuenden Elternteil angerechnet (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F25-06-2021-5A_816-2019&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-457%3Ade&amp;azaclir=aza\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 457<\/a>, E. 4.2.3.5). Falsch ist \u00fcbrigens die hin und wieder vorfindbare Angabe, es sei auf das Verh\u00e4ltnis der \u201esteuerbaren\u201c Einkommen abzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erfolgt die Aufteilung \u2013 planwidrig \u2013 nicht, findet sich der Steueranteil der Kinder u.U. letztlich im Betreuungsunterhalt anstatt im Barunterhalt wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zielf\u00fchrend ist demgegen\u00fcber die zus\u00e4tzliche Ermittlung eines Kinder-Steueranteils f\u00fcr den Verbrauch von eigenem Einkommen bei alternierender Obhut (Schwizer\/Oeri, in: AJP 2022, 3 ff, 14; Heller, in: Anwaltsrevue 2023, 224 ff, Fn. 27), ist doch die Steueranteilsberechnung nur deshalb erforderlich, weil (bzw. dort wo) Unterhaltsbeitr\u00e4ge beim Empf\u00e4nger als Einkommen besteuert werden. Im Haushalt des anderen, Unterhaltsbeitr\u00e4ge bezahlenden Elternteils hingegen wirkt sich die interne Verwendung von dessen Einkommen \u2013 ob f\u00fcr ihn selbst oder f\u00fcr das Kind &#8211; steuerlich nicht aus. Durch die \u201cinterne\u201d Steuerausscheidung bei diesem Elternteil w\u00fcrde vielmehr dessen Leistungsf\u00e4higkeit rechnerisch erh\u00f6ht, obwohl seine direkten Ausgaben f\u00fcr die Kinder wie auch seine Steuerlast sich nicht ver\u00e4ndern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zur (Nicht-)Ber\u00fccksichtigung der Steuern in Mangelf\u00e4llen siehe unten Ziff. 3.6.1.3. Zur steuerlichen Behandlung von Liegenschaften bei getrennter Veranlagung (solange die Abschaffung des Eigenmietwerts nicht umgesetzt ist) siehe Tabelle Nr. 19.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.10 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Schulden<\/mark><\/strong>: Tempor\u00e4re Ber\u00fccksichtigung tats\u00e4chlich bezahlter Abzahlungsraten und Schuldzinse, wenn die Schuld begr\u00fcndet wurde f\u00fcr den Erwerb von Kompetenzst\u00fccken, wenn beide Parteien vom Gegenwert profitiert haben (Bsp. Kleinkredit f\u00fcr gemeinsame Ferien), oder wenn beide Parteien Schuldner sind. Zu ber\u00fccksichtigen sind auch w\u00e4hrend der Ehe angefallene Steuerschulden. K\u00fcrzung oder Streichung der Betr\u00e4ge, wenn bzw. soweit durch ihre Ber\u00fccksichtigung ein Manko entsteht (dazu unten&nbsp;Ziff. 3.6.1.3). Keine Ber\u00fccksichtigung der Abzahlung von Schulden, welche zur Begleichung einer g\u00fcterrechtlichen Forderung begr\u00fcndet werden mussten (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/127-III-289:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;127&nbsp;III&nbsp;289<\/a>, E. 2b; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/17-04-2013-5A_79-2013\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_79\/2013<\/a>, E. 3.2 vom 17.4.2013).<\/p>\n\n\n\n<p>Bestehende Lohnpf\u00e4ndungen sind lediglich insoweit zu ber\u00fccksichtigen, als sie nicht zur Entstehung eines Mankos f\u00fchren. Der Schuldner hat diesfalls die Anpassung der Pf\u00e4ndung zu erwirken. In jedem Fall \u2212 insbesondere in Verh\u00e4ltnissen mit bescheidenem Einkommen \u2212 ist zu empfehlen, H\u00f6he und Dauer der vorgesehenen Abzahlungen (wenn n\u00f6tig unter Angabe der damit zu begleichenden Schuld) in Urteil oder Vereinbarung festzusetzen und den Unterhaltsbeitrag entsprechend diesen Phasen in seiner H\u00f6he anzupassen. Weiter kann der Fall, dass Schuldentilgung oder Zinszahlungen \u00abplanwidrig\u00bb unterlassen werden, oder dass ein unvorhergesehener Schulderlass erfolgt, in einer Vereinbarung mittels Erh\u00f6hungsvorbehalt geregelt werden. So kann sich der Unterhaltsschuldner beispielsweise verpflichten, gegen\u00fcber dem Unterhaltsgl\u00e4ubiger regelm\u00e4ssig den Nachweis der Zahlung der Schuld zu erbringen, wobei weiter vorgesehen wird, dass bei Fehlen des Nachweises automatisch eine Erh\u00f6hung des Unterhaltsbeitrags auf einen im Voraus bestimmten Betrag erfolgt.&nbsp;Die steuerlichen Konsequenzen der entsprechenden Regelung sind vorab jeweils sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.11 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Drittbetreuung<\/mark><\/strong>: Die Drittbetreuungskosten fallen als direkte Kosten in den Barbedarf des Kindes und sind bei der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des Kindes zu ber\u00fccksichtigen (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2). Entsprechende Kosten sind dem Barunterhalt zuzuordnen (<a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/fga\/2014\/98\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Botschaft Kindesunterhalt<\/a>, 576; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-03-2018-5A_708-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_708\/2017<\/a>, E. 4.9 vom 13.3.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/02-10-2018-5A_553-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_553\/2018<\/a>, E. 6.1 vom 2.10.2018). Betreffend Verh\u00e4ltnis zum Betreuungsunterhalt siehe vorne Ziff.&nbsp;2.3.2.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.12 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Weitere besondere Auslagen Kinder<\/mark><\/strong>: Es ist darauf zu achten, dass keine Vermischung der Methoden stattfindet in dem Sinn, dass bspw. Kosten f\u00fcr teure Freizeitaktivit\u00e4ten der Kinder als besondere Auslagen ber\u00fccksichtigt werden und in der Folge zus\u00e4tzlich eine uneingeschr\u00e4nkte Beteiligung am \u00dcberschuss stattfindet. Ansonsten besteht das Risiko einer Besserstellung der Kinder im Vergleich zu den Eltern, was dem Grundsatz widersprechen w\u00fcrde, dass allen Familienmitgliedern so weit als m\u00f6glich die bisherige Lebenshaltung in gleichem Umfang zu erm\u00f6glichen ist. Dem hat das Bundesgericht in <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2 durch die Feststellung Rechnung getragen, dass Zusatzpositionen wie Kosten f\u00fcr Reisen, Hobbies usw. nicht zum familienrechtlichen Grundbedarf, sondern zum weitergehenden Bedarf geh\u00f6ren, welcher via \u00dcberschussanteil zu decken ist (vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/it\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-07-2023-5A_668-2021&amp;lang=it&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_668\/2021<\/a>, E. 2.6 vom 19.7.2023). Nicht stimmig damit ist hingegen <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_204%2F2024&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F27-01-2025-5A_204-2024&amp;number_of_ranks=63\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_204\/2024<\/a>, E. 4 vom 27.1.2025 (vgl. vorne Ziff. 2.4.1; vgl. auch die Kritik von Stoudmann, in: FamPra.ch 2025, 398 ff, 403 ff). Kosten f\u00fcr die Aus\u00fcbung des Besuchsrechts: Ausnahmsweise kann es sich rechtfertigen, bereits bei der Berechnung des <em>betreibungsrechtlichen<\/em> Existenzminimums (bzw. des Bedarfs) des besuchsberechtigten bzw. des weniger betreuenden Elternteils einen gewissen Betrag f\u00fcr die \u00abBesuche\u00bb zu ber\u00fccksichtigen, wenn der besuchsberechtigte bzw. weniger betreuende Elternteil deutlich finanziell schlechter gestellt ist als der obhutsberechtigte bzw. hauptbetreuende Elternteil&nbsp; (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/03-05-2006-5P-17-2006\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5P.17\/2006<\/a>, E. 4 vom 3.5.2006; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/07-06-2016-5A_106-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_106\/2016<\/a>, E. 5.2 vom 7.6.2016; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/21-01-2013-5A_390-2012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_390\/2012<\/a>, E. 6.4 vom 21.1.2013). Ansonsten geh\u00f6ren die Kosten f\u00fcr die Aus\u00fcbung des Besuchsrechts zum <em>familienrechtlichen <\/em>Existenzminimum (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2). Das muss im Rahmen angemessener Kosten auch gelten, wenn die Aus\u00fcbung alternierender Obhut in Frage steht.<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.13 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Beitr\u00e4ge an Berufsverb\u00e4nde und Weiterbildung<\/mark><\/strong>: Sie sind zu ber\u00fccksichtigen, soweit sie tats\u00e4chlich anfallen oder anfallen werden (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2, wonach die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">unumg\u00e4nglichen<\/mark><\/strong> Weiterbildungskosten zum familienrechtlichen Existenzminimum geh\u00f6ren).<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.14 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Vorsorge<\/mark><\/strong>: Berechnung des Vorsorgeunterhalts mittels des separaten Blattes, wenn anwendbar. Allf\u00e4llige nebst dem Vorsorgeunterhalt weitere zu ber\u00fccksichtigende Pr\u00e4mien sind in eine leere Zelle einzuf\u00fcgen (z.B. S\u00e4ule 3a, w\u00e4hrend Eheschutzverfahren, wenn die sp\u00e4tere g\u00fcterrechtliche Beteiligung sichergestellt ist; sinngem\u00e4ss <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-06-2007-5A_131-2007&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_131\/2007<\/a>, E. 3 vom 8.6.2007). Wird kein Vorsorgeunterhalt berechnet, kann hierf\u00fcr die Zeile \u00abPrivate Vorsorge\/Lebensversicherungen\u00bb verwendet werden (nicht vergessen: steuerliche Abzugsf\u00e4higkeit pr\u00fcfen\/ggf. korrigieren).<\/p>\n\n\n\n<p>3.4.15 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Unterhaltsbeitr\u00e4ge an Dritte<\/mark><\/strong>: Einzusetzen sind hier \u2013 unter Vorbehalt einer allf\u00e4lligen \u00dcberpr\u00fcfung bei knappen Mitteln, mit Blick auf die Rangverh\u00e4ltnisse \u2013 vorbestehende vertraglich oder mittels Entscheid festgesetzte Barunterhaltsverpflichtungen. Entsprechende weiterzuleitende Familienzulagen sind unter \u00abverf\u00fcgbare Mittel\u00bb in der daf\u00fcr bestimmten Zeile einzuf\u00fcgen. Im Eheschutz- und Massnahmeverfahren erfolgt die Ber\u00fccksichtigung in der Regel tel quel. Im Scheidungsverfahren ist gest\u00fctzt auf die Rangordnung zwischen den Anspr\u00fcchen der einzelnen Gl\u00e4ubiger vorfrageweise zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob und wenn ja in welchem Umfang und ungef\u00e4hren Zeitrahmen die vorbestehenden Unterhaltsbeitr\u00e4ge herabgesetzt werden k\u00f6nnten. Die neuen Unterhaltsbeitr\u00e4ge sind unter Ber\u00fccksichtigung dieser Prognose festzusetzen. Gleichzeitig empfiehlt es sich, mittels Vorbehalts in der Konvention oder im Urteil den Fall zu regeln, dass das Urteil der f\u00fcr die Herabsetzung zust\u00e4ndigen Instanz(en) erheblich von der Prognose abweicht. Unter \u00abUnterhaltsbeitr\u00e4ge f\u00fcr Dritte\u00bb k\u00f6nnen auch separat berechnete Unterhaltsbeitr\u00e4ge an vollj\u00e4hrige Kinder eingef\u00fcgt werden (vgl. oben Ziff. 3.1.6). Diesfalls sind die f\u00fcr vollj\u00e4hrige Kinder bezogenen Familienzulagen unter \u00abverf\u00fcgbare Mittel\u00bb in der daf\u00fcr bestimmten Zeile einzuf\u00fcgen. Bei diesem Vorgehen m\u00fcssen die Steuerangaben manuell angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.5 Weitere Berechnungsschritte<\/h3>\n\n\n\n<p>3.5.1 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Differenz<\/mark><\/strong>: In einem ersten Schritt werden einerseits die verf\u00fcgbaren Mittel und andererseits der familienrechtliche Grundbedarf der Beteiligten zusammengezogen. Aus der Gegen\u00fcberstellung ergibt sich der Gesamt\u00fcberschuss oder das Gesamtmanko.<\/p>\n\n\n\n<p>3.5.2&nbsp;&nbsp; Eine allf\u00e4llige weiterbestehende <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Sparquote<\/mark><\/strong> (dazu Ziff. 3.6.2) ist unter den allgemeinen Angaben einzutragen und wird bei der Differenzberechnung <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">neu<\/mark><\/strong> in einer separaten Zeile ausgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>3.5.3 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Vorabzuteilung<\/mark><\/strong>: Wo eine Vorabzuteilung von Einkommen gerechtfertigt ist, kann der entsprechende Betrag hier angegeben werden (Hauptblatt, links Mitte, unter \u00ab3.&nbsp;Differenz\u00bb). Gegebenenfalls reduziert sich der Gesamtbetrag, und es verbleibt der konkret aufzuteilende Betrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter \u201eVorabzuteilung\u201c kann auch \u00fcberobligatorisch erzieltes oder aus anderen Gr\u00fcnden nicht f\u00fcr die Unterhaltsberechnung anrechenbares Einkommen angegeben und damit abgezogen werden. Das Bundesgericht steht der Vorabzuteilung bereits im Rahmen der Einkommensermittlung allerdings <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">ablehnend<\/mark><\/strong> gegen\u00fcber \u2013 es bef\u00fcrwortet die \u201eB\u00fcndelung\u201c des Ermessens \u2013 und will \u00fcberobligatorische Anstrengungen erst auf der Stufe der \u00dcberschussverteilung ber\u00fccksichtigt wissen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1954&amp;to_year=2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;docid=aza%3A%2F%2F31-05-2018-5A_35-2018&amp;rank=1&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;number_of_ranks=753&amp;azaclir=clir\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.1). Dies hat allerdings zur Folge, dass in F\u00e4llen ohne \u00dcberschuss die Ber\u00fccksichtigung unterbleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzend sei erw\u00e4hnt, dass diese Vorgehensweise der bundesgerichtlichen Rechtsprechung <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">entspricht<\/mark><\/strong>, indem die Vorabzuteilung (in den Tabellen) bei der \u00dcberschussverteilung erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Soll beim Vollj\u00e4hrigenunterhalt nicht alles Einkommen des Kindes angerechnet werden (vgl. Ziff. 3.2.15), muss die Vorabzuteilung (nach wie vor) zwingend hier erfolgen, sofern man mit der bundesgerichtlichen Vorgabe eine Beteiligung des Vollj\u00e4hrigen am \u00dcberschuss ausschliesst. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Vorabzuteilung in der einen (bei der Einkommensermittlung) oder anderen Form (bei der \u00dcberschussverteilung, welche jedoch bei nicht verheirateten Eltern nicht spielt) ist insbesondere beim hauptbetreuenden Elternteil erforderlich, soweit er ein Einkommen erzielt, das seine f\u00fcr die Berechnung des Betreuungsunterhalts ber\u00fccksichtigte Lebenshaltung \u00fcbersteigt, dies im Umfang der Differenz. Der von ihm selbst erwirtschaftete \u00dcberschuss muss dem hauptbetreuenden Elternteil verbleiben und darf nicht umverteilt werden. Andernfalls w\u00fcrde eine bei \u00fcberwiegender Betreuung durch einen Elternteil zumeist nicht beabsichtigte, da die Naturalleistungen ausser Acht lassende, Beteiligung am Barunterhalt resultieren (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-08-2019-5A_727-2018&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_727\/2018<\/a>, E. 4.3.2 vom 22.8.2019, wonach nur einzelfallbezogen eine Beteiligung des hauptbetreuenden Elternteils am Barunterhalt erfolgt; Spycher\/B\u00e4hler, Arbeitskreis 7: Reform des Kindesunterhaltsrechts, in: B\u00fcchler Andrea\/Schwenzer Ingeborg (Hrsg.), Achte Schweizer Familienrecht\u00a7tage, 28.\/29. Januar 2016 in Z\u00fcrich, Bern 2017, 255 ff, 280; sodann Spycher, in: FamPra.ch 1\/2017, 198 ff; 216). (Vgl. dazu hinten Ziff.&nbsp;3.7.2).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein allf\u00e4llig den Barunterhalt belastendes Manko wird automatisch in die Vorabzuteilung \u00fcbertragen, dies, damit nicht der hauptbetreuende Elternteil mit einem fiktiven Unterhaltsbeitrag belastet wird (vgl. Ziff. 3.6.1.6). <\/p>\n\n\n\n<p>Vor-Trennungs-\u00dcbersch\u00fcsse, welche mit Tabelle 17 ermittelt wurden, k\u00f6nnen als Vorabzuteilung \u00fcbernommen werden (vgl. auch Kapitel 1.1). Dabei muss in den Tabellen 11 und 15 das Vorzeichen umgekehrt werden und m\u00fcssen bei den betreffenden Familienmitgliedern (Ehegatte(n), allenfalls auch Kinder) die Kopfanteile am \u00dcberschuss manuell auf Null gestellt werden, andernfalls sich eine Verdoppelung ergeben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>3.5.4 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">\u00dcberschussverteilung<\/mark><\/strong>: Resultiert nach dem Vergleich des familienrechtlichen Existenzminimums mit dem Einkommen aller Beteiligten ein \u00dcberschuss, ist dieser unter den daran berechtigten Familienmitgliedern aufzuteilen. Die Verteilung erfolgt dabei grunds\u00e4tzlich nach grossen und kleinen K\u00f6pfen (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.3; Urteil <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=pus&amp;query_words=%225A_468%2F2023%22&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F29-01-2024-5A_468-2023&amp;number_of_ranks=16\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">5A_468\/2023<\/a>, E. 6.3.2 vom 29.1.2024). In Urteil 5A_468\/2023, E. 13.2 vom 29.1.2024 hielt das Bundesgericht fest, dass es unzul\u00e4ssig ist, den \u00dcberschussanteil pauschal auf CHF 1&#8217;000.- pro Kind und Monat festzulegen, und dabei die w\u00e4hrend des Zusammenlebens gepflegte Lebensstellung nicht zu ber\u00fccksichtigen. In <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-441%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 149 III 441<\/a>, E.2 f\u00fchrte das Bundesgericht betr. die \u00dcberschussverteilung bei nicht verheirateten Eltern aus, dass Ausgangspunkt der Berechnung einzig der \u00dcberschuss desjenigen Elternteils ist, der den Barunterhalt bezahlt. Der allf\u00e4llige \u00dcberschuss des obhutsberechtigten Elternteils wird nicht ber\u00fccksichtigt. Er ist auch nicht fiktiv mit einem Anteil beim anderen Elternteil \u201ceinzurechnen\u201d, weil sich andernfalls die Aufteilung zulasten des Kindes ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Dies muss u.E. auch gelten, wenn bei verheirateten Eltern kein (nach)ehelicher Unterhalt berechnet wird; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=8&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F29-03-2021-5A_519-2020&amp;rank=72&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F07-03-2023-5A_597-2022&amp;number_of_ranks=18448\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_597\/2022<\/a>, E. 6 vom 7.3.2023. Anders verh\u00e4lt es sich gem\u00e4ss Urteil <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5a_384%2F2024&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F10-09-2025-5A_384-2024&amp;number_of_ranks=70\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">5A_384\/2024<\/a>, E. 5.4 vom 10.9.2025 (zur Publikation vorgesehen) wiederum, wenn die nicht verheirateten Eltern alternierende Obhut haben bzw. beide an den Barunterhalt beitragen (E. 5.3.2.3 und 5.3.2.4 in fine, wobei letzteres allerdings zu einer Zirkelrechnung f\u00fchrt). Ob diese Ber\u00fccksichtigung beider \u00dcbersch\u00fcsse bei beidseits h\u00f6herprozentiger Betreuung immer, d.h. ungeachtet der konkreten Leistungsf\u00e4higkeiten der Eltern, zu stimmigen Resultaten f\u00fchrt, ist indessen u.E. sehr fraglich (so auch die Kritik von Burgat\/Hauser in: Newsletter DroitMatrimonial.ch November 2025, 7 ff.) und insbesondere bei deutlich unterschiedlichen \u00dcbersch\u00fcssen einer Pr\u00fcfung zu unterziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anpassungen sind allerdings geboten in der Situation erforderlicher \u201eVorabzuteilungen\u201c (siehe oben Ziff. 3.5.2); sie sind zu begr\u00fcnden. Sodann ist selbstredend die Beschr\u00e4nkung des insgesamt geschuldeten Unterhalts auf die massgebliche Lebenshaltung zu beachten (vgl. Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch Kap. 6 Rz. 359). Die \u00dcberschussverteilung soll insbes. nicht zur Ersparnisbildung beim Kind oder zur Querfinanzierung des hauptbetreuenden Elternteils dienen (wobei eine solche sich letztlich nicht \u201cauf den Franken genau\u201d wird ausschliessen lassen und, wie regelm\u00e4ssig im Unterhaltsrecht, Augenmass gefragt und eine Abrechnungspflicht zu vermeiden ist. Demgegen\u00fcber ist nicht von einer generellen Beschr\u00e4nkung des Kindesunterhalts auf das \u201cVor-Trennungs-Niveau&#8221; auszugehen, wie aus <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1954&amp;to_year=2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=151+III+261&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=1&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F151-III-261%3Ade&amp;number_of_ranks=1&amp;azaclir=clir\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 151 III 261<\/a>, E. 2.4.4 (f\u00e4lschlich) abgeleitet werden k\u00f6nnte. Vgl. zur \u00dcberschussverteilung: Althaus\/Mettler, Praxisfragen zur \u00dcberschussverteilung, in: B\u00fcchler\/Fankhauser (Hrsg.), Zehnte Schweizer Familienrecht\u00a7Tage, Bern 2023, 71 ff.; Ph. Maier, Unterhaltsfestsetzung in der Praxis, 2023, S. 257 ff. Die automatische Einstellung richtet sich danach, ob im Hauptblatt, \u00abverheiratet\/geschieden\u00bb (j\/n), ganz oben Mitte, \u00abj\u00bb (bzw. franz\u00f6sisch \u00abo\u00bb f\u00fcr \u00aboui\u00bb) oder \u00abn\u00bb angegeben wurde, d.h. sie ist abh\u00e4ngig davon, ob ehelicher\/nachehelicher Unterhalt in Frage kommt oder nicht. (Die Einstellung ist vordefiniert mit 1\/1\/0,5 bei \u00abj\u00bb und mit 1\/0\/0,5 bei \u00abn\u00bb, jeweils mit einem Kind). Die Verteilung kann in begr\u00fcndeten F\u00e4llen manuell ge\u00e4ndert werden (<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wertungsfrage<\/mark><\/strong>). Es wird automatisch eine Aufteilung nach K\u00f6pfen vorgegeben, wobei Kinder wie ein \u00abhalber Erwachsener\u00bb z\u00e4hlen. Waren\/sind die Eltern verheiratet, wird dem betreuenden Elternteil ein Kopfanteil zugewiesen, bei \u00abnein\u00bb gem\u00e4ss Voreinstellung hingegen nicht (vgl. aber den Vorbehalt weiter oben f\u00fcr den Fall, dass der betreuende Elternteil trotz der Ehe keinen Unterhaltsanspruch hat). Entsprechend der Vorgabe berechnet sich der \u00dcberschussanteil. Insbesondere bei nie miteinander verheirateten Elternteilen ist zu pr\u00fcfen, ob sich durch die Aufteilung des \u00dcberschusses nach K\u00f6pfen nicht eine \u00ab\u00dcberentsch\u00e4digung\u00bb der Kinder ergibt (<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wertungsfrage<\/mark><\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p>3.5.5 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Unterhaltsanspruch wirtschaftlich<\/mark><\/strong>: Dieser Abschnitt beinhaltet die Gegen\u00fcberstellung des Bedarfs (inklusive \u00dcberschussanteil und wo relevant auch die Angabe vorabzugeteilter Mittel) mit dem eigenen Einkommen. Daraus ergibt sich, was den Beteiligten wirtschaftlich zusteht (\u00ab&nbsp;+&nbsp;\u00bb) bzw. vom Verpflichteten zu bezahlen ist (\u00ab&nbsp;&#8211;&nbsp;\u00bb).<\/p>\n\n\n\n<p>3.5.6 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Unterhaltsanspruch rechtlich<\/mark><\/strong>: Die Differenzierung zwischen dem rechtlichen und dem wirtschaftlichen Unterhaltsanspruch h\u00e4ngt damit zusammen, dass der Betreuungsunterhalt wirtschaftlich am Bedarf des hauptbetreuenden Elternteils ausgerichtet und auch f\u00fcr die Deckung dieses Bedarfs bestimmt ist, rechtlich jedoch ein Anspruch des Kindes ist. Entsprechend erfolgt hier die Umverteilung auf die Kinder. Den Kindern wird zuerst ihr Barunterhalt, eine allf\u00e4llige Vorabzuteilung (vgl. vorne Ziff. 3.5.2) f\u00fcr sie sowie der auf sie entfallende \u00dcberschussanteil zugewiesen. In einem zweiten Schritt wird das auf die Lebenskosten des Betreuenden entfallende Manko (konkret: Differenz zwischen Einkommen des Betreuenden und seinem familienrechtlichen Existenzminimum bzw. familienrechtlichen Grundbedarf; exklusiv Vorsorge und evtl. Unterhaltsbeitr\u00e4ge an Dritte sowie ggf. Steuern auf dem pers\u00f6nlichen Unterhalt) auf die Kinder verteilt (Betreuungsunterhalt). Die Anwenderin\/der Anwender hat zu entscheiden, ob die als \u00abdefault\u00bb angegebene Verteilung nach K\u00f6pfen anzuwenden ist (bef\u00fcrwortend zwecks Vereinfachung: Aebi-M\u00fcller\/Coskun-Ivanovic, Gutachten f\u00fcr den BR, S. 49) oder ob allenfalls (z.B. f\u00fcr \u00e4ltere Kinder) ein kleinerer Anteil am Betreuungsunterhalt gerechtfertigt und folglich eine manuelle Anpassung erforderlich ist. Wird \u00abverheiratet\/geschieden\u00bb angegeben, verbleibt hingegen wiederum \u00abby default\u00bb dem Elternteil sein Vorsorgeunterhalt sowie sein \u00dcberschussanteil. Daraus ergibt sich ein entsprechender pers\u00f6nlicher Unterhaltsbeitrag. Diese Aufteilung l\u00e4sst sich manuell \u00e4ndern (<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wertungsfrage<\/mark><\/strong>). Zu beachten ist, dass der (nach)eheliche Unterhalt und der Betreuungsunterhalt i.d.R. auf unterschiedlichen Niveaus zu bemessen sind (familienrechtliches Existenzminimum bzw. Lebensstandard vor der Trennung). Der Wegfall von Betreuungsunterhalt kann (oder muss) folglich gerade bei lebenspr\u00e4genden Ehen zur Erh\u00f6hung bzw. zum Neueinsetzen von nachehelichem Unterhalt f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>3.5.7 <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>Ergebnis<\/strong>:<\/mark> Dieser Abschnitt fasst die Unterhaltsbeitr\u00e4ge aufgeteilt auf die Berechtigten zusammen, zeigt aber auch ihre Zusammensetzung auf (Kindesunterhalt: Barunterhalt\/Betreuungsunterhalt separat).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.6 Besondere Einkommenssituationen<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.6.1 Mangelf\u00e4lle bzw. Mankosituationen<\/h3>\n\n\n\n<p>3.6.1.1 Reicht das Einkommen der Parteien nicht aus, um alle Existenzminima zu decken, wird gem\u00e4ss bisheriger bundesgerichtlicher Praxis das Defizit der Unterhaltsgl\u00e4ubigerin (i.d.R. der Ehefrau) und den in ihrem Haushalt befindlichen Familienmitgliedern \u00fcberbunden (vgl. die Zusammenfassung und Best\u00e4tigung der bundesgerichtlicher Rechtsprechung in <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/135-III-66:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 135 III 66<\/a> m.w.H.; vgl. dazu auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-502%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;144 III 502<\/a>, E. 6.4). Die Unterhaltsgl\u00e4ubigerin muss zur <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Deckung des Defizits<\/mark><\/strong> die Sozialhilfe in Anspruch nehmen. Diese Praxis ist f\u00fcr den Unterhalt nach Scheidung \u00fcbernommen worden (vgl. zum Ganzen Spycher\/Hausheer, Handbuch, Kap. 1, Rz. 129 ff; Hauheer\/Sieber, Handbuch, Kap. 5, Rz. 146 ff). Die immer wieder thematisierte sog. Mankoteilung wurde auch mit der Reform des Kindesunterhaltsrechts vom 20. M\u00e4rz 2015 nicht umgesetzt (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-502%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;144 III 502<\/a>, E. 6.4).<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.1.2 In <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>potenziellen Mangelf\u00e4llen<\/strong><\/mark> sind die Fragen der Zumutbarkeit der Erzielung zus\u00e4tzlichen Einkommens durch den Schuldner und die einzelnen Kosten, welche zum schuldnerischen Bedarf gez\u00e4hlt werden, besonders sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen. Immerhin ist die Berechnung in Scheidungsf\u00e4llen aber auf der Basis von f\u00fcr die Zukunft sinnvollen Werten durchzuf\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>3.6.1.3 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Laufende Steuern<\/mark><\/strong>, welche mit der Erzielung des unterhaltsrelevanten Einkommens zusammenh\u00e4ngen, sind gem\u00e4ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/140-III-337:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 140 III 337<\/a>, E. 4.4.1; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/126-III-353:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 126 III 353<\/a>, E. 1a\/aa und <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/127-III-68:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE&nbsp;127 III 68<\/a>, E. 2b; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-12-2016-5A_470-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_470\/2016<\/a>, E. 6.4 vom 13.12.2016; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/12-07-2016-5A_779-2015\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_779\/2015<\/a>, E. 5.2 vom 12.7.2016 zum Kindesunterhalt; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/127-III-289:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 127 III 289<\/a>, E. 2a\/bb; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/128-III-257:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 128 III 257<\/a>, E.&nbsp;4a\/bb; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5C.282%2F2002&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F27-03-2003-5C-282-2002&amp;number_of_ranks=22\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5C.282\/2002<\/a>, E. 2.1 vom 27.3.2003 zum nachehelichen Unterhalt, best\u00e4tigt u.a. in <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_383%2F2007&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-11-2007-5A_383-2007&amp;number_of_ranks=11\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_383\/2007<\/a>, E. 2.2 vom 9.11.2007; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/31-01-2012-5A_592-2011\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_592\/2011<\/a>, E. 4.2 vom 31.1.2012; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/23-02-2010-5A_10-2010\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_10\/2010<\/a>, E. 4.2.1 vom 23.2.2010) in Mangelf\u00e4llen auf Seiten des Unterhaltsschuldners nicht zu ber\u00fccksichtigen. In <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2 h\u00e4lt das Bundesgericht fest, dass die Steuern erst im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums ber\u00fccksichtigt werden; somit erst dann, wenn die finanziellen Mittel zur Deckung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums ausreichen und dar\u00fcber hinaus noch Mittel verbleiben. Die Zelle wird rosa eingef\u00e4rbt, die Korrektur ist manuell vorzunehmen. Weil die Koordination zwischen Zivil- und Steuerrecht (Gew\u00e4hrung eines Steuererlasses) nicht hinreichend sichergestellt ist, bleibt dies unbefriedigend, ist jedoch de lege lata hinzunehmen (zum Verh\u00e4ltnis zwischen Steuerbelastung und Existenzminimum siehe auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/122-I-101:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 122 I 101<\/a>, E. 2b, 3, 4; vgl. auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/28-02-2008-5A_525-2007\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_525\/2007<\/a>, E. 7 vom 28.2.2008; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/28-01-2010-5A_310-2009\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_310\/2009<\/a>, E. 3.4 vom 28.1.2010).<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.1.4 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Zinsen und Amortisationen f\u00fcr Schulden<\/mark><\/strong> (inkl. Steuerschulden und Verzugszinse), welche beide Ehegatten betreffen (dazu oben&nbsp;Ziff. 3.4.10), sind nur soweit in die Berechnung einzusetzen, als durch ihre Ber\u00fccksichtigung kein Mangelfall entsteht (vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.2, wonach die angemessene Schuldentilgung erst im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums Beachtung findet). Andernfalls w\u00fcrden Dritte als Gl\u00e4ubiger gegen\u00fcber Unterhaltsberechtigten bevorteilt. Im Weiteren ist zu beachten, dass die Sozialhilfe keine Beitr\u00e4ge zur Schuldentilgung enth\u00e4lt. Bei Anrechnung von Kleinkredit- und \u00e4hnlichen Schulden im Bedarf des Unterhaltsschuldners w\u00fcrde sich der Unterhalt des anderen Ehegatten bzw. der Kinder reduzieren, so dass die Schuldentilgung indirekt \u00fcber Sozialhilfebeitr\u00e4ge finanziert w\u00fcrde. Auch aus diesem Grund ist in Mangelf\u00e4llen auf eine Aufrechnung der Schuldzinsen und Amortisationszahlungen zu verzichten. In Ausnahmef\u00e4llen kann anders entschieden werden, wenn die Nichtzahlung einer bestimmten Schuld die wirtschaftliche Existenz des Schuldners auf Dauer bedroht \u2013 was jedoch nicht leichthin angenommen werden darf. So gen\u00fcgt allein die Gefahr des Verlusts des Arbeitsplatzes nicht, es sei denn, es m\u00fcsse davon ausgegangen werden, dass diese Situation trotz zumutbarer Anstrengungen des Betroffenen andauern werde..<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.1.5 Der <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Bedarf<\/mark> <\/strong>von mit dem Unterhaltsschuldner <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">zusammenlebenden Familienmitgliedern<\/mark><\/strong> darf in seinem Existenzminimum nicht ber\u00fccksichtigt werden; ansonsten w\u00fcrden diese gegen\u00fcber nicht mit dem Schuldner zusammenlebenden Berechtigten privilegiert (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-502:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 502<\/a>, E. 6.7: Best\u00e4tigung des \u2013 durch Art. 276a ZGB best\u00e4rkten \u2013 Grundsatzes, wonach bei der Bemessung des Kindesunterhalts der Bedarf des Ehegatten nicht im schuldnerischen Existenzminimum ber\u00fccksichtigt werden darf; vgl. auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/08-05-2019-5A_339-2018\">Urteil 5A_339\/2018<\/a>, E.&nbsp;5.6.2 vom 8.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/13-03-2018-5A_708-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_708\/2017<\/a>, E. 3.2 vom 13.3.2018; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/137-III-59:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 137 III 59<\/a>, E. 4; vgl. auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/127-III-68:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 127 III 68<\/a>, E. 2c).<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.1.6 Kommt es bei der Konstellation, in der <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Betreuungsunterhalt<\/mark><\/strong> geschuldet ist, gem\u00e4ss Berechnungsblatt beim betreuenden Elternteil zu einem <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Manko<\/mark><\/strong>, ist jener Teil des Mankos, der auf die Betreuung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, im Berechnungsblatt auf den Betreuungsunterhalt des Kindes\/der Kinder umzulagern (vgl. Spycher\/B\u00e4hler, Arbeitskreis 7: Reform des Kindesunterhaltsrechts, in: B\u00fcchler Andrea\/Schwenzer Ingeborg (Hrsg.), Achte Schweizer Familienrecht\u00a7tage, 28.\/29. Januar 2016 in Z\u00fcrich, Bern 2017, 255 ff, 266). Im Sinn einer Vorgabe\/Voreinstellung ergeben sich in der Berechnung im Fall einer Mankosituation folgende zu pr\u00fcfende (und ggf. zu korrigierende) <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Schritte<\/mark><\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Pr\u00fcfen allenfalls \u00fcbersetzter und reduzierbarer Kosten (z.B. \u00fcbersetzte Wohnkosten, Arbeitswegkosten; Zeithorizont beachten)<\/li>\n\n\n\n<li>Korrektur bei Steuern (besteht ein Manko, wird die Zelle Steuern automatisch rosa unterlegt);<\/li>\n\n\n\n<li>Bestehen Unterhaltsbeitr\u00e4ge an Dritte, ist deren K\u00fcrzung zu pr\u00fcfen.<\/li>\n\n\n\n<li>Verbleibt nach Aussch\u00f6pfung der genannten K\u00fcrzungsm\u00f6glichkeiten immer noch ein Manko, wird dieses vorab dem Betreuungsunterhalt belastet.<\/li>\n\n\n\n<li>Nur, wenn auch dies nicht ausreicht, wirkt sich das Manko auf den Barunterhalt der Kinder aus.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Zeilen zuunterst auf dem Blatt zeigen auf, wie im Fall eines Mankos die K\u00fcrzung verl\u00e4uft, und erleichtern entsprechend das Ausweisen des Mankos (insbes. f\u00fcr die Situation einer sp\u00e4teren Anpassung). Soweit das betreibungsrechtliche Existenzminimum aller Beteiligten gedeckt ist, werden die verbleibenden Mittel im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums verteilt, wobei die verschiedenen Unterhaltskategorien in der entsprechenden Reihenfolge (Barunterhalt, Betreuungsunterhalt, ehelicher bzw. nachehelicher Unterhalt) \u201eaufzuf\u00fcllen\u201c sind und dabei etappenweise vorzugehen ist, indem z.B. \u00fcberall die Steuern ber\u00fccksichtigt werden und erst im Anschluss daran z.B. eine Kommunikations- und Versicherungspauschale eingesetzt wird (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.3). Es ist bei dieser Erweiterung somit immer <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>schrittweise<\/strong> <strong>f\u00fcr jede einzelne Position<\/strong><\/mark> vorzugehen, wobei je nach der konkreten Position u.U. auch eine Priorisierung einzelner Beteiligter zul\u00e4ssig ist (z.B. bei Krankheit f\u00fcr VVG-Pr\u00e4mien (Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 2 Rz. 49 und 101; vgl. auch <a href=\"https:\/\/www.zsg-entscheide.apps.be.ch\/tribunapublikation\/tribunavtplus\/ServletDownload\/ZK_2023_110_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778d2ccb52a4d1e6313f3809a301622219b4435e607e90fa2e0999e5ca74aa31a4441bf0a49e547afc72b839ed074ed092a?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778d2ccb52a4d1e6313f3809a301622219b4435e607e90fa2e0999e5ca74aa31a4441bf0a49e547afc72b839ed074ed092a&amp;pathIsEncrypted=1&amp;dossiernummer=ZK_2023_110\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Entscheid OGer BE ZK 2023 110<\/a>, E.&nbsp;15.3 vom 18.10.2023).<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.1.7 In Mankof\u00e4llen erhalten Fragen rund um den <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Vorrang gewisser Unterhaltsbeitr\u00e4ge<\/mark><\/strong> vor anderen besonderes Gewicht (Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 8, Rz. 1, 69 ff, 57, 33 ff, 42 ff; vgl. zur Rangfolge der Unterhaltsanspr\u00fcche bei Mangellagen: <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.3). Gem\u00e4ss Art. 276a ZGB gehen Unterhaltspflichten gegen\u00fcber minderj\u00e4hrigen Kindern allen anderen Unterhaltspflichten vor (mit gewissen Ausnahmen gem\u00e4ss Abs. 2; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-502:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 502<\/a>, E. 6.7; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/18-12-2018-5A_75-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_75\/2018<\/a>, E. 3.1 vom 18.12.2018; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/07-03-2018-5A_764-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_764\/2017<\/a>, E. 4.1 vom 7.3.2018). Kindesunterhalt besteht i.d.R. in Barunterhalt und in Betreuungsunterhalt (sowie in Naturalunterhalt, der indessen in die Tabellen rechnerisch nicht einfliesst; vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E.&nbsp;4.3; vgl. dazu auch unter Ziff.&nbsp;2.3.1). Da der Betreuungsunterhalt wirtschaftlich f\u00fcr den betreuenden Elternteil bestimmt ist (siehe oben Ziff. 3.5.5), ist das betreibungsrechtliche Existenzminimum &nbsp;aller minderj\u00e4hrigen (und ggf. der gleichzustellenden vollj\u00e4hrigen; vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-502:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 502<\/a>, E. 6.8) Kinder vollumf\u00e4nglich zu decken, bevor der Betreuungsunterhalt \u00abzum Zug\u00bb kommt (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/144-III-481:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 144 III 481<\/a>, E. 4.3; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-05-2019-5A_743-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a>, E.&nbsp;5.2.3 vom 22.5.2019). Vgl. zur allf\u00e4lligen Einschr\u00e4nkung auf den Grundbedarf i.e.S. im Gegensatz zum Barbedarf, der auf die Drittbetreuungskosten entf\u00e4llt, vorne unter Ziff. 2.3.2.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>3.6.2 F\u00e4lle mit weiterbestehender Sparquote<\/h3>\n\n\n\n<p>3.6.2.1 In <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">besonders g\u00fcnstigen Einkommensverh\u00e4ltnissen<\/mark><\/strong> wurde w\u00e4hrend der Ehe oft nicht das gesamte Einkommen f\u00fcr den Unterhalt eingesetzt, sondern es fand auch eine gewisse Ersparnisbildung statt (Spycher\/Hausheer, Handbuch, Kap. 1, Rz. 134). Die sog. Sparquote wird \u2013 je nach H\u00f6he \u2013 durch die trennungsbedingten Mehrkosten ganz oder teilweise aufgebraucht. Eine nach Ber\u00fccksichtigung der trennungsbedingten Mehrkosten verbleibende Sparquote ist demgegen\u00fcber nicht in die \u00dcberschussverteilung einzubeziehen, sondern den Ehegatten im Umfang ihrer bisherigen Spart\u00e4tigkeit zu belassen (vgl. Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 2, Rz. 72&nbsp;ff; vgl. zur Beweislast: Hausheer\/Sieber, Handbuch, Kap. 5, Rz. 186; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 7.3; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F04-10-2022-5A_208-2022&amp;rank=14&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-03-2023-5A_915-2021&amp;number_of_ranks=22001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_915\/2021<\/a>, E. 4.1 vom 9.3.2023). Da die Zumutbarkeit der Ausdehnung bzw. Wiederaufnahme der Erwerbst\u00e4tigkeit in Zukunft grunds\u00e4tzlich immer ab einem bestimmten Zeitpunkt zu bejahen ist, kann dies zur Folge haben, dass das zus\u00e4tzliche Einkommen mehr als nur die durch die F\u00fchrung des zweiten Haushalts entstehenden Mehrkosten deckt. Bei einer solchen Konstellation darf nicht etwa das aktuelle Gesamteinkommen ohne weiteres dem aktuellen familienrechtlichen Existenzminimum gegen\u00fcbergestellt und der \u00dcberschuss pauschal geteilt werden. Vielmehr muss in einem solchen Fall eine zweite Rechnung (<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Kontrollrechnung; vgl. hierf\u00fcr Tabelle Nr. 17<\/mark><\/strong>) durchgef\u00fchrt werden (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;number_of_ranks=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>, E.&nbsp;4.4), damit die Lebenshaltung auf jene im Zeitpunkt des Zusammenlebens plafoniert bleibt. Allerdings ist diese Kontrollrechnung nicht strikt durchzuf\u00fchren, was sich insbes. aus dem Vergleich mit <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-577%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 134 III 577<\/a>, E. 8 ergibt: Kinderkosten, die in einer sp\u00e4teren Phase weggefallen w\u00e4ren, sind dazumal als \u201evermutliche Lebenshaltungskosten\u201c einzubeziehen, sofern die Ehegatten ihre Lebenshaltung nicht trotz der Kinderkosten frei gestalten konnten. Im Zusammenhang mit den trennungsbedingten Mehrkosten stellte das Bundesgericht fest, dass mit Blick auf die Sparquote nicht nur letztere, sondern auch Mehreinnahmen \u2013 insbesondere bei Erweiterung der Erwerbst\u00e4tigkeit eines Ehegatten \u2013 sowie Einsparungen w\u00e4hrend der Dauer des Getrenntlebens \u2013 z.B. aufgrund eines Konkubinats \u2013 zu ber\u00fccksichtigen sind (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F04-10-2022-5A_208-2022&amp;rank=14&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-03-2023-5A_915-2021&amp;number_of_ranks=22001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_915\/2021<\/a>, E. 4.1 vom 9.3.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F01-12-2023-5A_994-2022&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;refresh=1&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_994\/2022<\/a>, E. 4.3.4 vom 1.12.2023). Es sei eine Gesamtw\u00fcrdigung vorzunehmen, um zu gew\u00e4hrleisten, dass die unterhaltsberechtigte Person aufgrund der Unterhaltszahlungen keinen h\u00f6heren Lebensstandard erreicht als w\u00e4hrend des Zusammenlebens. Gleichzeitig soll sie aber auch \u2013 sofern gen\u00fcgend finanzielle Mittel vorhanden sind \u2013 nicht weniger erhalten, als zum Erreichen des Lebensstandards notwendig ist (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F01-12-2023-5A_994-2022&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;refresh=1&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_994\/2022<\/a>, E. 4.3.4 vom 1.12.2023)<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.2.2 Ob eine Sparquote fortbesteht oder nicht, kann nicht abstrakt aus der H\u00f6he des Gesamteinkommens abgeleitet werden (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/140-III-485:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 140 III 485<\/a>, E. 3.5.3). Ein <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">hohes Einkommen<\/mark><\/strong> ist h\u00f6chstens ein <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Indiz<\/mark> <\/strong>f\u00fcr eine m\u00f6gliche Sparquote (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/140-III-485:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 140 III 485<\/a>, E.&nbsp;3.5.2). Der Schuldner hat die Sparquote zu behaupten und je nach Verfahrensart glaubhaft zu machen oder zu beweisen (Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 2, Rz. 74, Hausheer\/Sieber, Handbuch, Kap. 5, Rz.&nbsp;186; vgl. dazu auch <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-485%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 140 III 485<\/a>, E. 3.3; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/115-II-424:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 115 II 424<\/a>, E. 2; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/02-10-2009-5A_27-2009\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_27\/2009<\/a>, E. 4.3 vom 2.10.2009; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/06-05-2009-5A_584-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_584\/2008<\/a>, E. 2 vom 6.5.2009; a.M. Jungo, in: FamPra.ch 2020, 939 ff, 945). In seiner j\u00fcngsten Rechtsprechung hat das Bundesgericht die zweistufige Methode mit \u00dcberschussverteilung als Methode zur Berechnung des Unterhalts als verbindlich erkl\u00e4rt (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 6.6; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-301%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 301<\/a>, E. 4; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;number_of_ranks=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>, E. 4). Mit Blick darauf h\u00e4lt das Bundesgericht in <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&amp;number_of_ranks=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 293<\/a>, E. 4.4 fest, dass die unterhaltspflichtige Person das Bestehen und die H\u00f6he der (weiterbestehenden) Sparquote beweisen muss. Der entsprechende Betrag wird von der \u00dcberschussteilung ausgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>3.6.2.3 Die aktuell (noch) bestehende Sparquote ist in der vorliegenden Tabelle einzusetzen (in Tabelle 11 und 15 Hauptblatt, \u00abSparquote (Betrag)\u00bb, links oben [unter den allgemeinen Angaben], in Tabelle 16 unter Ziffer 4). Die Ermittlung (ausserhalb der Tabellen) kann direkt erfolgen oder durch&nbsp;Abzug der trennungsbedingten Mehrkosten vom bisherigen Sparbetrag. Die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Aufteilung unter den Ehegatten<\/mark><\/strong> erfolgt als (ab\u00e4nderbare) Vorgabe im Verh\u00e4ltnis der Einkommen der Ehegatten (<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Wertungsfrage<\/mark><\/strong>). Zur Begr\u00fcndung des beidseitigen Anspruchs auf (reduziertes) Fortbestehen der Spart\u00e4tigkeit, wenn dies der ehelichen Lebenshaltung entsprach, siehe Spycher\/Maier, Handbuch, Kap. 2, Rz.&nbsp;78; FamKomm\/Aeschlimann\/B\u00e4hler, N 86 f zu Anh. UB.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.7&nbsp;&nbsp; Besondere Betreuungssituationen<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.7.1&nbsp;F\u00e4lle mit hohen pers\u00f6nlichen Betreuungsanteilen beider Eltern<\/h3>\n\n\n\n<p>3.7.1.1 Auf Familienkonstellationen, bei denen <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">beide<\/mark><\/strong> Eltern die Kinder zu einem <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">hohen Anteil pers\u00f6nlich betreuen<\/mark><\/strong>, ist Tabelle Nr. 15 zugeschnitten. Tabelle Nr.&nbsp;11 ist aber ebenfalls hier in gewissen Konstellationen anwendbar (siehe vorne Ziff. 1.1).<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.2 Darauf, wie die Betreuungsanteile im Allgemeinen ermittelt werden, kann an dieser Stelle nicht ausf\u00fchrlich eingegangen werden. Eine \u2013 letztlich h\u00e4ufig nur scheinbar \u2013 exakte Berechnung nach Zeiteinheiten und Umrechnung in Prozente erachten wir nach wie vor als problematisch. (Vgl. f\u00fcr Einzelheiten Spycher, in: FamPra.ch 2016, 1 ff, 23 f; Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch, Kap. 6, Rz. 348 ff). Das Bundesgericht stellt mit Blick auf die Festlegung von Betreuungsanteilen im Zusammenhang mit der Obhut regelm\u00e4ssig auf die Gesamtheit der Tage (inklusive Wochenenden; jedoch ohne Ber\u00fccksichtigung allenfalls unterschiedlich verteilter Ferienzeiten) ab, wobei dies in Zeiteinheiten \u201eVormittag \/ untertags \/ Abend\u201c unterteilt wird, was einer standardisierten Unterteilung nach Stunden (in Phasen \u00e0 8 Stunden) gleichkommt (dazu unten). Dadurch ergeben sich gegebenenfalls erhebliche Abweichungen von den f\u00fcr den Betreuungsunterhalt relevanten Zeiten. Dies gilt es entsprechend zu ber\u00fccksichtigen. Die neue Hilfstabelle \u201cBetreuung\u201d (Lasche in Tabelle 15) erm\u00f6glicht, die Anteile der Eltern an der Betreuung insbes. auch unter Ber\u00fccksichtigung der Zust\u00e4ndigkeiten w\u00e4hrend Schulferienzeiten entsprechend der bundesgerichtlichen \u201cAufteilung\u201d zu bemessen, wobei es hier \u2013 wie allgemein bei Tabellen \u2013 sehr wichtig ist, ein gutes Augenmass (u.a. bei Rundungen) walten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/13-07-2021-5A_722-2020&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_722\/2020<\/a> vom 13.7.2021 ging das Bundesgericht von einer Betreuung durch den Vater von 35% (noch ohne Ber\u00fccksichtigung der Ferientage) bzw. von 39% (unter Ber\u00fccksichtigung der Ferientage), bzw. aufgerundet von knapp 40% aus, und dies, obwohl unter der Woche die Mutter an 5 Tagen (Woche 1) und 2 \u00bd Tagen (Woche 2) und der Vater an 2 \u00bd Tagen (Woche 2) f\u00fcr die Betreuung zust\u00e4ndig war, was bezogen auf die Werktage allein eine Verteilung von 75\/25&nbsp;% ergeben w\u00fcrde. Diesbez\u00fcglich besteht die Gefahr, dass aufgrund so ermittelter Prozentanteile unreflektiert ein unmittelbarer R\u00fcckschluss auf das zumutbare Erwerbspensum der Mutter gezogen wird, obwohl ein 40%-Pensum bei der konkret vorgesehenen Betreuung (5 Wochentage der einen Woche, 2 1\/2 Tage der Folgewoche) \u2013 leicht erkennbar \u2013 nur schwerlich Platz findet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-05-2019-5A_743-2017&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_743\/2017<\/a> vom 22.5.2019 ging das Bundesgericht von einer Betreuung \u00abzu ungef\u00e4hr gleichen Teilen\u00bb aus; dies, obwohl unter der Woche die Mutter an drei Tagen&nbsp;\u2013 mit einem bis zwei schulfreien Nachmittagen&nbsp;\u2013, und der Vater nur an zwei Tagen (zus\u00e4tzlich unter Beanspruchung des Mittagstischs) zust\u00e4ndig war (E.&nbsp;5.3.4). Nachtr\u00e4glich hielt Bundesrichter von Werdt zur Erl\u00e4uterung der Herleitung fest, dass alle im Entscheid tabellarisch wiedergegebenen Zeiteinheiten, d.h. auch die Wochenenden und insbesondere auch die Schulzeiten ber\u00fccksichtigt worden seien, wodurch sich verteilt auf 2 Wochen 42 \u201eEinheiten\u201c (vgl. oben) ergaben, die ber\u00fccksichtigt wurden. Die Ber\u00fccksichtigung der Schulzeiten mit einer etwas tieferen Gewichtung tr\u00e4gt dem Umstand Rechnung, dass auch w\u00e4hrend dieser Zeitfenster elterliche Aufgaben anfallen k\u00f6nnen; unbeantwortet ist, ob dies nicht dazu f\u00fchren m\u00fcsste, dass schulfreie Halbtage&nbsp;\u2013 in casu der bei der Mutter verbrachte freie Mittwochnachmittag&nbsp;\u2013 wiederum ein gr\u00f6sseres Gewicht erhalten m\u00fcssten. Generell ist u.E. sodann zu beachten, dass \u00abZeitzuschl\u00e4ge\u00bb (oder&nbsp;\u2013abz\u00fcge) im Rahmen von Gewichtungen&nbsp;der Begr\u00fcndung bed\u00fcrfen und sie nicht einfach pauschal vorgenommen werden sollen. Dass Betreuung w\u00e4hrend der Freizeit der Eltern und Kinder sodann gleiches Gewicht haben sollte wie jene w\u00e4hrend Arbeitswochen ist nicht evident.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die Berechnung der Betreuungsanteile und die damit zusammenh\u00e4ngende Aufteilung des Barunterhalts entschied das Bundesgericht im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_117%2F2021+&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-03-2022-5A_117-2021&amp;number_of_ranks=377\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_117\/2021<\/a> vom 9.3.2022, dass es nicht willk\u00fcrlich sei, den Barunterhalt des Kindes zwischen beiden Elternteilen unter Ber\u00fccksichtigung der jeweiligen Betreuungsanteile aufzuteilen, wenn dem nicht Obhutsberechtigten ein erweitertes Besuchsrecht (vorliegend zus\u00e4tzlich zum \u00fcblichen Wochenend- und Ferienbesuchsrecht ein Tag unter der Woche) einger\u00e4umt werde. Zwecks Ermittlung der Betreuungsanteile wendete das Bundesgericht die Einteilung der Tage in je drei Einheiten an, mit Berechnung \u00fcber 14 Tage und \u201eZuweisung\u201c der 42 \u201eEinheiten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Vgl. zu den Vorschl\u00e4gen in der Lehre, welche Zeiten f\u00fcr die Ermittlung der Betreuungsanteile herangezogen werden sollen oder nicht: Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch, Kapitel 6, Rzn. 342 ff; Aeschlimann\/B\u00e4hler\/Schweighauser\/Stoll, in: FamPra.ch 2021, 261&nbsp;ff, 276.<\/p>\n\n\n\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&amp;lang=de&amp;type=show_document&amp;zoom=YES&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 147 III 265<\/a>, E. 5.5 hielt das Bundesgericht zur Unterhaltsberechnung bei F\u00e4llen mit alternierender Obhut fest, dass die finanziellen Lasten bei \u00e4hnlicher Leistungsf\u00e4higkeit umgekehrt proportional zu den Betreuungsanteilen zu tragen seien (vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/27-03-2023-5A_330-2022&amp;lang=fr&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_330\/2022<\/a>, E. 4.1.1 vom 27.3.2023, wonach bei h\u00e4lftiger Betreuung jeder Elternteil Anspruch auf die H\u00e4lfte des monatlichen Grundbetrags der Kinder habe; dazu die Kritik bei Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch, Kap. 6 Rzn. 354 ff: wesentlich ist, welcher Elternteil welche Kosten tats\u00e4chlich tr\u00e4gt, nicht, was oftmals nicht dem Anteil an der Betreuung entspricht). Bei je h\u00e4lftigen Betreuungsanteilen proportional zur Leistungsf\u00e4higkeit und bei gleichzeitig asymmetrischem Betreuungsumfang und Leistungsgef\u00e4lle kann behelfsweise auf eine sich aus dem Vergleich dieser Parameter ergebende Matrix zur\u00fcckgegriffen werden (vgl. die Formel und Darstellung in: von Werdt, Fragen aus dem familienrechtlichen Unterhaltsrecht, Handout zum Vortrag an der St. Galler Eherechtstagung vom 1.12.2020, 14 ff; abgebildet u.a. Aeschlimann\/B\u00e4hler\/Schweighauser\/Stoll, in: FamPra.ch 2021, 251 ff, 276 und im <a href=\"https:\/\/cms.news.admin.ch\/dam\/de\/der-schweizerische-bundesrat\/WKvKbo0OtpH6\/gutachten-kindesunterhaltsrecht-d.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Expertengutachten Aebi-M\u00fcller\/Coskun-Ivanovic<\/a>, Gutachten f\u00fcr den BR, S. 66). Diese Matrix ist jedoch stets kritisch zu beurteilen und vor allem kritisch anzuwenden. Ihre Anwendung darf keinesfalls als rein rechnerische Operation betrachtet werden; vielmehr ist eine einzelfallbezogene Beurteilung notwendig. Bereits das Festhalten der prozentualen Verteilung der Leistungsf\u00e4higkeit und der Betreuungsanteile setzt eine zahlenm\u00e4ssige Bewertung der Betreuungsanteile voraus, ein Vorgang, bei dem nicht evident ist, was \u201erichtig\u201c ist. Daraus ergibt sich erhebliches Streitpotenzial. Ausserdem f\u00fchrt die Unterhaltsberechnung anhand der Matrix ein abstraktes Element in die ansonsten konkrete Unterhaltsberechnung ein. Sie birgt in der Praxis die Gefahr von Schematismus und Fehlberechnungen. Insbesondere kann sie bei \u201emechanischer\u201c Anwendung und Ausserachtlassung der vom Bundesrichter von Werdt selbst vorgegebenen Kautelen bereits bei einem geringen Betreuungsanteil der prim\u00e4r barunterhaltspflichtigen Person dazu f\u00fchren, dass der hauptbetreuende Elternteil einen Anteil am Barunterhalt tragen m\u00fcsste. Andererseits sind gewisse Konstellationen auch ohne Anwendung der Matrix ohne weiteres klar; namentlich bei Betreuung gr\u00f6sstenteils durch einen Elternteil. Und schliesslich existieren Konstellationen, die in der Matrix gar nicht abgebildet werden k\u00f6nnen oder d\u00fcrfen. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn der mehrheitlich betreuende Elternteil eine erheblich h\u00f6here Leistungsf\u00e4higkeit aufweist als der andere Elternteil. Ebenso keiner Anwendung der Matrix bedarf die Situation, wenn beide Eltern tats\u00e4chlich (nicht nur \u201eungef\u00e4hr\u201c) gleich viel betreuen und somit die Aufteilung des Barunterhalts unmittelbar im Verh\u00e4ltnis der Leistungsf\u00e4higkeiten, sprich der \u00dcbersch\u00fcsse, erfolgen kann. Auf der anderen Seite l\u00e4sst die Matrix diverse Fragen ungekl\u00e4rt: so insbesondere die Frage, weshalb eine Betreuung von unter 20%, entsprechend weniger als einem fr\u00fcher \u201c\u00fcblichen\u201d Besuchs- und Ferienrecht, \u00fcberhaupt Anlass zu einer Aufteilung des Barunterhalts zwischen den Eltern geben sollte. Last but not least f\u00fchrt die Matrix bei Patchworksituationen zu falschen Ergebnissen. Vgl. eingehend zur Kritik: Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler,&nbsp;Handbuch, Kapitel 6, Rzn. 342 ff; Aeschlimann\/B\u00e4hler\/Schweighauser\/Stoll, in: FamPra.ch 2021, 261&nbsp;ff, 276; Heller, in: Anwaltsrevue 2023, 224 ff. Dementsprechend ist vor Anwendung von Tabelle Nr. 15 zu <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">pr\u00fcfen<\/mark><\/strong>, ob die Anwendung von Tabelle Nr. 11 passender w\u00e4re. Eine neuerdings zu beobachtende problematische Entwicklung ist, dass zwar \u00dcberschussanteile ausgeschieden werden, diese in der Folge jedoch \u2013 beim Versuch, umfangreiche(re) Betreuung durch beide Elternteile \u201cgerecht\u201d abzubilden (siehe Kap. 3.7.2) \u2013 durch die Anwendung der Matrix unbeabsichtigt wieder \u00fcbersteuert werden. Diese \u00dcbersteuerung f\u00fchrt dazu, dass das Resultat nicht mehr einer Verteilung des \u00dcberschusses nach grossen und kleinen K\u00f6pfen entspricht, ohne dass daf\u00fcr ein Grund vorliegt.<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.3 Bei beidseitig hohen Betreuungsanteilen bietet sich die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Bemessung des Barunterhalts<\/mark><\/strong> durch eine Gegen\u00fcberstellung der bei den Eltern tats\u00e4chlich anfallenden (durchschnittlichen [d.h. ein kleinliches Nachrechnen soll nach M\u00f6glichkeit unterbleiben]) Auslagen i.S. von Drittkosten an, welche dann entsprechend der elterlichen Leistungsf\u00e4higkeit verteilt werden (dazu Ziff. 3.7.1.9; vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/27-03-2023-5A_330-2022&amp;lang=fr&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_330\/2022<\/a>, E. 4.1.1 und 4.1.2 vom 27.3.2023; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/29-11-2017-5A_20-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_20\/2017<\/a>, E. 6.2 vom 29.11.2017). Gem\u00e4ss Jungo\/Arndt (in: FamPra.ch 2019, 750 ff, 756&nbsp;ff) ist die Kostenverteilung unter den Eltern nicht (prim\u00e4r) von der Obhut abh\u00e4ngig. Vielmehr sind die Barkosten f\u00fcr die Kinder bei jenem Elternteil zu ber\u00fccksichtigen, bei welchem sie tats\u00e4chlich anfallen. Aus diesem Grund sind bspw. die Wohnkosten der Kinder grunds\u00e4tzlich bei beiden Elternteilen zu ber\u00fccksichtigen, die Fixkosten (z.B. Pr\u00e4mien f\u00fcr die Krankenkasse) hingegen bei jenem Elternteil anzurechnen, der tats\u00e4chlich daf\u00fcr aufkommt. Auf beide Eltern aufzuteilen sind die variablen Kosten (Kosten f\u00fcr Essen, Freizeit, Ferien). Dies geschieht im Sinn einer \u2013 anzupassenden \u2013 Grundeinstellung vorerst im Verh\u00e4ltnis der (rechnerisch sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcften; vgl. oben) Betreuungsanteile. Dazu sogleich.<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.4 Der Bedarf der Eltern wird wie bei den anderen Tabellen berechnet. <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">F\u00fcr jedes Kind<\/mark> <\/strong>bestehen bei dieser Konstellation demgegen\u00fcber <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">zwei Spalten<\/mark><\/strong>, in welche die vom Vater und von der Mutter f\u00fcr das Kind bezahlten\/getragenen Kosten einzutragen sind. Zu befinden ist u.a. \u00fcber die angemessene Aufteilung des Grundbetrages (Tabelle Nr. 15, Hauptblatt, \u00abGrundbedarf\u00bb, Anteil Zuschlag f\u00fcr Kinder). Eine mechanische Verteilung nach \u201cBetreuungsanteil\u201d ist abzulehnen, vielmehr gilt es zu kl\u00e4ren, welcher Elternteil effektiv welche der im Grundbetrag enthaltenen Kosten i.d.R. \u00fcbernimmt (Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch, Kap. 6 Rz. 354 ff). Die entsprechenden Vorgaben in den Tabellen sind deshalb nur als \u2013 anzupassende \u2013 Ausgangsposition zu verstehen. Die zusammengezogenen Kinderfaktoren (unter \u00ab3.&nbsp;\u00dcberschussverteilung\u00bb) nehmen beide Spalten auf. F\u00fcr die Frage nach der \u00dcberschussverteilung kann auf das zu Tabelle Nr. 11 Gesagte verwiesen werden. Allerdings wird, wie bei den Grundbetr\u00e4gen (Ziff 3.7.1.3), \u201cby default\u201d wiederum eine Verteilung nach Betreuungsanteilen, subsidi\u00e4r 50\/50, vorgesehen. Ausgangspunkt ist ein Entscheid des Bundesgerichts, dass bei alternierender Obhut der auf die Kinder entfallende \u00dcberschussanteil in der Regel h\u00e4lftig zwischen den Elternteilen aufzuteilen sei (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/27-03-2023-5A_330-2022&amp;lang=fr&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_330\/2022<\/a>, E. 4.2.3-4.2.4 vom 27.3.2023). Allerdings gilt es dabei die effektive Finanzierung und Aufteilung der konkret damit zu deckenden Kosten zu ber\u00fccksichtigen. Eine \u201cbetreuungsprozentabh\u00e4ngige\u201d Verteilung birgt das Risiko, einen Elternteil \u00fcberm\u00e4ssig zu belasten, wenn die mit dem \u00dcberschussanteil zu deckenden Kosten schwergewichtig (\u00fcber den Anteil an der Betreuung hinaus) von diesem Elternteil bezahlt werden (Hausheer\/Spycher\/B\u00e4hler, Handbuch Kap. 6 Rz. 359). Es verh\u00e4lt sich hier gleich wie bei der Verteilung des Grundbetrags bei alternierender Obhut, vorne, Ziff. 3.7.1.3. Die AnwenderInnen haben folglich zu pr\u00fcfen, ob dies der effektiven Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die mittels des \u00dcberschusses zu tragenden Kosten entspricht, oder ob \u2013 was die Regel sein d\u00fcrfte \u2013 eine andere Zuteilung geboten ist. Besondere Beachtung ist sodann den steuerlichen Aspekten zu schenken (vgl. dazu B\u00e4hler, Familienunterhalt und Steuern, in: Jungo\/Fountoulakis (Hrsg.), Familienverm\u00f6gensrecht: berufliche Vorsorge &#8211; G\u00fcterrecht &#8211; Unterhalt, Freiburg 2016, 116 ff, 132 und Schema 157; siehe <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">berechnungsblaetter.ch<\/a>, unter Texte, Familienunterhalt und Steuern). Im Berechnungsblatt m\u00fcssen dazu gewisse Angaben gemacht werden, damit die Steuern einigermassen zuverl\u00e4ssig berechnet werden k\u00f6nnen. Falsche Annahmen zu den steuerrechtlichen Verh\u00e4ltnissen k\u00f6nnen betr\u00e4chtlichen Einfluss auf die Unterhaltsberechnung haben.<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.5 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Ausgleich Barunterhalt Kinder<\/mark><\/strong>: Auszugleichen unter den Eltern sind Zahlungen, welche den so ermittelten eigenen Anteil \u00fcbersteigen. Unterhaltsbeitr\u00e4ge eines Elternteils f\u00fcr das Kind an den anderen Elternteil sind somit auch bei (ann\u00e4hernd oder ganz) gleichm\u00e4ssiger Betreuung denkbar (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/04-04-2017-5A_488-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_488\/2016<\/a>, E. 2.2 vom 4.4.2017; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/29-11-2017-5A_20-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_20\/2017, E. 6.2<\/a> vom 29.11.2017; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/24-08-2017-5A_90-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_90\/2017<\/a>, E. 8.2 vom 24.8.2017; <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/12-05-2015-5A_1017-2014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1017\/2014<\/a>, E.&nbsp;4.4 vom 12.5.2015, wobei diese F\u00e4lle allerdings teilweise Eltern mit ungleichen Einkommen betrafen \u2013 vgl. dazu unten Ziff. 3.7.1.10; mit Blick auf den Betreuungsunterhalt vgl. <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/25-09-2018-5A_968-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_968\/2017<\/a>, E. 3.1.1 vom 25.9.2018, wonach Betreuungsunterhalt auch dann gepr\u00fcft werden muss, wenn beide Elternteile einer Erwerbst\u00e4tigkeit nachgehen und sich gleichm\u00e4ssig an der Kinderbetreuung beteiligen).<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.6 Richten die Eltern ein <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Kinderkonto<\/mark> <\/strong>ein, kann die Einstellung bspw. so vorgenommen werden, dass der noch \u00abnicht ausgegebene\u00bb \u00dcberschuss des Kindes auf das Kinderkonto einbezahlt wird und die Eltern alsdann entsprechende Kosten daraus bezahlen. Diesfalls ist der entsprechende Anteil am \u00dcberschuss dem das Kinderkonto verwaltenden Elternteil zuzuteilen und in die schriftliche Unterhaltsregelung eine entsprechende Verpflichtung aufzunehmen. In der Standardeinstellung (ab Juli 2020) wird keine Zuweisung auf das Kinderkonto vorgenommen. Den steuerlichen Gegebenheiten ist \u00fcberdies Rechnung zu tragen: Gem\u00e4ss dem <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza:\/\/19-11-2020-2C_380-2020&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 2C_380\/2020<\/a>, E.&nbsp;4.5 vom 19.11.2020 stellen Einzahlungen auf ein Kinderkonto, auf das auch der einzahlende Elternteil Zugriff hat, keine Unterhaltsbeitr\u00e4ge dar. <\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.7&nbsp;In einer n\u00e4chsten Phase wird ein allf\u00e4lliger <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Unterhaltsanspruch eines Elternteils<\/mark> <\/strong>berechnet. Gegebenenfalls kann dieser auf den Betreuungsunterhalt umgelagert werden. Die Tabelle 15 ermittelt analog zur Tabelle 11 einen allf\u00e4lligen Betreuungsunterhalt automatisch. Vgl. f\u00fcr <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">wichtige Einzelheiten<\/mark><\/strong> <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/bedienungsanleitung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bedienungsanleitung <\/a>und <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/alternierende-betreuung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Factsheet<\/a> zu Tabelle 15.<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.8 Exkurs zur <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Frage der beim \u00dcberschuss zu ber\u00fccksichtigenden Kosten<\/mark><\/strong>: Lebt das Kind ann\u00e4hernd gleichm\u00e4ssig (zeitlich gesprochen) in den Haushalten beider Eltern, partizipiert es an der Lebensstellung des Elternteils, bei dem es sich zum gegebenen Zeitpunkt aufh\u00e4lt (<a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/clir\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=atf:\/\/120-II-285:de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 120 II 285<\/a>, E. 3a\/cc; vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/10-05-2019-5A_129-2019\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_129\/2019<\/a>, E. 2.3 vom 10.5.2019; <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/07-02-2002-5C-299-2001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5C.299\/2001<\/a>, E. 3e vom 7.2.2002). Abweichungen in der Lebenshaltung k\u00f6nnen sich aufgrund von deren unterschiedlichen Leistungsf\u00e4higkeit oder aber aufgrund bewusst anderer Gewichtungen der Eltern ergeben (bspw. setzt ein Elternteil auf Campingferien, w\u00e4hrend der andere gerne in entfernte L\u00e4nder reist und daf\u00fcr bei den Wohnkosten spart). Dass das Kind grunds\u00e4tzlich gegen\u00fcber jedem Elternteil einen Anspruch darauf hat, an dessen Lebensstellung teilzuhaben (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_similar_documents&amp;page=10&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;docid=aza%3A%2F%2F02-09-2013-2C_116-2013&amp;rank=91&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-11-2023-5A_936-2022&amp;number_of_ranks=253\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_936\/2022<\/a>, E. 4.3.1.2 vom 8.11.2023), bedeutet nicht, dass die Lebenshaltung des Kindes beim einen Elternteil, welche durch diesen massgebend bestimmt wird, durch den anderen Elternteil <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">\u00fcber den bisher gemeinsam gelebten Lebensstandard hinaus<\/mark><\/strong> mitfinanziert werden muss. (Objektiv) luxuri\u00f6se und nicht der bisherigen gemeinsamen Lebenshaltung entsprechende Aufwendungen, zu denen ein Elternteil sich entschliesst, k\u00f6nnen u.E. nicht in die Aufstellung der aus dem \u00dcberschuss zu bezahlenden Kosten einbezogen werden. Notwendige Aufwendungen hingegen sind einzubeziehen, auch wenn ein Elternteil sich darauf berufen sollte, seine Zustimmung zu dieser Ausgabe nicht erteilt zu haben. Dass die Abgrenzung Probleme bereiten kann \u2212 ist die Anschaffung einer Tennisausr\u00fcstung, eines Trottinetts oder einer PlayStation nun Luxus oder aber notwendig, wenn ein Elternteil behauptet, der andere Elternteil gebe dem Kind die jeweiligen Gegenst\u00e4nde nicht mit? \u2212 bedeutet nicht, dass sie nicht erforderlich w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.9 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Drittbetreuungskosten<\/mark><\/strong>, welche die Erzielung des in der Folge bei der Leistungsf\u00e4higkeit ber\u00fccksichtigten Einkommens erst erm\u00f6glichen, sind als Kostenfaktor zu ber\u00fccksichtigen, ungeachtet dessen, in wessen \u00abBetreuungszeit\u00bb&nbsp;sie anfallen.<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.10 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Verteilung<\/mark><\/strong>: Betreuen die Eltern gleich viel, erscheint prim\u00e4r die Verteilung der Kinderbarkosten auf die Eltern <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">im Verh\u00e4ltnis der<\/mark><\/strong> von den Eltern erzielten <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">\u00dcbersch\u00fcsse<\/mark><\/strong> als angemessen (u.a. Spycher, in: FamPra.ch 2016, 1 ff, 25). So kann i.d.R. verhindert werden, dass ein Elternteil mit geringerer wirtschaftlicher Leistungsf\u00e4higkeit (z.B. aufgrund seiner beruflichen Stellung) \u00fcberm\u00e4ssig belastet wird. Je nach H\u00f6he und Verteilung der \u00dcbersch\u00fcsse und der Betreuungsanteile kann es sich auch rechtfertigen, den gesamten Barunterhalt dem leistungsf\u00e4higeren Elternteil zu \u00fcberbinden. <\/p>\n\n\n\n<p>3.7.1.11 Eine besondere Herausforderung sind Konstellationen, in denen ein Elternteil zwar deutlich mehr betreut als in der \u00abklassischen\u00bb, in bisherigen Berechnungsmodellen bereits eingerechneten Ausgangslage (vgl. dazu Spycher, in: FamPra.ch 2016, 1 ff, 28&nbsp;ff), bei denen die <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Betreuung punkto Umfang<\/mark><\/strong> jedoch <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">nicht<\/mark><\/strong> (ann\u00e4hernd) <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">gleich<\/mark><\/strong> ist. Gerade hier ist der Frage einer angemessenen Ber\u00fccksichtigung von \u00fcberobligatorisch erzieltem Einkommen eines Elternteils besondere Beachtung zu schenken<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>3.7.2&nbsp;F\u00e4lle mit umfangreicher Drittbetreuung \/ Doppelverdienende<\/h3>\n\n\n\n<p>3.7.2.1 <strong>Ausgangslage<\/strong><em>: <\/em>Doppelverdienerpaare mit minderj\u00e4hrigen Kindern nehmen in der Regel erhebliche Drittbetreuung in Anspruch. Entsprechend steigt der Barunterhalt, w\u00e4hrend der Naturalunterhalt zwar nicht entf\u00e4llt, aber in reduziertem Umfang zu leisten ist (Spycher, in: FamPra.ch 2016, 1 ff, S. 23).<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.2.2 Bei <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Doppelverdienern mit vergleichbaren Einkommen<\/mark><\/strong> bzw. \u00dcbersch\u00fcssen ist bei der Verteilung der Unterhaltsleistungen einerseits der \u2013 gegen\u00fcber dem statistischen \u00abNormalfall\u00bb erh\u00f6hten \u2013 wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit des hauptbetreuenden Elternteils Rechnung zu tragen; andererseits muss eine wirtschaftliche Doppelbelastung des Hauptbetreuenden durch \u00abUntersch\u00e4tzung\u00bb seiner Betreuungsleistung vermieden werden (bspw., wenn beide Elternteile zu 100% erwerbst\u00e4tig sind, einer von ihnen jedoch umfangreicheren Naturalunterhalt leistet als der andere Elternteil; dies bspw. bei Doppelverdienern oder dann, wenn das j\u00fcngste Kind die Altersgrenze f\u00fcr eine 100%-Erwerbst\u00e4tigkeit des bisher hauptbetreuenden Elternteils erreicht hat und bis zu seiner Vollj\u00e4hrigkeit noch gewisse Naturalunterhaltsleistungen anfallen). Vgl. dazu nunmehr das <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;highlight_docid=aza:\/\/22-08-2019-5A_727-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_727\/2018<\/a>, E. 4 vom 22.8.2019, wonach der Grundsatz gilt, dass jener Elternteil, welcher das Kind nicht oder nicht wesentlich betreut, grunds\u00e4tzlich f\u00fcr dessen Barunterhalt aufkommen muss, w\u00e4hrend der andere Elternteil, der das Kind betreut, gleichwertig seinen Unterhaltsbeitrag in natura (Pflege, Erziehung und Betreuung) leistet. Das Vorhandensein eines \u00dcberschusses beim hauptbetreuenden Elternteil f\u00fchrt nicht ohne Weiteres zu dessen Beteiligung am Barunterhalt des Kindes; dies w\u00fcrde dem Prinzip der Gleichwertigkeit von Natural- und Geldunterhalt widersprechen. Ob der hauptbetreuende Elternteil einen Teil des Barbedarfs des Kindes decken muss, ist vom Gericht einzelfallbezogen zu beurteilen (E.&nbsp;4.3.2.2). Je besser die finanziellen Verh\u00e4ltnisse sind und je h\u00f6her der \u00dcberschuss des hauptbetreuenden Elternteils ausf\u00e4llt, desto eher ist seine Beteiligung am Barunterhalt in Betracht zu ziehen, wobei immer eine Wechselwirkung zur Situation des anderen Elternteils besteht. Ist der hauptbetreuende Elternteil \u201e\u00fcberproportional leistungsf\u00e4higer\u201c als der andere Elternteil, ist seine Beteiligung am Barunterhalt vorzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wird die Betreuung des Kindes zwischen den Eltern aufgeteilt, haben sich beide Elternteile umgekehrt proportional zum jeweils eigenen transparent ermittelten (vgl. die Bemerkungen vorne, Ziff. 3.7.1) Betreuungsanteil am Barunterhalt zu beteiligen (E.&nbsp;4.3.2.1); bei je h\u00e4lftiger Betreuung erfolgt die Beteiligung nach Massgabe der Leistungsf\u00e4higkeit (E. 4.3.2.3). <\/p>\n\n\n\n<p>Vgl. zur Ber\u00fccksichtigung des Naturalunterhalts auch: Jungo \/Arndt, in: FamPra.ch 2019, 750 ff., 761 ff.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.7.3 Koordination bei Kindern aus zwei oder mehr Beziehungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Vgl. zum Ganzen: Spycher\/M. Maier, Handbuch, Kap. 8, 138 ff; Coskun-Ivanovic, Fortsetzungsfamilien im Recht \u2013 Recht auf Fortsetzung der Familie, Darstellung de lege lata und Vorschl\u00e4ge de lege ferenda, Diss. Luzern, Z\u00fcrich\/Genf 2023, Rz. 271 ff; Ph.&nbsp;Maier, Unterhaltsfestsetzung in der Praxis, Z\u00fcrich\/St. Gallen 2023, Rz. 1217 ff; Ph.&nbsp;Maier\/Niederberger, Die Berechnung von Unterhaltsbeitr\u00e4gen bei Patchworkfamilien, in: AJP 2019, Rz. 696 ff; Stoll, Der Betreuungsunterhalt, 244 ff. <\/p>\n\n\n\n<p>3.7.3.1. <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Aufteilung der Betreuungskosten<\/mark><\/strong>: Im <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_1065%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F02-12-2021-5A_1065-2020&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1065\/2020<\/a>, E.5 vom 2.12.2021 wurde erwogen, dass mit Blick auf die Aufteilung des Betreuungsunterhalts bei einer Patchworkkonstellation, in welcher Kinder unterschiedlichen Alters von unterschiedlichen Beziehungen vorhanden sind, dem Gericht ein Ermessen zukommt. So sei es \u2013 so das Bundesgericht \u2013 nicht willk\u00fcrlich, die Aufteilung des Betreuungsunterhalts zu 60% auf die drei \u00e4lteren Kinder (11-j\u00e4hriges, 8-j\u00e4hriges und 6-j\u00e4hriges Kind) aus der ersten Beziehung und zu 40% auf das j\u00fcngste, 2-j\u00e4hrige Kind aus der zweiten Beziehung vorzunehmen. Bei dieser Berechnung wird der barunterhaltspflichtige Elternteil der \u00e4lteren Kinder im Vergleich zum Vater des j\u00fcngeren Kindes \u00fcberm\u00e4ssig belastet, da das j\u00fcngste Kind vollumf\u00e4nglich betreut werden muss und nicht nur \u201ezu 40%\u201c. Vgl. die Kritik bei Spycher\/Schweighauser, in: FamPra.ch 2022, 732 ff, 758 ff.<\/p>\n\n\n\n<p>3.7.3.2 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\">Aufteilung der Wohnkosten<\/mark><\/strong>: Das Bundesgericht hielt in seinem <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=5A_1065%2F2020&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F02-12-2021-5A_1065-2020&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Urteil 5A_1065\/2020<\/a>, E. 4.2 vom 2.12.2021 fest, dass mit Blick auf die Frage, ob die Aufteilung der Wohnkosten angemessen ist, die gesamten Umst\u00e4nde des Einzelfalls zu ber\u00fccksichtigen sind. Bei einer Patchworkfamilie \u2013 so das Bundesgericht \u2013 sei es im Hinblick auf die Aufteilung der Wohnkosten nicht willk\u00fcrlich, von den gesamten Wohnkosten zun\u00e4chst die Wohnkostenanteile der (in casu gemeinsamen und nicht gemeinsamen) Kinder abzuziehen und anschliessend die nach Abzug verbleibenden Wohnkosten je zur H\u00e4lfte auf die Konkubinatspartner aufzuteilen. <\/p>\n\n\n\n<p>3.7.3.3 <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-medium-pink-color\"><strong>(Kein) Wegfall des Betreuungsunterhalts f\u00fcr voreheliche Kinder zufolge Heirat<\/strong> <\/mark>des hauptbetreuenden Elternteils? In <a href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/clir\/http\/index.php?highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-III-353%3Ade&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BGE 148 III 353<\/a>, E.7.3.2 befasste sich das Bundesgericht mit der Frage des Konkurrenzverh\u00e4ltnisses zwischen der ehelichen Unterhaltspflicht des Ehemannes nach Art. 163 ZGB und dem Anspruch des Kindes aus einer fr\u00fcheren Beziehung der Mutter auf Betreuungsunterhalt. Die hauptbetreuende Mutter hatte selbst kein relevantes Einkommen. Das Bundesgericht befand, dass die Mutter aufgrund der Unterhaltsleistungen ihres Ehemannes kein Manko habe und folglich kein Betreuungsunterhalt mehr geschuldet sei. Diesen Ausf\u00fchrungen kann nicht gefolgt werden: Der Gesetzgeber hat im Rahmen der Kindesrechtsrevision den betreuungsbedingten Erwerbsausfall des hauptbetreuenden Elternteils aus dem nachehelichen Unterhalt in den Kindesunterhalt verlagert, um den Betreuungsunterhalt zivilstandsunabh\u00e4ngig zu machen. Die Unterhaltspflicht des leiblichen Elternteils geht der stiefelterlichen Beistandspflicht vor, ein Grundsatz, welcher durch die vorliegende Rechtsprechung ins Gegenteil verkehrt w\u00fcrde. Vgl. Spycher\/Schweighauser, in: FamPra.ch 2022, 732 ff, 752 ff.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweise zur 3. Auflage Oktober 2025 sowie Kurzkommentar zu ausgew\u00e4hlten Themen der UnterhaltsberechnungDer Kommentar ist dazu bestimmt, die Anwendung der Berechnungsbl\u00e4tter zu erkl\u00e4ren und zu erleichtern. Er ersetzt weder das Studium der Fachliteratur noch jenes der einschl\u00e4gigen Entscheide. Von Prof. Dr. Annette Spycher, F\u00fcrsprecherin, LL.M., BernDaniel B\u00e4hler, F\u00fcrsprecher, ehem. Oberrichter, ThunDr. Nadja Majid, Rechtsanw\u00e4ltin, Z\u00fcrich &hellip; <a href=\"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/kommentar-unterhaltsberechnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kommentar Unterhaltsberechnung<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-22","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22"}],"version-history":[{"count":219,"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27476,"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22\/revisions\/27476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/berechnungsblaetter.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}